19/04/2019

Ortsbezogene Werbung bzw. Location Based Advertising (LBA)

Das Internet wird immer “lokaler”, ausgelöst wird die Entwicklung durch den Boom der Smartphones. Smartphones, die mittlerweile kaum noch ein Deutscher wird missen wollen. PCs (und, mit Abstrichen, auch Laptops) hatten früher den Nachteil gehabt, dass sie stationär sind. Der Nutzer setzt sich vor den Bildschirm, macht den Rechner an, verbindet sich mit dem Internet, surft im Internet, macht den Rechner wieder aus. Und diese Zeiten gehören dank der Smartphones der Vergangenheit an.

Einfach mal in Hamburg ein paar Minuten den Bürgersteig beobachten: Wie viele Menschen starren beim Gehen in ihr Smartphone? Und wie viele von den Menschen, die selbst beim Gehen in ihr Smartphone starren, setzen sich überhaupt noch vor dem Rechner, außer zum Arbeiten? Statt sich vor dem Bildschirm zu setzen, ist man jetzt immer mit dem Internet verbunden, man trägt es mit sich herum, und will es auch entsprechend nutzen. Und die Verkaufszahlen sprechen eine eindeutige Sprache, in Zukunft werden nur noch mehr Leute beim Gehen in ihr Smartphone starren, vielleicht braucht es irgendwann wirklich eine Smartphone-App, die beim Gehen vor Kollisionen mit anderen Smartphone-Nutzern warnt.

Die standortbezogenen Dienste haben längst den Status als Nischenprodukt für Nerds verlassen und beeinflussen das (Einkaufs-)Verhalten von immer mehr Menschen, Tendenz steil ansteigend.

Und natürlich muss sich die Wirtschaft – egal, ob kleiner, mittlere oder große Unternehmen – Gedanken machen, wie sich die Entwicklung auf ihr Geschäft auswirkt. Am stärksten sind zunächst einmal die Geschäfte betroffen, die auf Laufkundschaft angewiesen sind, weshalb sie auch zu den Pionieren bei der ortsbezogenen Werbung gehören. Die ortsbezogene Werbung bietet ihnen die Möglichkeit, die Zielgruppen am Point of Sale anzusprechen, und das mit immer höherer Präzision. Der Radius, in dem die Schaltung von Anzeigen erfolgt, lässt sich technisch immer besser einkreisen, betrug die Ungenauigkeit früher noch 50 bis 100 Meter, sind es heute teilweise weniger als 10 Meter. Und dabei ist es nicht nur möglich, einen Radius zu bestimmen, die Responseraten lassen sich auch erhöhen, indem die Werbeschaltung sich dynamisch ändert, je nachdem, wie weit der Smartphone-Nutzer noch vom Point of Sale entfernt ist.

Einer der Pioniere: Bereits 2011 setzte der amerikanische Fast-Food-Konzern auf ortsbezogene Werbung.

Einer der Pioniere: Bereits 2011 setzte der amerikanische Fast-Food-Konzern auf ortsbezogene Werbung.

Standortbezogene Dienste
Werbetreibende sollten sich jedoch nicht nur mit der Schaltung von Werbung, sondern auch mit den standortbezogenen Diensten (engl. Location-based Services (LBS) im weitesten Sinne beschäftigen.

Wichtig ist zunächst einmal das Angebot von Google. Wie ist das Geschäft auf Google Maps vertreten? Ist es überhaupt vertreten? Und was für Kommentare hinterlassen die Nutzer? Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass man vertreten ist, sondern dass man das Geschehen monitort und zu seinem Gunsten beeinflusst – also Digital Relations auch bei standortbezogenen Diensten betreibt.

Das gleiche gilt für Yelp, gerne auch als “Mutter aller Empfehlungsdienste” bezeichnet. Was für Bewertungen hinterlassen die Nutzer? Was kann man gegen Bewertungen machen, die vollkommen ungerchtfertigt vorkommen? Wie kann man seine Gäste animieren, gute Bewertungen zu hinterlassen, ohne aufdringlich zu wirken?

Bei den jüngeren Smartphone-Nutzern sind Foursquare und Swarm besonders beliebt – obwohl Foursquare eigentlich gar nicht als Bewertungsportal gestartet ist, erlebt er durch die sozialen Netzwerke seinen Siegeszug. Was man hierbei auf jeden Fall beachten sollte, ist die Integration in Twitter und Facebook, die dafür sorgt, dass der ganze virtuelle Freundeskreis von einem Check in erfährt.

Noch deutlich kleiner als Yelp und Foursquare ist Plazaa. Der Dienst setzt vor allem auf die höhere Reputation von “Freunden”, statt einer Menge anonymer Kommentare sind die Empfehlungen auf die Freunde beschränkt. Sozusagen klein, aber fein.

Ach ja, und Qype gibt es auch noch. Trotz der Konkurrenz von Yelp und Foursquare kann der deutsche Dienst sich noch immer behaupten, viele Nutzer schätzen es, wenn sie auf die Menge an deutschprachigen Kommentaren zurückgreifen können, die über die Jahre – also vor dem Siegeszug der Smartphones – entstanden sind.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Ortsbezogene Werbung statt Branchenbucheintrag und Schweinebauchwerbung?

Bis vor ein, zwei Jahren entzündeten sich fast alle Debatten über den Siegeszug des Internets und die veränderte Mediennutzung noch hauptsächlich am “Zeitungssterben”, es wurde fast immer nur über die Auswirkungen auf Zeitungen und Zeitschriften diskutiert. Mittlerweile jedoch wird immer deutlicher, dass das ständig verfügbare Internet auch alle anderen Medien umkrempelt. Zu den beliebtesten Schlagwörtern gehört jetzt auch in Deutschland der “Second Screen”, also das Surfen auf dem Smartphone, dem Tablet oder Laptop während des Fernsehens. Die Zahlen sprechen dabei eine eindeutige Sprache, laut einer aktuellen Studie ist das Multitasking deutlich verbreiteter, als man zunächst annehmen würde:

Mehr als die Hälfte tut es beim Fernsehen: Knapp 56 Prozent der Deutschen haben während des abendlichen TV-Konsums ein zweites Gerät laufen. Führend ist hierbei das Notebook (52 Prozent), gefolgt von Smartphone (37 Prozent) und Desktop (29 Prozent).

Die Mehrheit der Deutschen kann also auch während des Fernsehens nicht die Hand vom Internet lassen, gefragt danach, was genau sie dabei machen, wurden folgende Tätigkeiten angegeben:

Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) nutzt den Second Screen, um nebenher im Internet zu surfen, 47,7 Prozent lesen und schreiben Mails, 35,6 Prozent nutzen soziale Netzwerke.

Nun kann man sich lange Gedanken machen, wie sich das Fernsehverhalten dadurch ändert, entscheidend ist jedoch ein anderer Punkt. Die 56 Prozent zeigen mehr als eindrucksvoll, wie das Internet – in welcher Form auch immer – den Alltag dominiert. Der klassische “Fernsehabend”, bei dem die ganze Familie im Wohnzimmer gebannt auf den Fernseher starrt, stirbt aus. Vorbei sind die Zeiten, in denen sogar die Wohnzimmereinrichtung auf den Fernseher ausgerichtet war, in denen die Tagesschau pünktlich um 20:00 Uhr wie selbstverständlich den Abend einläutet. Stattdessen ist man jetzt immer online, ständig vernetzt.

Das Telefonbuch hat ausgedient

Wenn jeder das Internet – egal, ob auf dem Tablet, Smartphone oder Laptop – eh zur Hand hat, was passiert dann wohl, wenn der Fernseher seinen Geist aufgibt? Früher war die Sache einfach: Entweder hatte man “seinen Fernsehtechniker” (meist auch noch von dem Laden, von dem der Fernseher wie sämtliche Vorgängergeräte stammte), oder man blätterte im örtlichen Telefon/Branchenbuch, um einen Reparaturservice ausfindig zu machen. Schließlich stand ja auch in jedem Haushalt ein Telefontisch, auf dem neben dem Telefon auch ein Notizzettel und die Telefonbücher lagen.

Der ehemals als nützlich empfundene Telefontisch ist aber Vergangenheit, im Zeitalter der Smartphones geht niemand mehr zum Telefontisch, niemand blättert in Telefonbüchern. Stattdessen wird in den sozialen Netzwerken nachgefragt, wer einen guten Reparateur kennt (“Mist, jetzt ist der Fernseher abgeschmiert. Irgendwer mit einem guten Reparaturtipp? THX”), oder es wird “eben gegoogelt”. Ist der Fernseher etwa in Hamburg defekt, dann wird bei Google etwa “Reparatur Fernseher Hamburg” eingegeben. Oder, Hamburg ist schließlich groß, niemand macht gerne unnötig weite Wege, “Hamburg St. Georg Reparatur Fernseher”. Dann wird eventuell noch kurz geschaut, wie die besten Treffer bei Bewertungsportalen wie Qype abgeschnitten haben – und man hat seinen Reparaturdienst.

Oder der Fernseher wird gar nicht repariert, denn kaum hat man bei Google “Reparatur Fernseher Hamburg” eingegeben, schon erscheint verlockende Werbung (“Internetfähiger LCD-Fernseher, Bildschirmdiagonale 50 Zoll, 3D-Technologie ohne Brille, keine Anzahlung, nur 24 Monatsraten à 24 Euro”) vom nächstgelegenen Elektrohändler. Oder in den sozialen Netzwerken weist jemand auf den Fernseher hin, den er vor einer Woche selbst gekauft hat (“Reparieren? Lohnt doch heutzutage kaum noch. Habe mir letzte Woche ein Schnäppchen mit 55 Zoll geschossen, kann ich nur empfehlen!”).

Und der Vorgang betrifft beileibe nicht nur einen defekten Fernseher, sondern fast alle Bereiche. Die Moderatorin im Fernsehen trug ein chices Oberteil? In den sozialen Netzwerken nachfragen, von welchem Hersteller das ist, nächstbesten Händler googeln. In dem chicen, neuen Oberteil kommt man sich leicht übergewichtig vor? Im Internet die Erfahrungsberichte über nahgelegene Fitnessstudios überfliegen. Im Fitnessstudio einen netten Mann kennengelernt? Gleich mal im Hamburger Dating-Forum nach dem romantischsten Restaurant mit Elbblick fragen.

Streuverluste minimieren

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, vermutlich sogar bis zum endgültigen Ende, bei dem dann von den Angehörigen nach “Beerdigungsinstitut Hamburg St. Georg” gesucht wird. Wer jedoch nicht in der Liste auftaucht, ist das Unternehmen, das für zwar für klassische Branchenbucheinträge und alle möglichen Werbemaßnahmen in Telefonbüchern sehr viel Geld ausgegeben hat, aber im Internet praktisch nicht präsent ist.

Gleiches gilt für Firmen, die auf Anzeigenbeilagen in den regionalen Zeitungen setzen, aber ebenfalls das Internet links liegen lassen. Diese als “Schweinebauchwerbung in der Totholzpresse” verschriene Anzeigenform fliegt schlimmstenfalls vom Briefkasten ins Altpapier, wird bestenfalls von den potenziellen Käufern überflogen – aber zu welchem Zeitpunkt? Wie hoch ist die Chance, dass die Schweinbauchwerbung mit den neuen Fernsehern genau in dem Moment auf dem Wohnzimmertisch liegt, wenn der Fernseher kaputt geht, selbst wenn jede Woche eine neue Anzeigenbeilage finanziert wird?

Die Streuverluste sind einfach enorm, ein Problem, das es im Internet natürlich auch gibt – aber es lässt sich deutlich effektiver minimieren. Unternehmen kommen heutzutage einfach nicht mehr um das Internet herum, sie müssen eine digitale Werbestrategie entwickeln. Es geht nicht darum, auf klassische Werbung vollkommen zu verzichten, ein guter Werbemix ist noch immer das A und O im Marketing, aber Werbetreibende müssen Antworten auf zentrale Fragen finden. Um bei dem Beispiel mit dem Fernseher zu bleiben: Ein Fernsehhändler in St. Georg muss es schaffen, dass Leute, die nach “Hamburg Fernseher St. Georg” suchen, bei ihm auf der Homepage landen. Und da ist deutlich mehr als reine Suchmaschinenoptimierung (SEO) gefragt: Von Location-Based Advertising über Social Media, Digital Relations, Online-PR, SEO, SEM, SMM, SMO bis hin zu SEO-PR.

Hört sich furchtbar kompliziert und nach Fachchinesisch an, ist es aber nicht unbedingt. Im Blog wird Görs Communications in Zukunft einige der wichtigsten Maßnahmen erläutern. Wichtig ist vor allem, dass auch kleine und mittlere Firmen sich mit zentralen Problemen im Web auseinandersetzen. Was ist etwa, wenn man gar nicht mitbekommt, dass das eigene Unternehmen auf den Bewertungsportalen schlecht abschneidet? Was bringen einem tausende von Seitenaufrufe, wenn diese jedoch aus Süddeutschland stammen, man aber nur in Hamburg verkauft? Und wie erreiche ich meine Zielgruppe mit möglichst geringem Streuverlust, ohne als Spammer etc. wahrgenommen zu werden?

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache
Dass der anfangs erwähnte “Second Screen” nur eine Erscheinung des tiefgreifenden Medienwandels ist, untermauern die Zahlen zur digitalen Nutzung in Deutschland: Knapp 80 Prozent der Haushalte haben einen modernen Breitbandanschluss, knapp drei Viertel aller Internetnutzer in Deutschland sind in mindestens einem sozialen Online-Netzwerk angemeldet und knapp 40 Prozent aller Deutschen besitzen ein Smartphone – Tendenz steigend.

 

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Webperlen: Aufmerksamkeit für Organspende erzeugen, Blogparade über Blogparaden und eierlegende Wollmilch-PR

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Mit #catchthekidney Schaffung von Aufmerksamkeit für das Thema Organspende
  • Blogparade über Blogparaden: Die besten Tipps #Auswertung
  • I Forgot My Phone
  • “Fünf Journalisten/innen über ihre Arbeit im Internet” – Eine Mini-Doku über Journalismus im digitalen Wandel
  • Funktioniert Crowdfunding? Eine erste Bilanz
  • Der digitale Newsroom: eierlegende Wollmilch-PR

O tempora, o mores: Dass Blogs und Social Media eigentlich nur eine reine Zeitverschwendung sind, die allenfalls zum Tauschen von Katzenbildern nützlich sind, ist mittlerweile fester Bestandteil des kulturkritischen Lamentos. Dabei können diese wirklich sinnvolle Dinge leisten, wie Lars Fischer bewies, der mit #catchthekidney für die Schaffung von Aufmerksamkeit für das Thema Organspende sorgte:

Es fing ganz undramatisch an, indem Lars über seine geplante Nierentransplantation genauso twitterte, wie über das übliche, also über Wacken, Wissenschaft, Bier und Seegurkenpenisse. Und dann bekam das Ganze plötzlich ein Eigenleben, das in einer unfreiwilligen Kampagne endete, an deren Ende etliche davon überzeugt waren, sich endlich einen Spenderausweis zuzulegen.

Ergeben Blogparaden Sinn? Ja, auf jeden Fall, wenn man diese Auswertung über die Blogparade über Blogparaden zugrunde legt:

In einem Punkt sind sich die meisten Teilnehmer einig: Blogparaden bedeuten zwar viel Arbeit, lohnen sich allerdings. Wenn Veranstalter den Schwerpunkt auf das Thema und den daraus resultierenden Mehrwert – und nicht auf Sichtbarkeit und Werbewirkung – legen, kann eine Blogparade eine Bereicherung für alle Beteiligten sein.

Der ewige Wegbegleiter Smartphone: Wie stark die Alleskönner mittlerweile den Alltag dominieren, bringt der Blogbeitrag “I Forgot My Phone” (via) und ein kurzes YouTube-Video auf den Punkt:

Ich interagiere zwar mit vielen Menschen, doch diese stecken zumeist in einem kleinen Smartphone. Auch wenn ich im realen Leben unter Menschen bin, greife ich oft zum Smartphone “um mal eben kurz zu checken, was so los ist”.

Und ein weiterer spannender Beitrag (via) zum Thema Medienwandel, eine Mini-Doku über Journalismus im digitalen Wandel zeigt auf kurze, zum Teil amüsante Art und Weise auf, dass schlichte Schwarz-Weiß-Malerei nicht angebracht ist:

Dass der Journalismus dem digitalen Wandel nicht hilflos gegenüber steht, zeigt die Mini-Doku “Fünf Journalisten/innen über ihre Arbeit im Internet” von Jonathan Schmitt und Mario Chavarria. Zu Wort kommen Carolin Neumann, Daniel Bröckerhoff, Martin Giesler, Tilo Jung und Thomas Wiegold, die allesamt von ihrem Tun berichten und erklären, welche Rolle das Social Web dabei für sie spielt.

NDR Info startet zudem eine neue Serie über die Zukunft des Journalismus. Als Auftakt wurde eine erste Bilanz gezogen, ob Crowdfunding funktioniert:

Der freie NDR Fernsehjournalist und Eins-Plus-Moderator Daniel Bröckerhoff kritisiert, dass viele Journalisten ihre Crowdfunding-Projekte zu niedrig veranschlagen und etwa keine Honorare einrechnen.

Und zum Abschluss der Webschau in diesem Blog ein verwandtes Thema: Was wird eigentlich von einem digitalen Newsroom in Zeiten des digitalen Wandels erwartet? Offensichtlich sehr viel, denn er soll so etwas wie “eierlegende Wollmilch-PR” sein:

PR-News sollten in Suchmaschinen auffindbar, auf Social-Media-Plattformen teilbar und auf mobilen Geräten verfügbar sein. Der Newsroom sollte also ohne Zugangshürden daher kommen. Denn passwortgeschützte Pressebereiche sperren Google und interessierte Leser aus.

 

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Webperlen: Springer im 21. Jahrhundert, Aktuelle Social Media Zahlen 2013 und Krisenmanagement

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Axel Springer: Die Welt, ein großes Experiment
  • Social Media Zahlen 2013 für Xing, Linkedin, Pinterest, Facebook, Google+ und Twitter
  • Videotelefonie wird Standard
  • Chrome for Android hat nur 3 Prozent Marktanteil
  • Infografik: Die 200 Ranking-Faktoren von Google
  • Beobachtungen der Woche
  • Krisenmanagement auf Facebook – Taco Bell kämpft um Wiedergutmachung
  • PC-Hersteller schlagen zurück
  • Ich will keinen Medientrailerpark, ich will ein mediales Schlaraffenland

Ist das der Journalismus im 21. Jahrhundert? Wie Newsroom.de unter “Axel Springer: Die Welt, ein großes Experiment” berichtet, krempelt Springer nicht nur die Inhalte und die Form der Zeitungen bzw. Onlineangebote um, sondern zieht eröffnet einen völlig neuen Newsroom.

Die Ullstein-Halle, die im Jahr 2004 eingeweiht wurde und in der seitdem viele legendäre Springerfeten und glamouröse Feste (B.Z.-Kulturpreis, Die Goldene Kamera) bis in den frühen Morgen gefeiert wurden, wird das neue journalistische Zentrum von Axel Springer, die Herzkammer der journalistischen Aktiengesellschaft soll hier schlagen und im ganzen Haus zu hören sein. Auf fast 1000 Quadratmetern werden dann mindestens 100 Journalisten der überregionalen Redaktion zusammenarbeiten, weitere Redakteure sollen in “unmittelbarer Nähe” arbeiten, bestätigte eine Sprecherin von Axel Springer Newsroom.de-Informationen.

Zahlen, Zahlen, Zahlen. Unter “Social Media Zahlen 2013” erfährt man, wie sich die sozialen Netzwerke entwickelt haben. Twitter hat sich demnach folgendermaßen entwickelt:

- Weltweit gibt es ca. 500 Mio Twitterkonten (Stand: Juli 2012)
- 200 Mio monatlich aktive Nutzer (Stand: Dez. 2012)
- Deutschsprachige Twitterkonten gibt es 825.000 (Quelle: Webevangelisten)

Und weiter mit den Statistiken. Wie BITKOM berichtet, wird Videotelefonie zunehmend Standard:

Videotelefonie setzt sich allmählich durch. Fast jeder dritte Internetnutzer (31 Prozent) nutzt die entsprechenden Angebote von Skype, Facebook, Google, Apple und Co. Das sind 17 Millionen Bundesbürger, also jeder vierte (24 Prozent) aller Personen ab 14 Jahre. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM. Anfang 2011 waren es noch 7 Millionen.

Eine Zahl, die Google sicher nicht erfreuen wird. Trotz der (extrem) starken Stellung, die der Suchmaschinengigant im Internet und auf den Smartphones hat, hat Chrome for Android nur 3 Prozent Marktanteil:

Auch wenn weltweit längst mehr Android- als iOS-Smartphones genutzt werden, sieht diese Statistik bei den Online-Browsern aktuell noch ganz anders aus: Apples Safari-Browser kommt auf satte 60% Marktanteil und hält den zweitplatzierten Android Browser mit “nur” 20% Marktanteil noch locker auf Abstand. Den dritten Platz belegt der Opera Mini mit einem Marktanteil von gut 10%.

Eine Grafik, die einmal mehr verdeutlicht, dass SEO mehr ist, als nur Links zu generieren. Die 200 Ranking-Faktoren von Google:

Die passende Infografik zu Deans Liste haben wir auf dem searchenginejournal gefunden. Dankeswerterweise wurden die Faktoren der Übersichtlichkeit wegen in zehn Bereiche unterteilt. Als da wären: Domain Factors, Page Factors, Site Factors, Backlink Factors, User Interaction, Special Algorithm Rules, Social Signals, Brand Signals, On-Site Webspam Factors, Off-Page Webspam Factors.

In SEO-Kreisen hat das Penguin 2.0 Update in den vergangenen Wochen für ziemliche Aufregung gesort, die sich aber nun langsam legt, wie man den “Beobachtungen der Woche” entnehmen kann:

Das Penguin 2.0 Update ist durch. Wirklich riesig war es nicht. Wer Links disavowed hatte, ohne einen Reinclusion Request zu stellen, dessen Disavow-Anordnung wurde anscheinend mit Pinguin 2.0 erst vollzogen. Dazu gibt es einen super Artikel zum Disavow Tool bei Moz. Leider denken immer noch die meisten, dass Pinguin etwas mit gekauften Links zu tun hätte.

Krisenkommunikation im 21. Jahrhundert, ein guter Beitrag darüber, wie Taco Bell auf Facebook um Wiedergutmachung kämpft:

Aktuell befindet sich Taco Bell in einer Situation, die sich kein Unternehmen wünscht. Nicht nur Facebook, sondern Twitter, viele Blogs und Nachrichtenportale zeigen ein Foto eines Mitarbeiters, welcher mehrere Tacos mit der Zunge ableckt.

Und eine weitere Alternative für den Google Reader. RSS-Reader Feedly öffnet sich für Dritt-Apps:

Das heißt, man muss nicht mehr die Feedly-App nutzen, man kann später seinen bisherigen RSS-Client nutzen. Die Feedly-Macher haben im Hintergrund bereits mit den Machern beliebter Apps wie Reeder, Press, Nextgen Reader, Newsify und gReader gearbeitet. Das sind definitiv großartige News.

Das Rennen zwischen Tablet- und PC-Herstellern kennt einen Sieger, den Verbraucher, die PC-Hersteller schlagen zurück:

Durch mobile Geräte in die Defensive gedrängte Computerhersteller und ihre Partner planen die Gegenoffensive. Die Waffen der PC-Bauer: Niedrigere Preise und ein geringerer Energieverbrauch. [...] Die Branche will das Geld von Konsumenten zurückgewinnen, in dem sie Eigenschaften von Smartphones und Tablets kopiert, für die Verbraucher zunehmend Geld ausgeben.

Und zum Abschluss der Webschau in diesem Blog gibt es noch einen Verweis auf einen sehr subjektiven, aber trotzdem äußerst lesenswerten Beitrag zur Zukunft der Medien:

Theoretisch könnten mir die “alten” Medien immer mehr egal werden, schließlich finde ich genug Substition in Blogs, internationalen Online-Medien und dank meiner diversen Timelines, die immer wieder feine Sachen heranspülen.

Praktisch bin ich aber traurig, dass es nicht noch mehr Angebote gibt und dass so viele Medienschaffende nicht die Chancen am Schopfe packen, die sich gerade ergeben.

Den ganzen Beitrag findet man unter “Ich will keinen Medientrailerpark, ich will ein mediales Schlaraffenland“.

 

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Google Maps und Location Based Advertising (LBA)

MAps

Gestern hat Google auf der jährlichen Internetkonferenz I/O die neuen Dienste des Suchmaschinenkonzerns vorgestellt. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurde keine bahnbrechende Entwicklung verkündet, sondern hauptsächlich kleinere, interessante Dienste und Überarbeitungen.

Unter anderem nimmt Google sich jetzt ein Beispiel an Last.fm, Pandora und Spotify und bietet einen eigenen Musikstreamingdienst an, für den die Nutzer (erstmalig in der Google-Geschichte) auch Geld zahlen sollen, bisher hat der Konzern fast ausschließlich von den Werbeeinnahmen gelebt. Google+, das soziale Netzwerk von Google, dessen Erfolg bisher unter den Erwartungen bleibt, wurde optisch aufgemotzt und mit ein paar neuen Funktionen wie etwa einem Messenger versehen. Außerdem wurde die Verzahnung mit anderen Diensten wie beispielsweise Google Maps weiter verbessert.

An Google Maps selbst hat Google enorme Verbesserungen vorgenommen – scheinbar sieht der Konzern in diesem Dienst ein entscheidendes Zukunftsfeld, laut der WELT ist der Dienst sogar vollkommen umgekrempelt worden:

Der Dienst wird komplett umgekrempelt, um dem Nutzer künftig eine auf seine persönlichen Bedürfnisse angepasste Karte anzuzeigen. Wer nach einem indischen Restaurant sucht, bekommt alle indischen Restaurants in der Gegend samt ihren Bewertungen angezeigt. Wer nach Starbucks sucht, könnte automatisch einen passenden Kaffee-Gutschein bekommen – der wird dann direkt in die digitale Geldbörse “Wallet des Mobiltelefons eingefügt.

Der Dienst wird damit längst nicht mehr so statisch, sondern deutlich interaktiver und individueller werden, wenn man das rastante Smartphone-Wachstum berücksichtigt, dann kann man auch sehr gut nachvollziehen, warum Google so viel Zeit und Geld in das Projekt investiert. Der Konzern selbst spricht sogar von einem “weiteren Schritt auf dem Weg zur nächsten Generation von Karten”:

Und während ihr es benutzt, lernt das neue Google Maps laufend dazu. Wenn ihr beim Suchen in Google eure Lieblingsplätze markiert und Erfahrungsberichte schreibt, erhaltet ihr intelligentere Empfehlungen für Orte, die euch auch gefallen könnten, wie beispielsweise Restaurants in der Nähe. Anders ausgedrückt: Je mehr ihr Maps nutzt, desto persönlicher werden die Karten für euch.

Unser Streben nach der perfekten Karte wird nie beendet sein. Aber wir freuen uns über diesen weiteren Schritt auf dem Weg zur nächsten Generation von Karten.

Die Frage für PR-, Werbung- und Marketingfachleute dürfte dabei zunächst einmal wichtig sein, wie sich das Verhalten der Nutzer durch das verbesserte Google Maps ändern wird. Wird der Dienst in Zukunft nur zum reinen Navigieren benutzt, oder auch, um das passende Cafe zu finden? Oder auch, um den passenden Einkaufsladen oder Dienstleister zu finden? Wie stark macht der Nutzer sein Konsumverhalten von Google Maps abhängig und welche Möglichkeiten gibt es für Location Based Advertising (LBA), also der ortsbezogenen Werbung?

Insgesamt dürfte das ein ziemlich starkes Zukunftsfeld für die gesamte Digital Relations-Branche werden. Wie schafft man es, dass die Nutzer von Google Maps zu einem finden, ohne auf plumpe Manipulationen wie etwa gefakte Kommentare/Nutzerempfehlungen zu setzen? Und welche Möglichkeiten bieten sich an, um gezielt Werbung auf den mobilen Endgeräten zu schalten, bei der der Streuverlust nurminimal ist und das Budget im vertretbaren Rahmen bleibt?

Fragen, auf die eine Antwort gefunden werden muss – schließlich ist die Zukunft nicht nur digital, sondern auch mobil.

 

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