06/12/2016

Webperlen: Webhypes Vadering und Hadouken, Demographischer Wandel auf Facebook, Abgesang auf Xing und 24 Fakten über Bier

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Das Handy wird 40
  • Webhypes Vadering und Hadouken
  • Demographischer Wandel bei Facebook
  • Mobbing in sozialen Netzwerken
  • Abgesang auf Xing – Pro und Contra
  • Shitstorm-Agentur
  • Online-Supermarkt LeShop wieder in Erfolgsspur
  • Suchmaschinen-Marktanteil im März
  • Infografik: 24 Fakten über Bier

Bevor wir hier im Blog mit der eigentlichen Webschau beginnen, gibt es zwei kurze Geburtstagsglückwunsche. Zunächst an die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), die ihren 65sten Geburtstag feiert, zum anderen an das Mobiltelefon, das es mittlerweile seit 40 Jahren gibt. Grund genug für die WELT, die Titelseite mit einem Handy-Dino zu bebildern:

 

Bei den Springer-Kollegen von der BILD gibt es zudem eine Bilderstrecke zur Evolution des Mobiltelefons.

Noch keine 40 Jahre auf dem Buckel, dafür aber die potenziellen Nachfolger von Harlem Sheik, Gangnam Style & Co.: SPIEGEL ONLINE berichtet über die neuen Webhypes Vadering und Hadouken:

Ein Mann schwebt in der Luft, gehalten von dem unsichtbaren Klammergriff seines Gegenübers. Der neue Fototrend Vadering imitiert die unheimliche Fähigkeit des “Star Wars”-Schurken Darth Vader. Vadering erobert die sozialen Netzwerke im Sturm. Auf Twitter und Instagram posten Nutzer ihre Versionen des berühmten Todesgriffs. Auf Twitter sammeln sich die Luftaufnahmen unter dem Hashtag #vadering.

Das Alter spielt auch bei Facebook eine Rolle, jedoch nicht unbedingt im positiven Sinne. Die Debatte um die “zunehmende Vergreisung” des Social Media Platzhirsches (zumindest nach den Nutzerzahlen) wird durch neue Daten angefeuert. So berichtet SPIEGEL ONLINE über die neueste Erhebung von Socialbakers:

Vor allem in den westlichen Ländern kehren viele jüngere Nutzer Facebook den Rücken, verlassen es ganz oder nutzen es seltener; ein Wachstum gibt es momentan nur noch in der Altergruppe über 45. [...] Laut der Zahlen von Socialbakers verabschiedeten sich in den USA viele junge Menschen im ersten Quartal 2013 von Facebook. In der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren gab es in diesem Zeitraum demnach einen Rückgang von gut 1,2 Millionen Nutzern.

Mehr über den Demographischen Wandel auf Facebook unter “Facebook verliert junge Nutzer in Deutschland und USA“.

Überhaupt scheint Facebook langsam das Wachstum auszugehen, allfacebook hat gestern die aktuellen Nutzerzahlen im April 2013 für Deutschland vorgelegt:

  • Im April 2013 sind in Deutschland 24,99 Millionen Nutzer auf Facebook aktiv
  • Vergleich – 1 Monat: -130.980 ( -0,52 % )
  • Vergleich – 6 Monate: +391.000 ( +1,59 % )
  • Vergleich – 1 Jahr: +1.773.020 ( +7,64 % )

Offenbar hat Facebook eine Art gläserne Decke erreicht, wobei 24,99 Millionen Nutzer trotz allem natürlich gewaltig sind. Dass darunter auch ein paar schwarze Schafe sind, dürfte eigentlich niemanden verwundern, trotzdem schreckt die (kriminelle) Böshaftigkeit von so manchem Nutzer auf:

Mädchen und junge Frauen, die vor Tausenden Augen mit freizügigen Fotos gezeigt und aufs Übelste verunglimpft werden. Auf Facebook macht sich seit Ende März ein neuer abscheulicher Mobbingtrend breit. Das hessische Landeskriminalamt ermittelt. Facebook hatte die Seiten trotz Hinweisen bis zum Mittwoch nicht gelöscht.

Mehr bei der Rhein-Zeitung unter “LKA ermittelt: Facebook-Seite brandmarkt Schülerinnen als vermeintliche Schlampen“.

Mit solchen Problemen muss Xing sich nicht herumschlagen, dafür ist aber die nächste Debatte über das Netzwerk entbrannt. Bei Netzwertig.com hat sich Jürgen Vielmeier Gedanken um die Zukunft des Netzwerkes gemacht, und die fallen alles andere als begeistert aus, so beschreibt er z.B. unter “Ein erneuter Abgesang auf Xing“, wie Xing zunehmend zu einem reinen Adressspeicher ohne jegliche Interaktion verkommt:

Was Xing schlimmstenfalls blüht: Dass die Nutzer Social Networks nur noch passiv nutzen. Und wenn sowohl Facebook als auch Xing einen Adressspeicher und einen Geburtstagskalender haben, dann spricht mehr dafür, Facebook in dieser Angelegenheit zu nutzen.

Eine gute Antwort auf den Xing-Pessimismus findet sich auf Steve-r.de, wo unter der Überschrift “(K)ein erneuter Abgesang auf Xing” darauf hingewiesen wird, dass die Facebook-Xing-Vergleiche wenig zielführend sind:

Einen grossen Anteil des Artikels geht es offenbar darum, dass das allgemein sinkende Interesse an sozialen Netzwerken zu Lasten von XING gehen könnte und Facebook das deutsche Business-Netzwerk als Adressspeicher ablöst. Dieser “Vergleich” ist es auch, der mich am Artikel am meisten stört. XING mit LinkedIn vergleichen ok – aber mit Facebook? Das hinkt vorne und hinten.

Dafür wird mal wieder unter Beweis gestellt, dass man im Internet (salopp gesagt) aus Scheiße Geld machen kann. Bzw., besser, eine Agentur versucht, aus Shitstorms ein Geschäft zu machen:

Wenn die Kritik und Empörung der Internet-User zu einem Shitstorm ausartet, der in sozialen Netzwerken über Personen und Unternehmen hereinbricht, geschieht das meist spontan und chaotisch. Eine Werbeagentur aus Neuss ist jedoch der Ansicht, dass sich der digitale Wirbelsturm auch prima gezielt auslösen und steuern lässt. Und genau damit will die „Caveman Guerilla Marketing GmbH“ Geld verdienen: Von 5000 Euro für den kleinen Unmut bis 200 000 Euro für die große Kommentarschlacht reichen die Angebote. Auch für den gegenteiligen Effekt, einen Candystorm aus Zuspruch und Freundlichkeit, gibt es entsprechende Angebote.

Mehr zu dem doch eher ungewöhnlichen Geschäften beim Focus unter “Den Shitstorm kann man sich jetzt auch kaufen“.

Apropos Geschäfte: Der führende Schweizer Online-Supermarkt LeShop scheint wieder in die Erfolgsspur zu finden, nach Jahren der Stagnation wird es für 2013 wohl wieder ein höheres Jahresergebnis geben:

Interessant, wie LeShop bei den Neukunden zulegen konnte. Der Anteil an Neukunden konnte in den ersten 3 Monaten 2013 gegenüber dem Vorjahresquartal um 35% von 8’160 auf 11’040 gesteigert werden. Hier dürfte sich die Lancierung des neuen Abholkonzept DRIVE erstmals in einem vollständigen Quartalsergebnis niederschlagen.

Dem Verbraucher in Deutschland wäre zu wünschen, dass die Zahlen auch hierzulande Nachahmer nach sich ziehen, dass Angebot an Online-Supermärkten ist (zumindest in Hamburg) dann doch eher schwach, da besteht also noch ein gewaltiges Potenzial.

Gleiches gilt auch für alle Suchmaschinen außer Google: Seo-United hat heute die März-Zahlen für den Suchmaschinenmarkt veröffentlicht, mit einem Marktanteil von 90.3% konnte Google sogar noch geringfügig zulegen, für alle anderen besteht also noch sehr sehr viel Luft nach oben.

24ThingsBeerUnd zum Abschluss der Webschau noch ein Link zu einer wirklich gelungenen Infografik: 24 Dinge, die du vielleicht noch nicht über Bier wusstest.

Trackbacks

  1. [...] das die passende Antwort auf die schwache Entwicklung der Nutzerzahlen bei Facebook ist? Gestern hat Mark Zuckerberg das lange angekündigte Facebook-Handy präsentiert [...]

  2. [...] Abgesänge auf Xing werden zwar alle paar Wochen angestimmt (als Grund hierfür wird in der Regel die zunehmende Inaktivität der User und LinkedIn angeführt), aber wie man unschwer erkennen kann, hält sich der Hamburger Dienst erstaunlich gut, auch Professionals, die ansonsten auf jeden neuen Zug aufspringen, halten Xing die Treue. [...]

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