07/12/2019

Webperlen: Springer im 21. Jahrhundert, Aktuelle Social Media Zahlen 2013 und Krisenmanagement

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Axel Springer: Die Welt, ein großes Experiment
  • Social Media Zahlen 2013 für Xing, Linkedin, Pinterest, Facebook, Google+ und Twitter
  • Videotelefonie wird Standard
  • Chrome for Android hat nur 3 Prozent Marktanteil
  • Infografik: Die 200 Ranking-Faktoren von Google
  • Beobachtungen der Woche
  • Krisenmanagement auf Facebook – Taco Bell kämpft um Wiedergutmachung
  • PC-Hersteller schlagen zurück
  • Ich will keinen Medientrailerpark, ich will ein mediales Schlaraffenland

Ist das der Journalismus im 21. Jahrhundert? Wie Newsroom.de unter “Axel Springer: Die Welt, ein großes Experiment” berichtet, krempelt Springer nicht nur die Inhalte und die Form der Zeitungen bzw. Onlineangebote um, sondern zieht eröffnet einen völlig neuen Newsroom.

Die Ullstein-Halle, die im Jahr 2004 eingeweiht wurde und in der seitdem viele legendäre Springerfeten und glamouröse Feste (B.Z.-Kulturpreis, Die Goldene Kamera) bis in den frühen Morgen gefeiert wurden, wird das neue journalistische Zentrum von Axel Springer, die Herzkammer der journalistischen Aktiengesellschaft soll hier schlagen und im ganzen Haus zu hören sein. Auf fast 1000 Quadratmetern werden dann mindestens 100 Journalisten der überregionalen Redaktion zusammenarbeiten, weitere Redakteure sollen in “unmittelbarer Nähe” arbeiten, bestätigte eine Sprecherin von Axel Springer Newsroom.de-Informationen.

Zahlen, Zahlen, Zahlen. Unter “Social Media Zahlen 2013” erfährt man, wie sich die sozialen Netzwerke entwickelt haben. Twitter hat sich demnach folgendermaßen entwickelt:

- Weltweit gibt es ca. 500 Mio Twitterkonten (Stand: Juli 2012)
- 200 Mio monatlich aktive Nutzer (Stand: Dez. 2012)
- Deutschsprachige Twitterkonten gibt es 825.000 (Quelle: Webevangelisten)

Und weiter mit den Statistiken. Wie BITKOM berichtet, wird Videotelefonie zunehmend Standard:

Videotelefonie setzt sich allmählich durch. Fast jeder dritte Internetnutzer (31 Prozent) nutzt die entsprechenden Angebote von Skype, Facebook, Google, Apple und Co. Das sind 17 Millionen Bundesbürger, also jeder vierte (24 Prozent) aller Personen ab 14 Jahre. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM. Anfang 2011 waren es noch 7 Millionen.

Eine Zahl, die Google sicher nicht erfreuen wird. Trotz der (extrem) starken Stellung, die der Suchmaschinengigant im Internet und auf den Smartphones hat, hat Chrome for Android nur 3 Prozent Marktanteil:

Auch wenn weltweit längst mehr Android- als iOS-Smartphones genutzt werden, sieht diese Statistik bei den Online-Browsern aktuell noch ganz anders aus: Apples Safari-Browser kommt auf satte 60% Marktanteil und hält den zweitplatzierten Android Browser mit “nur” 20% Marktanteil noch locker auf Abstand. Den dritten Platz belegt der Opera Mini mit einem Marktanteil von gut 10%.

Eine Grafik, die einmal mehr verdeutlicht, dass SEO mehr ist, als nur Links zu generieren. Die 200 Ranking-Faktoren von Google:

Die passende Infografik zu Deans Liste haben wir auf dem searchenginejournal gefunden. Dankeswerterweise wurden die Faktoren der Übersichtlichkeit wegen in zehn Bereiche unterteilt. Als da wären: Domain Factors, Page Factors, Site Factors, Backlink Factors, User Interaction, Special Algorithm Rules, Social Signals, Brand Signals, On-Site Webspam Factors, Off-Page Webspam Factors.

In SEO-Kreisen hat das Penguin 2.0 Update in den vergangenen Wochen für ziemliche Aufregung gesort, die sich aber nun langsam legt, wie man den “Beobachtungen der Woche” entnehmen kann:

Das Penguin 2.0 Update ist durch. Wirklich riesig war es nicht. Wer Links disavowed hatte, ohne einen Reinclusion Request zu stellen, dessen Disavow-Anordnung wurde anscheinend mit Pinguin 2.0 erst vollzogen. Dazu gibt es einen super Artikel zum Disavow Tool bei Moz. Leider denken immer noch die meisten, dass Pinguin etwas mit gekauften Links zu tun hätte.

Krisenkommunikation im 21. Jahrhundert, ein guter Beitrag darüber, wie Taco Bell auf Facebook um Wiedergutmachung kämpft:

Aktuell befindet sich Taco Bell in einer Situation, die sich kein Unternehmen wünscht. Nicht nur Facebook, sondern Twitter, viele Blogs und Nachrichtenportale zeigen ein Foto eines Mitarbeiters, welcher mehrere Tacos mit der Zunge ableckt.

Und eine weitere Alternative für den Google Reader. RSS-Reader Feedly öffnet sich für Dritt-Apps:

Das heißt, man muss nicht mehr die Feedly-App nutzen, man kann später seinen bisherigen RSS-Client nutzen. Die Feedly-Macher haben im Hintergrund bereits mit den Machern beliebter Apps wie Reeder, Press, Nextgen Reader, Newsify und gReader gearbeitet. Das sind definitiv großartige News.

Das Rennen zwischen Tablet- und PC-Herstellern kennt einen Sieger, den Verbraucher, die PC-Hersteller schlagen zurück:

Durch mobile Geräte in die Defensive gedrängte Computerhersteller und ihre Partner planen die Gegenoffensive. Die Waffen der PC-Bauer: Niedrigere Preise und ein geringerer Energieverbrauch. [...] Die Branche will das Geld von Konsumenten zurückgewinnen, in dem sie Eigenschaften von Smartphones und Tablets kopiert, für die Verbraucher zunehmend Geld ausgeben.

Und zum Abschluss der Webschau in diesem Blog gibt es noch einen Verweis auf einen sehr subjektiven, aber trotzdem äußerst lesenswerten Beitrag zur Zukunft der Medien:

Theoretisch könnten mir die “alten” Medien immer mehr egal werden, schließlich finde ich genug Substition in Blogs, internationalen Online-Medien und dank meiner diversen Timelines, die immer wieder feine Sachen heranspülen.

Praktisch bin ich aber traurig, dass es nicht noch mehr Angebote gibt und dass so viele Medienschaffende nicht die Chancen am Schopfe packen, die sich gerade ergeben.

Den ganzen Beitrag findet man unter “Ich will keinen Medientrailerpark, ich will ein mediales Schlaraffenland“.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Google stellt den Google Reader ein. Alternativen?

We launched Google Reader in 2005 in an effort to make it easy for people to discover and keep tabs on their favorite websites. While the product has a loyal following, over the years usage has declined. So, on July 1, 2013, we will retire Google Reader. Users and developers interested in RSS alternatives can export their data, including their subscriptions, with Google Takeout over the course of the next four months.

So Google ganz lapidar in einem Blogeintrag über den Frühjahrsputz beim Suchmaschinengiganten, in dem gleich das Ende von mehreren Diensten angekündigt wurde. Die Reaktionen sind alles andere als freundlich, im besten Fall erntet Google für das Einstellen von Google Reader zum 1. Juli 2013 Unverständnis. So schreibt Klaus Wedekind, dass es eine “mittlere Katastrophe [sei], wenn Google tatsächlich den Reader ausknipst“, im netzlogbuch ist vom “Schock in der frühen Morgenstunde” die Rede, Caschys Blog verkürzt das kurz und knapp auf “Schock!“, Patrick Breitenbach fasst die Bedeutung kurz und knapp zusammen:

Google stellt sein Projekt “Google Reader” zum 1. Juni ein, zum Ärgernis vieler Blogger, Jorunalisten und Wissenssammler, denn ein RSS-Reader ist nach wie vor das wichtigste Werkzeug um Nachrichten im Web zu sammeln, zu filtern, zu sichten und zu kuratieren.

Kritisiert wird inbesondere, dass Google in den letzten Jahren praktisch nichts in den 2005 gestarteten Dienst investiert hat, dieser aber aufgrund seiner Funktionalität und seinem schlichten Design noch immer die beste Lösung war, um von den verschiedenen Endgeräten auf die Feeds zugreifen zu können. Google Reader war nicht “hipp”, war niemals die “killer app”, es wurde wenig Aufhebens um den Google Reader gemacht, stattdessen war es einfach das Arbeitstier, das einem einen guten Überblick in der Nachrichtenflut gab, so schreibt Nico auf Lummerland:

Ich bin von der Einstellung von Google Reader ziemlich genervt. Nicht nur, weil ich seit Jahren dort alle meine Feeds lese und über verschiedenste Apps auf Google Reader zugreife und so immer fröhlich alle meine Feeds auf dem aktuellen Stand habe, egal ob iPhone, iPad, Nexus 7 oder Laptop, und die mobile Web Variante auf dem iPhone für das effizienteste Interface für das Konsumieren von Newsfeeds halte, nein, sondern auch weil die Einstellung von Google Reader mich persönlich trifft.

GoogleReaderTrends

Nr. 1 in den Trending Topics

Auf Twitter, wo Google Reader sofort an die Spitze der Trending Topics befördert wurde, drückt man sich dagegen weniger diplomatisch aus. Aber der Frust der Nutzer scheint sich durchaus in positiver Weise zu kanalisieren, eine erste Petition hat bereits in den ersten Stunden mehr als 18.000 Unterzeichner gefunden. Trotz des Social Media-Hypes ist RSS also alles andere als tot, RSS-Feeds werden weiterhin als äußerst praktische Alternative zur Facebook/Twitter/etc.-Timeline angesehen.

Auf netzwertig.com wird das Ende vom Google Reader sogar als Chance angesehen, der Platzhirsch verschindet mir nichts, dir nichts vom Markt, was natürlich die Konkurrenten freut (feedly hat auch sofort einen Blogpost erstellt, wie man vom Google Reader zu feedly wechselt), was im besten Falle sogar für neue Innovationen sorgt. Außerdem zeigt das Ende vom Google Reader einmal mehr, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, sich in die Abhängigkeit von einem Dienst zu begeben. Eine Kerbe, in die auch das geschätzte Pottblog (“Es zeigt sich mal wieder, dass kein genutzter Internet-Dienst wirklich auf Dauer verfügbar ist“) schlägt.

Alternativen zum Google Reader

Kaum war das Ende des Google Readers verkündet, fragten nicht wenige (frustrierte) Nutzer nach Alternativen. Und zwar möglichst so, dass die abonnierten Feeds vom Google Reader bequem importiert werden können. Unter den Favoriten befinden sich neben dem bereits erwähnten feedly Netvibes, NewsBlur, The old Reader, GoodNoows, BlogLines, Tiny Tiny RSS, Fever, NetNewsWire (für Mac-User) und Pulse.

Eine durchaus angenehme Auswahl, wobei fast alle Dienste ihre Vor- und Nachteile haben. Nach Ansicht von Görs Communications ist Feedly derzeit der Favorit, da der Dienst plattformunabhängig ist. Man kann ihn also – so wie man es vom Google Reader gewohnt ist – als Browseranwendung von PC/Laptop nutzen und es sind Apps für Android & Co. vorhanden. Aber auch hier gilt learning by doing, idealerweise probiert man drei oder vier Feed-Reader aus und bleibt anschließend bei dem, der einem intuitiv am besten zusagt.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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