29. November 2020

Lesenswertes: Twitter, Facebook und die Amazon Coins

Das war unvermeidlich: Nach dem Papst-Rücktritt hat so ziemlich jede Nachrichtenseite eine Twitterschau veranstaltet. Beim Focus heist’s Rücktritt von Papst Benedikt XVI. bei Twitter & Facebook: Respekt, Erschütterung und viele Papst-Gags, die SZ titelt Wie Twitter den Papst-Rücktritt zelebriert, der TAGESSPIEGEL wuppt mit „Wir waren Papst!“ gleich einen Tweet in die Überschrift und der Bayerische Rundfunk bleibt mit Das sagt Twitter zum Papstrücktritt betont sachlich, auch wenn die Überschrift nicht wirklich Sinn ergibt. Am besten hat uns bei Görs Communications der Kalauertsunami in der TAZ gefallen, bei dem man sich auf die kürzesten und knackigsten Tweets konzentriert hat, statt wie in bester Sammlerleidenschaft Gratiscontent auf die eigene Webseite zu schaufeln:

So brauchte es nur wenige Minuten von der Rücktrittsankündigung bis nicht nur praktisch alle Nachrichtenportale ihren gefühlt vierzigsten Nachdreh zu Schavan, Steinbrück und Gysi auf die hinteren Plätze verdammten um den Papst als Topmeldung zu featuren – auch bei Twitter war ein Tsunami an Kommentaren, Witzen und Reflexionen losgetreten.

Ganz nebenbei: Ihr, ja, genau Ihr Klick auf diesen Musterbeitrag des Netzrecyclings beweist, dass der Papst in gewisser Weise ein Geschenk des Himmels für jede Nachrichtenseite ist.

Apropos Tsunami: Auf http://tweetping.net/ findet sich eine wunderbare Visualisierung der Twitterwelt:
Screenshot Tweetping

Die Visualisierung ist zudem ständig in Echtzeit, definitiv ein Bookmark, den man sich speichern sollte.

Während Twitter derzeit immer populärer wird, machen sich bei Facebook, das eigentlich auch immer nur rasantes Wachstum kannte, erste graue Wolken am Horizont sichtbar. So berichtet Heise, dass immer mehr Amerikaner eine Facebook-Auszeit nehmen, laut einer aktuellen Studie wird Facebook von vielen als Zeitfresser wahrgenommen:

Es gebe aber eine starke Tendenz weg von Facebook. So gaben 61 Prozent der Befragten an, freiwillig eine Facebook-Pause von mehreren Wochen oder länger eingelegt zu haben. Nach ihren Gründen gefragt, gaben 21 Prozent an, keine Zeit für das soziale Netzwerken gehabt zu haben, je zehn Prozent mangelndes Interesse und irrelevante Inhalte — und damit das Gefühl, Zeit auf Facebook zu verschwenden. Zu den Kommentaren der Benutzer zählte „Ich war genervt von dämlichen Kommentaren“, „Es hat mir nichts mehr gebracht“ und „Ich möchte nicht beobachtet werden“.

Die gesamten Ergebnisse findet man auf Heise unter: Viele machen Facebook-Ferien.

„Wer rastet, der rostet“ denkt man sich dagegen bei Amazon und führt gleich eine eigene Währung ein, die Amazon Coins. Die Hoffnungen beruhen wohl vor allem darauf, dass Kunden leichter Amazon Coins als echtes Geld ausgeben, außerdem stellen die Kunden mit dem Erwerb der Amazon Coins dem Versandhändler auch noch einen kostenlosen Kredit aus:

Ab Mai können Nutzer des Tablet-Computers Kindle Fire damit im Amazon Appstore Apps, Spiele und Gegenstände in Anwendungen – etwa Währungen von Online-Spielen – bezahlen. Von jeder in Amazon Coins bezahlten Rechnung will der Online-Händler 30 Prozent Provision einbehalten – genau so, wie er es bisher mit Erlösen aus Apps hält. Irgendwann dürften Kunden wohl auch E-Books, Musik und Filme mit den virtuellen Münzen erwerben können.

Mehr unter: Amazon führt virtuelle Währung ein.

Das Bezahlen will auch American Express erleichtern, so sollen Twitter-Nutzer zukünftig mit einem einzigen #hashtag bezahlen können – was aber den Datenschützern arge Bauchschmerzen bereitet:

Das Einkaufen funktioniert nach der Registrierung der Kreditkarte folgendermaßen: American Express veröffentlicht zu dem Produkt auf seiner Twitter-Seite einen sogenannten Hashtag – ein Schlagwort, das mit einem #-Zeichen gekennzeichnet ist. Diesen Hashtag muss dann der Kunde twittern, der das Angebot gern in Anspruch nehmen möchte.

Spätestens 15 Minuten später muss er den Kauf noch einmal mit einem anderen ihm zugesandten Schlüsselbegriff auf seiner Twitter-Seite bestätigen. Je nach Angebot wird das gekaufte Produkt dann per Post verschickt oder muss in einem Laden abgeholt werden.

So wirklich überzeugend klingt die Funktion nicht, das sieht auch DIE WELT so, die unter der Überschrift „Über Twitter kann man jetzt per Hashtag einkaufen“ den neuen Dienst vorstellt.

Und zum Schluss etwas im Blog, über das so manche PR- bzw. Werbeagentur lachen dürfte: Der Briefing-Generator.

 

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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