17/11/2019

Webperlen: Google Shop-in-Shop in Hamburg, Twitter an die Börse und Apples Fingerabdruck

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Erster Google Shop-in-Shop in Hamburg
  • Erste ISSN für Blogs von de.hypotheses vergeben
  • Wer eine Meinung hat, ignoriert die Fakten
  • Vererbter Geschmack – Warum wir die Musik unserer Eltern mögen
  • Akademisches Karussell: Nichtwählen ist keine Heldentat!
  • Wikimedia: Wie die zur Bundestagswahl antretenden Parteien auf unsere Fragen antworten und damit neue aufwerfen
  • Kurznachrichtendienst: Twitter will an die Börse
  • Lang lebe Retweet, zur Hölle mit Favorite
  • Danke, Apple

Raus aus dem Internet, rein ins “real life”: Google hat jetzt den ersten Shop-in-Shop eröffnet. Und das natürlich in Hamburg. Was es dort zu sehen gibt, wissen die “mobile geeks”:

Gut 100qm ist die Google-Fläche im Markt groß und neben der Google-Hardware werden dort auch die Dienste des Unternehmens präsentiert und von Google-Experten erklärt [...]. Als Highlight wird die Liquid Galaxy genannt, eine Google Earth Großbildleinwand, über die man wie daheim virtuell durch die Welt reisen kann.

Und es gibt eine weitere Premiere zu feiern, die Deutsche Nationalbibliothek ist im digitalen Zeitalter angekommen und vergibt jetzt auch ISSN für Blogs:

Heute ist ein guter Tag für die deutschsprachige Wissenschaftsblogosphäre: Die ersten Blogs von de.hypotheses haben eine ISSN verliehen bekommen. Das kann gefeiert werden, denn in Deutschland ist das neu. Während in Frankreich die BnF schon seit 2011 ISSN für Blogs verleiht, hatte die Deutsche Nationalbibliothek mit Bezug auf ihren Beschluss von 2002 bisher davon abgesehen.

Und wo wir schon bei der Wissenschaft sind: In der SZ (via) ist ein guter Bericht über die “Psychologie des Starrkopfs” erschienen, der dem Phänomen nachgeht, dass Menschen auch dann bei ihrer Meinung bleiben, wenn sie wissen, dass sie falsch ist:

Selbst wenn jemand weiß und verstanden hat, dass eine Geschichte falsch und nichts als eine Lüge ist, neigt er dazu, trotzdem daran zu glauben. Psychologen nennen dieses Phänomen “Belief Perseverance”, und Greitemeyer demonstriert diesen Effekt nun im Fachmagazin Psychonomic Bulletin & Review.

Eine weitere Studie beschäftigt sich mit dem Musikgeschmack. Genauer: Mit dem Phänomen, dass der Musikgeschmack der Eltern offenbar vererbt wird:

Die Musik aus der Jugend zaubert Erwachsenen weiterhin ein Lächeln ins Gesicht. Auch deshalb, weil sie Erinnerungen weckt, an Urlaube, Partys oder verflossene Lieben. Doch die musikalische Zeitreise wird nicht nur von unseren eigenen Erlebnissen beeinflusst – sondern auch vom Geschmack unserer Eltern.

Prominente, die öffentlich damit hausieren gehen, dass sie nicht zur Bundestagswahl gehen: Auf Publikative.org findet sich ein guter Kommentar, warum natürlich jeder das Recht hat, nicht zur Wahl zu gehen, aber die Haltung der Prominenten alles andere als lobenswert ist:

Nebenbei darf man bei all dem revolutionären Habitus, den sich die prominenten Nichtwähler/innen in jüngster Zeit gern geben, eines nicht vergessen: Denn während der/die Wähler/in partizipieren will und sich für eine Partei entscheidet, ist der/die Nichtwähler/in vordergründig unzufrieden und gibt vor, den Parteien seine Stimme, vielleicht aus Protest, zu verweigern.

Und noch ein weiterer Blogbeitrag zur Bundestagswahl: Wikimedia hat den Parteien bei netzpolitischen Fragen auf den Zahn gefühlt:

Auf dem Schreibtisch von Wikimedia Deutschland liegen zehn an der Grenze zur Lesbarkeit eng bedruckte Seiten mit 80.000 Zeichen Wahlprüfsteinantworten. Das Format, das WMDE erstmals vor vier Jahren erprobte, wird mittlerweile recht routiniert gehandhabt. Insgesamt haben uns 11 zur Wahl zugelassene Parteien geantwortet, eine sehr erfreuliche Rücklaufquote.

Mit 140 Zeichen das große Geld verdienen. Twitter wird erwachsen und geht an die Börse:

Lange wurde darüber spekuliert, jetzt schafft Twitter Tatsachen: Der Kurznachrichtendienst bereitet einen Börsengang vor. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen einen Börsenprospekt bei der Aufsicht SEC eingereicht.

Ein schönes Plädoyer für das Teilen. Lang lebe Retweet, zur Hölle mit Favorite:

Bei Twitter setzt sich seit wenigen Monaten ein unerwarteter Trend durch. Selbst altgediente Nutzer teilen einen Tweet nicht mehr wie gehabt per “Retweet” unter den eigenen Followern. Nein, sie markieren einen Tweet vielmehr als “Favorite”. Bei mir hinterlässt dieses Nutzungsverhalten ein ähnliches Gefühl wie ein simpler Like bei Facebook: Nichtssagend, unemotional und nahezu ohne Viralität.

Und schließlich noch ein guter Beitrag (via) darüber, warum es vielleicht keine Gute Idee ist, dass sich das neue iPhone nur noch per Fingerabdruck entsperren lässt:

Wer die Fingerabdruck-Sperre nutzt, akzeptiert gleichzeitig eine faktische Umkehr der Beweislast, wenn sein Mobiltelefon für ein krummes Ding genutzt worden sein soll. Ein biometrisches Datum hat bei der Frage, wer das Handy genutzt hat, natürlich erst mal einen wesentlich höheren Stellenwert als ein Vierzahlen-Code.

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: 10 Jahre WordPress, 4,8 Millionen Tweets und 3,2 Milliarden Smartphones

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • 10 Jahre WordPress: Wie ein Blogsystem die Medienwelt auf den Kopf stellte
  • 10 Jahre WordPress: Infografiken
  • 4,8 Millionen Tweets zum Champions League Finale
  • Béla Réthy, sagen Sie jetzt nichts!
  • 90elf. Der Abschied.
  • Wo das Herz von Twitter schlägt
  • Bis 2017 rund 3,2 Milliarden Smartphones im Einsatz – doppelt so viele wie PCs
  • Privacy-Problem im Facebook Seitenmanager
  • Wenn der Briefträger das Essen nach Hause bringt
  • Wer die „Bild“ im Internet lesen will, muss künftig zahlen – teilweise
  • The Story of Axel Springer’s Famous Garage

Herzlichen Glückwunsch! WordPress, das Blogsystem, auf dem auch dieser Blog basiert, ist zehn Jahre alte geworden. Eine Würdigung von Netzwertig.com:

WordPress allerdings bleibt für viele leicht zu benutzen, so flexibel und umfangreich wie gewünscht und wartet bei Problemfällen mit einer riesigen Community im Rücken auf. Die Bedeutung von WordPress für die Medienlandschaft ist nicht zu unterschätzen. Das System hat vielen einzelnen Bloggern oder ganzen Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren die Möglichkeit gegeben, dynamischen Content so einfach wie nie zu veröffentlichen und ihn zu monetarisieren.

Und die passenden Grafiken zum Geburtstag liefert Statista: 10 Jahre WordPress

Twitter als Second Screen: Nach Twitter-Auswertungen wurden während des Finales der Champions League mehr als 4,8 Millionen Tweets allein unter dem Hashtag #UCLFinal abgesetzt:

Bei den Höhepunkten des Spiels sind natürlich auch die größten Ausschläge zu erkennen. Dabei ist der Abpfiff mit 117.601 Tweets in der Minute knapp vor dem Siegtor von Arjen Robben mit 107.229 Tweets gelandet. Zudem verzeichnete Robben an diesem Abend mehr als 1 Million Tweets mit seinem Namen und war damit der meist erwähnte Spieler auf Twitter.

Nicht wenige der deutschsprachigen Tweets haben sich mit der “Leistung” der Fernsehmoderatoren befasst, ein Blogger hat sich auf “Béla Réthy, sagen Sie jetzt nichts!” sogar die Mühe gemacht, jeden einzelnen Satz der “Reporterlegende” aufzuschreiben:

Bei meiner Arbeit stieß ich dann doch wieder auf ein paar Hinweise, die darauf schließen lassen, dass wir am Samstag tatsächlich Béla Réthy zugehört haben. Und noch etwas ist mir aufgefallen: Sportkommentatoren können richtig poetisch sein.

Und nochmal Fußball: Da andere für die Rechte mehr geboten haben, wird das bei Fans (aus guten Gründen) beliebte Projekt 90elf eingestellt. Ein (traurig stimmender) Beitrag von einem Mitarbeiter der ersten Stunde:

Seit 2008 bin ich bei 90elf. Von Sendestart an quasi. Das kleine Team wurde nach und nach immer größer. Die Website wurde im Laufe der Jahre mehrmals gerelauncht, wurde besser, stabiler, schneller. Die 90elf-App wurde auf immer mehr Plattformen verfügbar. Wir haben auf DAB+ gesetzt und eigene Endgeräte auf den Markt gebracht. Wir haben neue Ideen umgesetzt, das Programm immer weiter ausgebaut, Live-Rechte für den Europa-Pokal eingekauft, interaktive Sendungen konzipiert. Wir haben schließlich dafür den Deutschen Radiopreis 2011 erhalten.

Und ein weitere Statistik zur Twitter-Nutzung. Im Focus wird unter “Wo das Herz von Twitter schlägt” aufgeschlüsselt, wo die 400 Millionen Tweets abgeschickt werden, wo die Nutzer mit dem größten Einfluss sitzen:

Ein Blick auf die Europa-Karte zeigt deutliche Schwerpunkte der Aktivität in Großbritannien sowie den Benelux-Ländern sowie den Großstädten Paris, Madrid und Mailand. In Berlin als dem deutschen Twitter-Mekka ist schon klar weniger Aktivität zu verzeichnen. Unter den Top-20 Städten ist daher auch keine deutsche Metropole vertreten.

Und eine weiter Zahl, bei der es sich um eine (fundierte) Schätzung handelt. Bis 2017 werden rund 3,2 Milliarden Smartphones im Einsatz sein – doppelt so viele wie PCs:

Die Machtverschiebung in der IT-Industrie weg vom PC hin in Richtung Tablets und Smartphones ist im vollen Gang, wie ich hier im Blog bereits mehrfach beschrieben habe. Der Analyst Benedict Evans vom britischen Marktbeobachter Enders Analysis hat in einer kürzlich veröffentlichten Präsentation noch einmal die wichtigsten Fakten übersichtlich zusammengestellt.

Außerdem gibt es bei Facebook für Seitenbetreiber Sicherheitslücken, bzw. ein Privacy-Problem im Facebook Seitenmanager:

Der Facebook Seitenmanager erlaubt es den Admins von Facebook-Seiten auch von ihren mobilen Geräten aus zu verwalten und dort auch auf private Nachrichten von Nutzern zu antworten. AndroidPolice beschreibt ein unter Umständen ernsthaftes Problem mit dieser Funktion. Vom Admin an eine solche private Nachricht angehängte Bilder bleiben nämlich nicht privat.

Mehr über das Problem auch auf dem Blog von Henning Uhle.

Ein Markt, der sich langsamer durchsetzt, als von vielen Analysten erwartet wurde. Was jedoch auch daran liegen kann, dass bei den “Online-Supermärkten” das Angebot noch zu verwirrend ist – und die bestehenden Supermärkte abgesehen von den ländlichen Regionen eine sehr gute Abeckung haben. Unter “Wenn der Briefträger das Essen nach Hause bringt” weiß DIE WELT folgendes zu berichten:

In anderen europäischen Ländern ist dieser schon üblicher. Der britische Händler Tesco beispielsweise liefert Produkte aus dem Supermarkt quasi an jede britische und irische Adresse. Bei einer Umfrage des Marktforschers Nielsen unter 28.000 Internetnutzern in 56 Ländern gab ein Viertel von ihnen an, in der nächsten Zeit Lebensmittel im Internet kaufen zu wollen. In Deutschland lag der Wert nur bei sieben Prozent.

Apropos WELT: Nachdem das Springer-Angebot bereits vor Monaten eine Paywall eingeführt hat, zieht jetzt wohl auch die BILD nach, wer die BILD im Internet lesen will, muss künftig zahlen – teilweise:

Wenn die „Bild“-Zeitung am Montag die wichtigste Neuerung ihrer jüngsten Geschichte vorstellt, wird ihr Chefredakteur Kai Diekmann nicht dabei sein. Er verbringt gerade noch seine Zeit im kalifornischen Silicon Valley, wo er die vergangenen neun Monate im Auftrag des Axel-Springer-Verlags Ideen für die digitale Zukunft des Medienkonzerns gesammelt und entwickelt hat. Aus der Ferne aber begleitete er, wie in Berlin an einem Mammutprojekt gearbeitet wurde: an der Bezahlstrategie für die „Bild“ im Netz.

Springer

Und zum Abschluss der Webschau ein Video von, nun ja, Springer. Ein Verlag, der zwar gerne sehr viel Hass auf sich zieht, der aber auch einen wunderbaren Sinn für Selbstironie hat, wie man unter The Story of Axel Springer’s Famous Garage unschwer erkennen kann.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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