30. May 2023

Facebook: Interaktion um jeden Preis?

„Drückt Gefällt mir, wenn ihr Sonne besser findet als Regen“, „Für jeden Like spenden wir einen Cent an die Aufzuchtstation für niedliche kleine Robbenbabys“ und „Wie geil war euer Tag? Unter allen Kommentaren verlosen wir einen abgefahrenen Ballermann-Bierdosenhalter!!!!!!“: Facebook war bekanntlich noch nie die Plattform für den Goethe- und Schiller-Lesekreis, aber in den letzten Monaten ist das Niveau noch weiter abgefallen. Dabei sind es häufig noch nicht einmal die Nutzer, die vornehmlich sinnfreien „Klick-mich-oder-stirb“-Kram posten, sondern ausgerechnet die angeblich „professionell“ betreuten Fanpages von Marken und Unternehmen.

Das Elend mit EdgeRank: Interaktion statt hochwertigem Content

Das Phänomen, dass viele Unternehmen und Marken (bzw. die von ihnen beauftragten Agenturen oder Social Media Berater) für ein wenig Interaktion dem Teufel ihre Seele verkaufen, zeigte sich bereits kurz nachdem Facebook populär wurde. Der Grund hierfür ist auch denkbar einfach gewesen: Bekanntheit erlangt man auf Facebook primär dadurch, dass Beiträge geteilt, gelikt oder kommentiert werden, denn dann erfährt auch der Freundeskreis von der Fanpage. Was insofern auch richtig ist, da Social Media keine Plattform nur zum Senden ist, sondern zum Austausch. Aber Interaktion, die den Markenwert steigert, und Interaktion um jeden Preis (ruiniertes Markenbild etc.) waren schon von Anfang an zwei Paar Schuhe, richtig schlimm wurde es aber erst mit dem EdgeRank.

Beim EdgeRank handelt es sich um den Algorithmus, mit denen Facebook die „Hauptmeldungen“ der Timeline zusammenstellt. Facebooknutzer kriegen hier seit vergangenem Jahr nicht mehr alle Statusmeldungen von Freunden und Seiten in die Timeline gespült, sondern nur noch die „wichtigen“. Und was wichtig ist, wird mittels individuellem EdgeRank bestimmt, der wiederum wesentlich von der Interaktion abhängt. Like, teile oder kommentiere ich jeden Post von einem Freund/einer Fanpage, dann erscheinen sämtliche Beiträge auch zukünftig in meiner Timeline, reagiere ich gar nicht auf die Posts, dann verschwinden zukünftig die Posts aus meiner Timeline. Für Fanpage-Beitreiber hat dies natürlich zur Folge, dass Sie nicht nur Fans „sammeln“ müssen, sondern auch noch dafür Sorge tragen müssen, dass die Fans sich ihrer Fanpage gegenüber nicht passiv zeigen, da ihre Posts sonst gar nicht mehr bei den jeweiligen Fans angezeigt werden – und die Fans dadurch nicht mehr erreicht werden können.

Um dem „Reichweitenschwund durch EdgeRank“ vorzubeugen, verlieren viele Fanpage-Betreiber jedes Schamgefühl und posten vornehmlich Sachen, mit denen sie Interaktion erzwingen können (bzw. von denen sie es annehmen). Am besten ist es witzig, zeigt nackte Haut und zu gewinnen – 1 Cent für die Robbenbabyaufzuchtstation bei jedem Like! – gibt es auch noch was. Und dazu soll es möglich auch noch aktuell sein und auf ein tolles Internet-Meme anspielen. Außerdem zirkulieren im Internet ja auch noch jede Menge „lustiger“ Sachen, die man einfach auf seiner Facebook-Seite zweit- oder drittverwerten kann, so wie das folgende Bild, das in den letzten zwei Wochen von gefühlten 10.000 deutschen Facebook-Seiten gepostet wurde:

Imagepflege mit einem adipösen Diktator?

Markenpflege mit einem adipösen Diktator?

Zumindest muss man dem „Witz“ mit Kim Jong-un noch zugute halten, dass auf das „Stilmittel“ nackte Haut verzichtet wurde – ansonsten ist es wohl prototypisch für den „Interaktivität um jeden Preis“-Trend seit der Einführung des EdgeRanks. Apropos Trend: Auf dieser Facebook-Seite (via) werden sogar die peinlichsten Posts gesammt – praktisch ein Museum des gesammelten Marketingschrottes im Web 2.0.

Würden Sie bei „Interaktivität um jeden Preis“-Marken einen Gebrauchtwagen kaufen?

Natürlich langweilt die „Interaktivität um jeden Preis“-Nummer auf die Dauer – bei dem einen dauert er etwas länger, bei dem anderen etwas kürzer – die Nutzer irgendwann zu Tode, was aber noch nicht einmal das Schlimmste ist. Die Social Media-Aktivitäten eines Unternehmens oder einer Marke sind kein Selbstzweck, sondern sollten die Marketing- und PR-Aktivitäten sinnvoll flankieren. Und da sollte man sich dann schon fragen, wie die „Interaktivität um jeden Preis“-Posts auf die Marke einzahlen. Würden Sie einen Gebrauchtwagen bei einem Unternehmen kaufen, dass auf Facebook um jeden Like bettelt und Witze mit einem adipösen Diktator einstellt? Vermutlich nicht, und dabei handelt es sich „nur“ um Gebrauchtwagen, im Finanz-, Immobilien und B2B-Bereich dürfte so ein Verhalten sogar noch deutlich verheerender auf das Markenbild einzahlen.

„Für wie blöd halten die mich eigentlich?“

Ein sehr unangenehmer Nebeneffekt der „Drückt Gefällt mir, wenn ihr Sonne besser findet als Regen“-Posts ist, dass der durchschnittliche Facebook-User die Strategie natürlich durchschaut und damit zwangsläufig das Gefühl entwickelt, dass das Unternehmen ihn für einen Volltrottel hält. Selbst wenn 1/10 der Fans – was ein sehr hoher Wert ist – bei solchen Aufforderungen auf den Like-Button drücken, so sind 9/10 der Fans vergrätzt. Und niemand will bei einem Unternehmen etwas kaufen, von dem er das Gefühl hat, dass das Unternehmen ihn für blöd hält. Und das dabei verlorende Vertrauen zurückzugewinnen ist weitaus aufwendiger, als irgendwelche „witzigen Bilder“ bei Facebook einzustellen.

Unser Tipp: Weniger kann auch mehr sein

Um trotz EdgeRank nicht die Reichweite zu und jegliches Schamgefühl zu verlieren, rät Görs Communications dazu, im Zweifel weniger zu posten. Wenn es keinen spannenden und/oder informativen Inhalt gibt, dann verzichtet man besser auf den Facebook-Eintrag, als irgendeinen (bestenfalls nutzlosen, schlimmstenfalls schädlichen) Kram bei Facebook einzustellen. Besser man konzentriert sich auf die wichtigen Beiträge, investiert dort mehr Mühe und Arbeitszeit, als irgendwelche Vorgaben (5 Posts pro Wochentag) zu erfüllen.  Natürlich „darf“ es auch mal witzig sein, aber die Betonung sollte auf „mal“ liegen, und „witzig“ und „geschmacklos“ sind wie­de­r­um zwei paar Schuhe.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Public Relations und Content Marketing Agentur Görs Communications setzt 15. internationale TRIZ Future Conference 2015 crossmedial in Szene

Die internationale Konferenz für Innovation und erfinderisches Problemlösen „TRIZ Future Conference“ kommt 2015 nach Deutschland. Görs Communications aus Hamburg konzipiert und setzt die Crossmedia-Kommunikation für den Innovationsgipfel in Berlin um.

Berlin/Hamburg, 16. Juli 2015 – Nach Lissabon (2012), Paris (2013) und Lausanne (2014) findet die internationale Innovations-Konferenz „TRIZ Future Conference“ (http://www.tfc2015.com) in diesem Jahr erstmalig in der deutschen Hauptstadt Berlin statt. Bei dem viertägigen Event (26. – 29. Oktober 2015) bietet die renommierte Konferenz Vorträge, Workshops, Austausch und wissenschaftliche Up-to-Date Informationen rund um Entwicklung, Produktion und Management von Innovationen. Nach einem mehrmonatigen Agentur Screening haben sich die Konferenz Veranstalter für die Crossmedia PR und Content Marketing Agentur Görs Communications (http://www.goers-communications.de) entschieden. „Wir haben nach einer erfahrenen und innovativen Kommunikationsagentur gesucht, die über das Verständnis und das Medien-Know-how für ein so ungewöhnliches Event wie die TRIZ Future Conference verfügt“, sagt Nina Defounga, Geschäftsführerin des Konferenzveranstalters Tom Spike (http://www.tomspike.com).

TRIZ Future Conference 2015

TRIZ Future Conference 2015

„Da die TRIZ Future Conference global eine der wichtigsten Innovations-Konferenzen ist, setzen wir bei den Kommunikationsmaßnahmen ebenfalls nicht auf ausgetretene Pfade,  sondern sorgen mit Crossmedia-Inhalten für mehr Bekanntheit und Teilnehmer. Unsere Konzeption rund um die TRIZ Future Conference Themen der strukturierten Innovation umfasst klassische PR / Öffentlichkeitsarbeit über Content Marketing bis hin zu Social Media, SEM und SEO Maßnahmen. Angepasst für die deutschsprachige DACH-Region sowie weltweit für das englischsprachige Ausland“, erklärt Daniel Görs, Inhaber der PR- und Werbeagentur Görs Communications.


Veranstalter: Innovationsberatung Tom Spike und European TRIZ Association (ETRIA)

Die 15. internationale Konferenz in Berlin, zu der rund 250 Innovationsmanager, Entwickler, Erfinder und Wissenschaftler erwartet werden, wird von der Innovationsberatung Tom Spike in Zusammenarbeit mit der European TRIZ Association (ETRIA) veranstaltet. Die Konferenz richtet sich explizit an alle Entscheider, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft durch Innovationen vorantreiben und ihre Leistungsfähigkeit steigern wollen.

Die Veranstaltungsformate sind so vielschichtig wie das Programm: Von „herkömmlichen“ Vorträgen über Word Café bis hin zu interaktiven Formaten sowie einem Best Paper Award.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Konferenz findet das Konferenzprogramm ausschließlich auf Englisch statt. Eine ausführliche Übersicht über das Veranstaltungs- wie Rahmenprogramm, das unter anderem Keynotes von General Electric, Rolls Royce und Bombardier Transportation umfasst, findet sich im Internet unter http://www.tfc2015.com.

 

 

TRIZ Future Conference 2015 – Kontakt für Akkreditierung, Kooperationen und weitere Infos:

Dipl.-Ing. Nina Defounga
Tom Spike – Structured innovation
Pappelallee 78/79
10437 Berlin
+49 – (0)30 – 60 98 49 02 87
n.defounga@tomspike.com
www.tomspike.com

 

 

Über die PR und Content Marketing Agentur Görs Communications:

Görs Communications (www.goers-communications.de) bietet professionelle Public Relations und Content Marketing für Unternehmen, die im Wettbewerb ganz vorne sein wollen. Unter dem Motto „Bekanntheit. Aufmerksamkeit. Umsatz.“ bietet Görs Communications (Hamburg / Lübeck) Ideen und Umsetzung für den crossmedialen Erfolg: PR und Marketing, das sich für Kunden direkt auszahlt.

 

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