30/09/2016

Webperlen: Google Shop-in-Shop in Hamburg, Twitter an die Börse und Apples Fingerabdruck

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Erster Google Shop-in-Shop in Hamburg
  • Erste ISSN für Blogs von de.hypotheses vergeben
  • Wer eine Meinung hat, ignoriert die Fakten
  • Vererbter Geschmack – Warum wir die Musik unserer Eltern mögen
  • Akademisches Karussell: Nichtwählen ist keine Heldentat!
  • Wikimedia: Wie die zur Bundestagswahl antretenden Parteien auf unsere Fragen antworten und damit neue aufwerfen
  • Kurznachrichtendienst: Twitter will an die Börse
  • Lang lebe Retweet, zur Hölle mit Favorite
  • Danke, Apple

Raus aus dem Internet, rein ins “real life”: Google hat jetzt den ersten Shop-in-Shop eröffnet. Und das natürlich in Hamburg. Was es dort zu sehen gibt, wissen die “mobile geeks”:

Gut 100qm ist die Google-Fläche im Markt groß und neben der Google-Hardware werden dort auch die Dienste des Unternehmens präsentiert und von Google-Experten erklärt [...]. Als Highlight wird die Liquid Galaxy genannt, eine Google Earth Großbildleinwand, über die man wie daheim virtuell durch die Welt reisen kann.

Und es gibt eine weitere Premiere zu feiern, die Deutsche Nationalbibliothek ist im digitalen Zeitalter angekommen und vergibt jetzt auch ISSN für Blogs:

Heute ist ein guter Tag für die deutschsprachige Wissenschaftsblogosphäre: Die ersten Blogs von de.hypotheses haben eine ISSN verliehen bekommen. Das kann gefeiert werden, denn in Deutschland ist das neu. Während in Frankreich die BnF schon seit 2011 ISSN für Blogs verleiht, hatte die Deutsche Nationalbibliothek mit Bezug auf ihren Beschluss von 2002 bisher davon abgesehen.

Und wo wir schon bei der Wissenschaft sind: In der SZ (via) ist ein guter Bericht über die “Psychologie des Starrkopfs” erschienen, der dem Phänomen nachgeht, dass Menschen auch dann bei ihrer Meinung bleiben, wenn sie wissen, dass sie falsch ist:

Selbst wenn jemand weiß und verstanden hat, dass eine Geschichte falsch und nichts als eine Lüge ist, neigt er dazu, trotzdem daran zu glauben. Psychologen nennen dieses Phänomen “Belief Perseverance”, und Greitemeyer demonstriert diesen Effekt nun im Fachmagazin Psychonomic Bulletin & Review.

Eine weitere Studie beschäftigt sich mit dem Musikgeschmack. Genauer: Mit dem Phänomen, dass der Musikgeschmack der Eltern offenbar vererbt wird:

Die Musik aus der Jugend zaubert Erwachsenen weiterhin ein Lächeln ins Gesicht. Auch deshalb, weil sie Erinnerungen weckt, an Urlaube, Partys oder verflossene Lieben. Doch die musikalische Zeitreise wird nicht nur von unseren eigenen Erlebnissen beeinflusst – sondern auch vom Geschmack unserer Eltern.

Prominente, die öffentlich damit hausieren gehen, dass sie nicht zur Bundestagswahl gehen: Auf Publikative.org findet sich ein guter Kommentar, warum natürlich jeder das Recht hat, nicht zur Wahl zu gehen, aber die Haltung der Prominenten alles andere als lobenswert ist:

Nebenbei darf man bei all dem revolutionären Habitus, den sich die prominenten Nichtwähler/innen in jüngster Zeit gern geben, eines nicht vergessen: Denn während der/die Wähler/in partizipieren will und sich für eine Partei entscheidet, ist der/die Nichtwähler/in vordergründig unzufrieden und gibt vor, den Parteien seine Stimme, vielleicht aus Protest, zu verweigern.

Und noch ein weiterer Blogbeitrag zur Bundestagswahl: Wikimedia hat den Parteien bei netzpolitischen Fragen auf den Zahn gefühlt:

Auf dem Schreibtisch von Wikimedia Deutschland liegen zehn an der Grenze zur Lesbarkeit eng bedruckte Seiten mit 80.000 Zeichen Wahlprüfsteinantworten. Das Format, das WMDE erstmals vor vier Jahren erprobte, wird mittlerweile recht routiniert gehandhabt. Insgesamt haben uns 11 zur Wahl zugelassene Parteien geantwortet, eine sehr erfreuliche Rücklaufquote.

Mit 140 Zeichen das große Geld verdienen. Twitter wird erwachsen und geht an die Börse:

Lange wurde darüber spekuliert, jetzt schafft Twitter Tatsachen: Der Kurznachrichtendienst bereitet einen Börsengang vor. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen einen Börsenprospekt bei der Aufsicht SEC eingereicht.

Ein schönes Plädoyer für das Teilen. Lang lebe Retweet, zur Hölle mit Favorite:

Bei Twitter setzt sich seit wenigen Monaten ein unerwarteter Trend durch. Selbst altgediente Nutzer teilen einen Tweet nicht mehr wie gehabt per “Retweet” unter den eigenen Followern. Nein, sie markieren einen Tweet vielmehr als “Favorite”. Bei mir hinterlässt dieses Nutzungsverhalten ein ähnliches Gefühl wie ein simpler Like bei Facebook: Nichtssagend, unemotional und nahezu ohne Viralität.

Und schließlich noch ein guter Beitrag (via) darüber, warum es vielleicht keine Gute Idee ist, dass sich das neue iPhone nur noch per Fingerabdruck entsperren lässt:

Wer die Fingerabdruck-Sperre nutzt, akzeptiert gleichzeitig eine faktische Umkehr der Beweislast, wenn sein Mobiltelefon für ein krummes Ding genutzt worden sein soll. Ein biometrisches Datum hat bei der Frage, wer das Handy genutzt hat, natürlich erst mal einen wesentlich höheren Stellenwert als ein Vierzahlen-Code.

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