26/08/2016

Webperlen: Datenschutz bei WhatsApp, Immobilien PR, Hamburg mit neuem CCH-Hotel und Informatik in der Schule

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • WhatsApp-Backup speichert Klartext bei Apple
  • Immobilien PR und Social Media auf der Expo Real
  • Spektakulärer Plan in Hamburg: Zweites Kongresshotel am CCH
  • Reality Check: Informatikdarstellung in der Schule
  • Enterprise-Social-Networks in der Übersicht: Von Stackfield bis Yammer
  • Zinssenkung: Das Leid der Sparer
  • Der Euro begünstigt den deutschen Außenhandel in der Währungsunion
  • Internet-IPOs: Was wäre aus 1.000 Dollar geworden
  • Die Zukunft des Papierverleihs
  • Götz George über Schimanski: “In den Puffs von Duisburg wurden wir gefeiert”

Datenschutz und kein Ende: Offensichtlich nimmt es WhatsApp mit der Sicherheit nicht so genau, zumindest beim Backup-Service. Wie “heise online” jetzt berichtet (via), speichert das WhatsApp-Backup die Nachrichten als Klartext bei Apple:

Dabei sichert die iPhone-App alle Gespräche in Apples iCloud – einschließlich aller Bilder. Das ist zwar ganz praktisch, um die Daten auf einem anderen Gerät wieder herstellen zu können. Allerdings legt WhatsApp die Daten völlig ungesichert im Klartext ab. Das heißt, dass jeder, der sich Zugang zum Apple-Konto des Anwenders verschaffen kann, dort auch dessen gesicherte WhatsApp-Daten abrufen kann.

Annzahl der Tweets pro Tag, die mit dem Hashtag #ExpoReal versehen sind. Die Grafik wurde mit dem Social-Media-Tool "Topsy" (www.topsy.com) erstellt.

Anzahl der Tweets pro Tag, die mit dem Hashtag #ExpoReal versehen sind. Die Grafik wurde mit dem Social-Media-Tool “Topsy” (www.topsy.com) erstellt.

Zu konservativ, zu wenig Interesse an echter Transparenz? Dass Immobilien PR beim digitalen Wandel nicht gerade als Early Adopter fungiert, ist alles andere als überraschend, im Vergleich mit dem klassischen Immobilien Marketing steckt die PR bekanntlich noch immer in den Kinderschuhen. Wie sehr, haben wir in einer Studie ermittelt, in der die Social-Media-Nutzung auf der EXPO REAL 2013 untersucht wurde:

Insgesamt wirken die meisten Social-Media-Aktivitäten der auf der EXPO REAL vertretenen Unternehmen noch wie “lästige Pflichtaufgaben”, die irgendwie „abgewickelt“ werden müssen. Mehr Mut, neue Wege zu gehen, mehr Interaktion und Aktivität würden fast jedem Immobilien-Unternehmen bei der Präsentation in den sozialen Netzwerken weiterbringen.

Wo wir schon beim Thema Immobilien wären: Ein spektakuläres Hotel Projekt zeichnet sich in Hamburg am Congress Center ab, und zwar sind die Vorbereitungen für ein zweites Kongresshotel am CCH anscheinend bereits deutlich fortgeschritten:

Der Senat prüft eine Überbauung der Marseiller Straße mit einem 250-Zimmer-Haus. Die Stadt könnte die Einnahmen in eine Renovierung des Congress Centers stecken.

Dass die Zukunft digital sein wird, dürfte mittlerweile fast jeder verstanden haben. Umso unverständlicher ist es, wenn Schulen bereits beim Bewerben des Informatikunterrichts so ziemlich alles geben, um die Schüler eben davon abzuschrecken. “404 not found” hat (via) die Informatikdarstellung in der Schule einem Reality Check unterzogen:

Wer Freude haben möchte, etwas gemeinsam mit anderen machen möchte, kreativ sein möchte und mal ‘ne Exkursion machen möchte – ab zur Musik! Da hat sogar eine Lehrperson “Willkommen!” unter die Beschreibung geschrieben! Informatik? Hier ist willkommen, wer die “richtige” Denke eh schon mitbringt, sonst kann das mit den abiturrelevanten Prüfungsleistungen ja nichts werden.

Digital ist besser: “t3n” hat (via) eine praktische Übersicht über Enterprise-Social-Networks von Stackfield bis Yammer erstellt:

Für Dienste wie Yammer gibt es viele Namen: „Collaboration-Plattform“ oder „Enterprise-Social-Network“ sind wohl die populärsten Bezeichnungen – der ein oder andere nennt sie auch gerne „Social-Intranet“-Dienste. So unterschiedlich die Bezeichnungen sein können, so eindeutig ist der Sinn und Zweck dieser Services: Enterprise-Social-Networks helfen Teams, die interne Unternehmenskommunikation effektiv abzuwickeln.

Gestern hat die Europäische Zentralbank den Leitzins überraschend auf 0,25 Prozent gesenkt. Eine Entscheidung, die nicht überall Freude ausgelöst hat, laut dem “Handelsblatt” (via) werden vor allem die Sparer leiden:

Mit der erneuten Zinssenkung – die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Euro-Zone überraschend auf 0,25 Prozent gesenkt – wird es noch schlimmer. Noch nie war dieser Satz so niedrig. Zinsen sind damit so gut wie abgeschafft. Zinssenkungen werden erfahrungsgemäß ziemlich schnell an die Kunden weitergereicht.

Um beim Euro zu bleiben: Laut dem Blog “Wirtschaftliche Freiheit” (via) begünstigt die europäische Währung den deutschen Export-Boom:

Neben der traditionellen Exportstärke Deutschlands aufgrund der Produktion innovativer Investitionsgüter hat der Übergang zu einer einheitlichen Währung im Jahre 1999 dazu geführt, dass die Preiswettbewerbsfähigkeit und die einkommensbedingten Exporte (weiter) gestiegen sind.

Angesichts des Twitter-Börsenganges hat “Deutsche Startups” (via) eine Info-Grafik von “statista” verlinkt, in der der aktuelle Wert eines 1000$-Investments in IPOs ausgewählter Internet-Unternehmen dargestellt wird, unter “Internet-IPOs: Was wäre aus 1.000 Dollar geworden” erfährt man etwa folgendes:

“Doch nicht immer wirft der Hype auch unmittelbar Rendite ab. Anleger die bei Facebooks IPO im letzten Jahr 1.000 US-Dollar investierten haben beispielsweise aktuell noch kaum Gewinn gemacht”, berichtet statista. Wird aber vielleicht noch! Wer etwa beim Amazon-IPO mit 1.000 US-Dollar dabei war, dessen Aktien sind heute rund 239.000 US-Dollar wert.

Was wird aus den Bibliotheken, wenn erst einmal alles jederzeit digital zu haben ist? Kathrin Passig hat in der ZEIT einen spannenden, leicht provokanten Kommentar geschrieben, der im Netz eifrig (etwa hier, hier und hier) diskutiert wird. Und malt sie unter der Überschrift “Die Zukunft des Papierverleihs” eine alles andere als rosige Zukunft für die Bibiotheken an die Wand:

Bibliotheken sind Papiermuseen. Wenn sie sich nicht bald grundsätzlich wandeln, haben sie kaum noch eine Existenzberechtigung. Was sie können, kann das Internet besser.

Und zum Abschluss der Webschau in diesem Blog noch leicht verdaulicher Lesestoff. Auf “Spiegel Online” (via) findet sich ein Interview mit Götz George, in dem dieser in gewohnter Manier kein Blatt vor dem Mund nimmt:

Wir sind Oldies, allerdings noch gut dabei. Als wir eine Szene auf einem Schulhof drehten, wussten die Kids gar nicht, was da los ist. Schimanski? In den Achtzigern war das anders. Wo wir anrückten, wurden wir gefeiert. Sogar in den Puffs von Duisburg.

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