27/06/2016

Webperlen: Schriftsteller als Netzverächter, Immobilien-PR und die BuzzFeed-Falle

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Schriftsteller als Netzverächter: Vom Genre der Besserhalbwisserei
  • Twitter-Lob: Kleines Fenster zur großen Welt
  • Immobilien-PR in den Kinderschuhen
  • Self-Publisher verlegen achtmal so viele Titel wie klassische Verlage
  • Massenproduktion von flexiblen Displays startet diesen Monat
  • Die BuzzFeed-Falle – Journalismus für grenzdebile Idioten
  • Möglicher Verzicht auf Cookies: Googles Pläne erschüttern die Online-Welt

Früher wurden Blogs noch als “Klowände des Internets” verspottet, heute gehen Schriftsteller mit ihrer Ablehnung des Digitalen hausieren. Die FAZ über Schriftsteller als Netzverächter (via):

Das Netz und vor allem die sozialen Netzwerke haben unter Schriftstellern viele Verächter. Jüngst wagten sich Günter Grass und Botho Strauß hervor. Der eine hat’s vergeigt. Der andere weiß: Das Internet ist kein Bildungsautomat – man muss schon Bildung mitbringen.

Passend dazu (via): In der SZ verteidigt Alex Rühle Twitter:

Sie sind nicht auf Twitter? Dann wird’s aber Zeit. Denn die Plattform ist keine sinnlose Quasselbude. Eine Verteidigung in 14.124 Zeichen.

Teure Hochglanzbroschüren statt deutlich effektivere Immobilien-PR:

Aber gerade die Umbrüche in der Medienlandschaft und der Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber klassischer Werbung führen dazu, dass Immobilienunternehmen, Makler, Verwalter, Investoren, Bauträger, Dienstleister und andere Akteure der Immobilienwirtschaft mit gezielter Immobilien PR Zugang zu den Redaktionen und dem (Social) Web suchen sollten.

Ist das die Zukunft des Schreibens? Erstaunliche Zahlen (via) über Self-Publisher finden sich im “State of Independence”-Report:

Wie es in Zukunft aussehen könnte, verrät der vom Beratungsunternehmen herausgegebene „State of Independence“-Report: das potentielle, bisher unausgeschöpfte Marktvolumen liege bei 52 Milliarden Dollar, und damit etwa doppelt so hoch wie der aktuell von klassischen Verlagen erzeugte Umsatz. Selbst wenn man Reprint und gemeinfreie Klassiker herausrechnet, werden via Self-Publishing schon jetzt acht mal mehr Titel verlegt als auf klassischem Weg.

Hört sich noch immer wie Zukunftsmusik an, wird aber bald Realtität. Wie jetzt vom Korea Herald berichtet wird (via), startet Samsung die Produktion von flexiblen Displays:

Angeblich sollen 1,5 Millionen Displays pro Monat hergestellt werden – Samsung ist also optimistisch, dass die Displays ein voller Erfolg werden.
Verbaut werden diese allerdings vorerst nicht in flexiblen Gehäusen, sondern in einem festen Gehäuse, das wohl geschwungen sein wird.

Sieht so die Zukunft des Journalismus aus? Man darf skeptisch sein.

Sieht so die Zukunft des Journalismus aus? Man darf skeptisch sein.

Eine schöne Polemik (via) in Zeiten des Medienwandels: Während allen Ortes auf die Vorbilder aus Amerika verwiesen wird, nimmt NEUE ELITE den Hype um BuzzFeed auseinander:

Wäh­rend die einen noch auf tote Bäume set­zen, für be­zahl­te und hin­ter ir­gend­wel­chen Pay­walls ver­steck­te In­hal­te im Netz plä­die­ren oder ihre Zeit in schön an­zu­se­hen­de Do­ku­men­ta­tio­nen auf di­ver­sen Por­ta­len, die nie mehr als 20 Leute zu be­su­chen schei­nen, in­ves­tie­ren, möch­ten die an­de­ren gleich Nägel mit Köp­fen ma­chen und Buz­zFeed mit Haut und Haa­ren ko­pie­ren. Jaja, Kat­zen, Un­sinn, GIFs – Haupt­sa­che Leser!

Ändert Google wieder die “Spielregeln” im Internet? Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet (via), plant der Suchmaschinengigant die Abschaffung der Cookies:

Google will möglicherweise auf Cookies verzichten – und seine Nutzer stattdessen über ein sogenanntes “anonymes Identifizierungsprogramm” verfolgen. Datenschützer und Werbetreibende fürchten, dass ihnen dadurch die Kontrolle noch weiter entgleitet.

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