06/12/2019

Werbung auf Twitter schalten

Absicht oder Versehen? Gestern hat Twitter die Analysefunktion “Twitter Analytics” für alle User freigeschaltet, die bisher den Werbekunden von Twitter vorbehalten war. Und das auch nicht ohne Grund, das Analysetool ist primär auf die Auswertung der Follower und der Timeline-Aktivitäten inklusive Faves, Retweets und Replies ausgelegt, zudem kann man sich die Daten auch als CSV- oder XLS-Datei herunterladen.

Damit dürfte der Nutzen von Twitter Analytics für “normale” Twitter-User eher gering sein, während Werbetreibende natürlich auf solche Informationen angewiesen sind, um handfeste Informationen über ihren Erfolg bzw. Misserfolg auf Twitter zu erhalten. Was jedoch erstaunte, war, dass Twitter sich selbst nicht zur Freischaltung von Twitter Analytics für alle User äußerte, sondern US-Medien (zuerst The Next Web und dann Mashable) darüber berichteten, dass das Analysetool allen Usern offensteht.

"Zur Zeit akzeptieren wir nur Werber, die auf Englisch tweeten und in den USA ansässig sind."

“Zur Zeit akzeptieren wir nur Werber, die auf Englisch tweeten und in den USA ansässig sind.”

Heute hat Twitter dann den Rückzug gemacht, das Analysetool ist für normale User nicht mehr zugänglich. Twitter selbst hüllt sich in Schweigen, auf dem Twitter-Blog findet sich nichts dazu. Über die Gründe hierfür kann nur spekuliert werden, entweder hatte Twitter erst gar nicht vorgehabt, die Funktion für Twitter-User nutzbar zu machen, oder Twitter hat den Rückzug angetreten, da sie es mit technischen Problemen zu tun bekommen haben. Sei es, wie es sei, das Tool steht jetzt nicht mehr allen Usern, sondern nur den Werbetreibenden offen.

Als Deutscher Werbung auf Twitter schalten

Will man also Zugriff auf Twitter Analytics bekommen, muss man erst Werbetreibender auf Twitter werden. Twitter selbst schreibt zwar “Zur Zeit akzeptieren wir nur Werber, die auf Englisch tweeten und in den USA ansässig sind”, was jedoch nur die halbe Wahrheit ist, da sich unter den Werbetreibenden auch mehrere deutsche Firmen befinden. Grundsätzlich hat Twitter jedoch damit zu kämpfen, dass das Unternehmen noch immer eine überschaubare Größe hat, weshalb es längst nicht mit den weltweiten Vertriebsstrukturen von Facebook mithalten kann. Deshalb beschränken sie die Schaltung von Werbung auf den amerikanischen Heimatmarkt und auf ausgewählte Kunden aus dem Ausland (und damit auch aus Deutschland).

Am einfachsten haben es hier natürlich deutsche Unternehmen, die auch in Amerika tätig sind. Die können sich über ihre amerikanische Dependancen anmelden, um auf diese Weise die Auslands-Regel zu umgehen. Alternativ kann man hierfür natürlich auch einen amerikanischen Marketing-Dienstleister in Anspruch nehmen, der für einen die Werbeschaltungen übernimmt.

Eine dritte Variante wäre es natürlich auch noch, Twitter vorzugaukeln, man sei ein Amerikaner, wovon wir von Görs Communications aber dringend abraten, da a) Twitter nicht dumm ist und b) ja auch Rechnungen zu bezahlen sind, die später beim Kunden und/oder dem Finanzamt vorgelegt werden müssen.

Außerdem kann man sich direkt bei Twitter melden und dort beantragen, zur Werbeschaltung zugelassen zu werden. Dazu muss man sich  zunächst unter https://business.twitter.com/start-advertising?link_region=nav mit seinem Twitter-Account anmelden. Dann wird von Twitter gefragt, aus welchem Land man kommt, ob das Werbebudget unterhalb oder oberhalb von 5.000 Dollar liegt, der Vor- und Nachname, die Emailadresse und weitere Daten:

Registrieren_Twitter

Und dann heißt es hoffen, dass Twitter einen akzeptiert.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Görs Communications unterstützt Alfa Laval Mid Europe bei der Crossmedia-Kommunikation

Alfa Laval Mid Europe, einer der weltweit führenden Anbieter von industriellen Produkten und kundenspezifischen Verfahrenslösungen, betraut die Hamburger Agentur Görs Communications mit crossmedialer Mediaplanung und -schaltung, Public Relations und Suchmaschinenmarketing

Logo Alfa LavalHamburg / Glinde 18. Februar 2013 – Crossmedia-Kommunikation im B2B-Bereich: Die Hamburger Agentur Görs Communications steht ab sofort Alfa Laval Mid Europe (www.alfalaval.de) mit medienübergreifendem Business-to-Business Marketing zur Seite. „Durch die enge Verzahnung von klassischer PR / Öffentlichkeitsarbeit und Marketing mit Onlinemarketing und Suchmaschinenoptimierung setzt Alfa Laval Mid Europe auch im B2B-Geschäft auf integrierte Kommunikationsmaßnahmen. Unter den Unternehmen der Prozessindustrie und der Verfahrenstechnik gilt Alfa Laval bereits als besonders innovativ, eine Eigenschaft, die sich in Zukunft noch stärker in allen Formen der Außendarstellung widerspiegeln wird“, sagt Daniel Görs, Inhaber der PR- und Werbeagentur Görs Communications (www.goers-communications.de).

„Dank der großen Innovationskraft und dem für Alfa Laval hohen Qualitätsstandard ist das Unternehmen bestens für die Zukunft aufgestellt“, sagt Claudia Berg, Local Communications Manager Alfa Laval Mid Europe, „diese hohen Ansprüche spiegelt auch unsere integrierte Crossmedia-Kommunikation wider.“ Unter dem Dach von Alfa Laval Mid Europe hat das börsennotierte Unternehmen Alfa Laval, das weltweit in mehr als 100 Ländern vertreten ist, die Vertriebs-, Service- und Marketingaktivitäten für Deutschland, Österreich und die Schweiz konzentriert. Insgesamt beschäftigt Alfa Laval Mid Europe rund 300 Mitarbeiter am Unternehmenssitz im schleswig-holsteinischen Glinde, im Wiener Neudorf und in Dietlikon in der Nähe von Zürich.

„Alfa Laval hat den Sprung in das digitale Zeitalter frühzeitig und erfolgreich gemeistert. Eine starke Basis, auf der wir gemeinsam aufbauen, um die Bekanntheit und die Medienpräsenz in den nächsten Jahren kontinuierlich zu steigern. Vor allem im Internet, ohne aber die klassischen Kommunikationswege zu vernachlässigen“, betont Agenturchef Daniel Görs.

Alfa Laval in Kurzform:
Alfa Laval ist ein führender Anbieter von Produkten und kundenspezifischen Verfahrenslösungen. Unsere Komponenten, Anlagen, Systeme und unser Service tragen zur Optimierung der Prozesse unserer Kunden bei, immer und immer wieder.
Wir helfen, wenn es um Wärmeübertragung, mechanische Separation oder den Transport verschiedenster Medien geht, wie zum Beispiel Öl, Wasser, Chemikalien, Getränke, Lebensmittel, Stärke und pharmazeutische Produkte. Als globales Unternehmen sind wir in mehr als 100 Ländern vertreten.

Wie nehme ich Kontakt zu Alfa Laval auf?
Kontaktpersonen und -adressen weltweit werden auf unserer Website gepflegt. Bei Interesse besuchen Sie gerne die Homepage www.alfalaval.de

Medienkontakt:
Claudia Berg – Local Communication Manager,
Alfa Laval Mid Europe GmbH
Telefon: +49 40 7274 2200
Mobile: +49 151 234 74239
E-Mail: claudia.berg-pawellek [at] alfalaval.com
Presseportal: http://local.alfalaval.com/de-de/about-us/presse/pages/default.aspx
Kontakt: http://local.alfalaval.com/de-de/kontakt/pages/default.aspx

Über Görs Communications:
Görs Communications bietet professionelle Public Relations / Öffentlichkeitsarbeit, Werbung / Marketing und Kommunikation für Unternehmen, die im Wettbewerb ganz vorne sein wollen. Unter dem Motto „Bekanntheit. Aufmerksamkeit. Umsatz.“ bietet Görs Communications (Hamburg / Lübeck) Ideen und Umsetzung für den crossmedialen Erfolg: PR Beratung und Werbeberatung, die sich für Kunden direkt auszahlt.

Kontakt:
Görs Communications
Königstraße 1
22767 Hamburg
+49 40 88238519
info[at]goers-communications.de
www.goers-communications.de

Lesenswertes: Web-Journalismus, Facebook-Bashing und Vine

Das t3n Magazin hat ein längeres Interview mit dem Süddeutsche.de-Chef Stefan Plöchinger über Web-Journalismus, den Medienwandel und seinen persönlichen Arbeitsalltag geführt.

Bemerkenswert ist seine persönliche Mediennutzung und seine ausgeprägte Technikaffinität, so antwortet er auf die Frage, wie er in der digitalen Nachrichtenflut Ordnung hält, mit folgenden Sätzen (Hervorhebung durch Görs Communications):

Ich nutze RSS-Feeds, um alle Branchennews zu scannen. Ansonsten lese ich viel auf dem iPad, vor allem die digitale Version unserer gedruckten Zeitung. Zudem besuche ich drei bis vier mal am Tag die Websites der großen deutschen Nachrichtenseiten. Das sind Süddeutsche.de, Spiegel Online, Zeit Online, manchmal noch FAZ.net, im internationalen Kontext Guardian und New York Times. Also da, wo mich die Medienmarken interessieren, konsumiere ich sie direkt, rufe die entsprechenden Websites auf. Und bei Blogs und anderen Geschichten nutze ich RSS-Reader und Twitter.Ich selbst reise zudem sehr viel und habe deshalb auch keinen festen Bürorechner mehr, sondern ein MacBook Air. Im Büro nutze ich ein Thunderbolt-Display als Dockingstation. Simpel zu bedienende, gut miteinander synchronisierende Arbeitsgeräte – namentlich iPhone, iPad und MacBook – sind immens wichtig für mich.

Natürlich ist er insofern ein Sonderfall, da er erst 36 Jahre alt ist und Chef eines Online-Mediums ist, aber zumindest bei jüngeren Journalisten dürfte der Arbeitsalltag nicht viel anders aussehen – und die älteren Journalisten müssen sich über kurz oder lang anpassen. Gefragt, warum der deutsche Medienmarkt den Entwicklungen in Amerika hinterherhinkt, nennt Plöchinger zunächst die unterschiedliche Marktstruktur mit den Platzhirschen Bild und Spiegel, verweist aber auch auf die unterschiedliche digitale Kultur:

Der zweite Grund für dieses Hinterherhinken in Deutschland: Der digitale Medienbruch hat im angelsächsischen Raum schon früher eingesetzt. Die Verbreitung von Smartphones und Tablets, gerade in den Innovationszentren dieser Länder, ist einfach schon länger viel größer. Die deutsche Bevölkerung hat die neuen Medien noch nicht so stark angenommen und akzeptiert, deswegen gibt es auch einfach weniger Handlungsdruck seitens der Verlage bezüglich neuer Geschäftsmodelle im Internet.

Eine Feststellung, die sich auch schon in der Nutzung von Twitter als Wahlkampfplattform gezeigt hat. Das vollständige Interview mit Stefan Plöchinger findet man hier auf t3n.

Thomas Hutter setzt sich zudem in einem äußerst lesenswerten Blogbeitrag mit dem derzeit so beliebten Facebook-Gebashe auseinander, als Aufhänger dient ihm ein Blogpost von Daniel Mack, Sprecher für Netzpolitik und Sport bei den Grünen in Hessen. Besonders stoßen ihm die Verallgemeinerungen beim allseits beliebten Thema Datenschutz und die permanente Kritik an den Werbeschaltungen auf:

Welche Daten über eine App freigegeben werden, bestimmt bereits heute der Benutzer bei der Autorisierung einer Applikation, der Nutzer wird in keinem Fall gezwungen die Daten freizugeben, bzw. erhalten Applikationen keine Daten automatisch von Facebook [...]. Ebenfalls bestimmt der Nutzer transparent, welche Daten Freunde von ihm über eine Applikation freigeben kann [...]. Warum eine Datenfreigabe für individualisierte Werbung notwendig sein soll, entzieht sich meiner Phantasie. Ist es nicht vielmehr so, dass viele der gängigen Internetplattformen auf Grund meines Nutzerverhaltens individualisierte Werbung ausliefert? Google beispielsweise liefert mir Werbung anhand meines Standortes, meines Internetzugangs (Mobile vs Desktop), ja, sogar auf Grund meiner Suchanfrage direkt auf den Bildschirm. Remarketing ist bei vielen Plattformen aktiviert. Webseiten erkennen anhand von Cookies, ob ich bereits eine Werbeanzeige geklickt habe, und falls nicht und die Anzeige wurde schon mehrmals gezeigt, ändert sich plötzlich das Sujet… Was ist daran schlimm? Wo liegt das Problem, dass ich Werbung angezeigt bekomme, die mit meinen Interessen möglicherweise korrespondiert? Willkommen im Internet! Willkommen im Jahr 2013!

Auch wenn die Absätze teilweise sehr polemisch geschrieben sind, geht Hutter auf die vielen Vorwürfe sehr detailliert und sachlich ein, man wünschte sich, die notorischen Facebook-Kritiker würden ähnlich differenziert argumentieren. Zu dem Beitrag geht es hier.

Die TAZ hat sich gut eine Woche nach dem Start mit Twitters neuem Videodienst Vine auseinandergesetzt, bei dem die User Videos mit einer Gesamtlänge von sechs Sekunden hochladen können – also in etwa der Aufmerksamkeitsspanne, die man schon von den 140-Zeichen-Tweets kennt. Probleme bereitet Twitter dabei vor allem das leidige Thema Pornographie, wie so oft sind die Vertreter dieser Branche die Early Adopter und legen dabei auch noch eine unangenehme Aggressivität an den Tag:

Schnell zu erkennen ist aber auch, dass es mittels Vine inzwischen auch allerlei Freizügiges auf Twitter zu sehen gibt. Unter entsprechenden Tags, die man über die Vine-App aufrufen kann, fand sich schon nach wenigen Tagen Pornographisches. Peinlicherweise schaffte es einer der Hardcore-Clips sogar am Montag in die „Von der Redaktion empfohlen“-Rubrik, die jeder Neunutzer als erstes vorgesetzt bekommt. „Menschliches Versagen“ sei das gewesen, kommentierte ein Twitter-Sprecher.

Den Artikel mit der bezeichnenden Überschrift “Zu viel #porn bei Vine” findet man im Online-Angebot der TAZ hier.

 

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Zeitungskrise: Onliner sehen Print nicht kurz vor dem Aussterben

Surfer geben der klassischen Zeitung eine Zukunft – aber in gewissen Grenzen: Das Spectos-Institut hat insgesamt 1.728 Internet-User über ihr Verhältnis zu Zeitungen, Nachrichten und der Mediennutzung befragt. Das Ergebnis ist eher durchwachsen, insgesamt fielen die Antworten folgendermaßen aus:

  • Auf die Frage “Denken Sie persönlich, dass gedruckte Zeitungen in Zukunft aussterben werden?” antworteten 26,4 Prozent mit Ja, 73,6 Prozent mit Nein. Knapp drei Viertel aller User gehen also davon aus, dass Print eine Zukunft hat – angesichts der im Netz gängigen Beschimpfung des “Totholzes” doch ein eher hoher Wert.
  • Die Qualität von Zeitungen wurde sehr hoch eingeschätzt, auf die Frage “Wie zufrieden sind Sie mit der Qualität der erhältlichen gedruckten Zeitungen?” erhielten die Blätter auf einer Skala von 1 bis 5 einen Punktedurchschnitt von 3,8.
  • Die Gründe für das Zeitungssterben werden hauptsächlich in den Kosten gesehen, auf die Frage “Viele Menschen haben heutzutage kein Abonnement mehr für gedruckte Zeitungen, Zeitschriften oder Magazine. Was denken Sie, was ist der Hauptgrund?” gaben 38.95 Prozent an, dass die Informationen kostenlos im Internet verfügbar sind, 31.29 Prozent, dass die Abos zu teuer sind, 25.1 Prozent monierten die fehlende Zeit zum regelmäßigen Lesen und 4,66 Prozent machten ein Desinteresse an Nachrichten aus. Bedenkt man, dass “kostenlose Informationen im Internet” und “teure Abos” zusammenhängen, dann ist der Kostenblock für 70 Prozent entscheidend.
  • Gefragt, ob die Surfer selbst noch ein Abo (“In der Vergangenheit war immer wieder vom „Zeitungssterben“ zu hören. Besitzen Sie noch ein Zeitungs-Abonnement für gedruckte Zeitungen, Zeitschriften oder Magazine?”) besitzen, bejahten 65,9 Prozent die Frage, 34,1 Prozent verneinten sie.
  • Das Ergebnis zur bevorzugten Nachrichtenquelle überrascht auch, die Frage “Es gibt verschiedene Wege, sich über aktuelle Nachrichten zu informieren. Welche Möglichkeit nutzen Sie am liebsten?” wurde zu 45,5 Prozent mit Fernsehen, 37,5 Prozent mit der gedruckten Zeitung, 12,3 Prozent mit Online-Zeitungen und mageren 2,2 Prozent mit mobilen Zeitungen (Apps) beantwortet.

Insgesamt fällt auf, wie gut die Bewertungen der klassischen Print-Zeitung in der Umfage ausfällt. Dass die Abozahlen gleichzeitig seit Jahren rückläufig sind – und damit auch die Werbeeinnahmen; Görs Communications berichtete hier im Blog – lässt sich nur sehr schwer aus der Umfrage herleiten. Am ehesten trifft noch die Redewendung aus dem Matthäus-Evangelium zu: “Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach” zu. Im Prinzip schätzt man Zeitungen, man ist aber gleichzeitig nicht bereit, dafür auch zu zahlen.

 

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