27/09/2016

Webperlen: Beratersprech, SchülerVZ, Facebook und die lächelnde Grumpy Cat

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Würstchenjournalismus
  • taz macht sich über die SPIEGEL-Chefredakteurssuche lustig
  • Das Ende von SchülerVZ
  • Nutzerschwund bei Facebook
  • Durchschnittsnutzer auf Facebook ist Fan von 40 Seiten
  • Facebook überschreitet bei der Datenjagd neue Grenzen
  • Kostenloser Service überwacht Facebook Page und versendet E-Mail & SMS-Warnung bei Shitstorm-Gefahr
  • Facebook definiert das Socialphone
  • Eigene virtuelle StreetView-Touren erstellen
  • US-Talker: Gebt Justin Bieber seinen Affen zurück – oder David Hasselhoff stirbt
  • Grumpy Cat kann auch lachen

Nicht gerade die feine Hamburger Art, da hat DIE ZEIT sich offenbar Karl-Theodor zu Guttenberg zum Vorbild genommen und von einer der bekanntesten Webseiten abgekupfert. Unter dem Titel “Würstchenjournalismus” berichtet Beratersprech davon, wie die eigenen Wort- bzw. Satzkreationen bei der Hamburger Wochenzeitung auftauchten:

Dass die Cooycats von der “Zeit” den Content ohne Genehmigung appropriated haben, wie wir Beratersprecher sagen würden, ist mir lediglich zufällig aufgefallen, da ich kein regelmäßiger Leser bin. Nachdem ich dann feststellen musste, dass “Die Zeit” sich nicht nur irgendwie hat inspirieren lassen oder die Sprüche zitiert hat, sondern sie stattdessen eins zu eins ins Layout kopiert hat, war ich ein bisschen sprachlos.

Bei dem Hamburger Konkurrenzmagazin SPIEGEL hat man dagegen mit deutlich größeren Problemen zu kämpfen. Nicht nur, dass sich der Verlag von den beiden Chefredakteuren getrennt hat, hagelt es im Netz jede Menge Häme und Spott – die Kreuzberger Tagesszeitung taz ließ es sich sogar nicht nehmen, auf sich auf der eigenen Titelseite über den SPIEGEL lustig zu machen:

 

Eine Nachricht, die vermutlich schon aus Altersgründen keinen Leser dieses Blogs persönlich treffen wird, aber trotzdem lassen sich ein paar interessante Rückschlüsse aus dem Aus von StudiVZ schließen. Im Netz finden sich hierzu eine Menge Kommentare, am interessantesten erschienen uns dabei folgende Artikel:

Dagegen mutet zwar die stagnierende Entwicklung bei den Facebook-Usern wie ein Luxusproblem an, aber dennoch vermelden die Auguren bereits, dass das soziale Netzwerk seinen Höhepunkt bereits hinter sich hat. Etwas voreilig, wie Michael Kroker unter “Die Nutzer sind zunehmend von Facebook genervt – oder etwa doch nicht?” meint, der dabei auf eine aktuelle Studie verweist:

Möglicherweise sind die Bedenken über fliehende User aber doch etwas voreilig. Die US-Investmentbank J.P. Morgan hat  Ende der vergangenen Woche eine Studie zu Facebook veröffentlicht. Die Analysten zitieren dabei Zahlen des Marktforschungshauses Comscore, wonach der Anteil von Facebook an den täglich im mobilen Internet verbrachten Minuten zuletzt sogar deutlich stärker gestiegen ist als jener der Rivalen.

Wie sehr sich das Nutzerverhalten auf Facebook in den letzten Jahren gewandelt hat, und wie schwer es mittlerweile ist, dort Aufmerksamkeit zu erzielen, verdeutlicht eine neue Untersuchung:

Demnach war der durchschnittliche Nutzer im Jahr 2009 Fan von 4,5 Facebook Pages. Jede dieser Pages postete im Schnitt 5 Mal pro Monat. Der Nutzer sah sich also mit gerade einmal 22,5 Page Posts pro Monat konfrontiert.
Ganz anders in 2013. Der Durchschnittsnutzer ist Fan von 40 Seiten, welche wiederum 36 Mal pro Monat ein Statusupdate absetzen. Macht in der Summe 1440 Statusupdates, die ein Facebook Nutzer im ungefilterten Newsfeed sehen würde.

Ein neuer Weg, um die Werbeeinnahmen zu erhöhen, um die Aktionäre endlich zu beruhigen? Wie das Wall Street Journal berichtet, überschreitet Facebook bei der Datenjagd jetzt Grenzen:

Um sich noch mehr Werbe-Dollars zu sichern, geht Facebook FB +1,92% neue Wege. Das soziale Netzwerk will persönliche Informationen außerhalb des sozialen Netzwerks sammeln und sie den Daten zuzuordnen, die die über eine Milliarde Facebook-Nutzern selbst abgeliefert haben. [...] Datenschützer dagegen sind alarmiert. Facebook schaffe den gläsernen Konsumenten, indem es ein ganzes Mosaik an Informationen über die Nutzer der Seite nutzbar mache, warnen sie.

Außerdem stellt Thomas Hutter ein neues Tool für Facebook vor, ein neuer kostenloser Service überwacht Facebook Page und versendet E-Mail & SMS-Warnung bei Shitstorm-Gefahr:

Monitoring Tools für Facebook Seiten gibt es mittlerweile einige, eine komplett kostenlose Shitstorm-Warnung bei ungewöhnlich hoher Community-Aktivität oder übermässig negativ formulierten Beiträgen und Kommentaren ist mir allerdings nicht bekannt, bzw. besser, war mir nicht bekannt. Abhilfe schafft shitstormalarm.io des österreichischen Social Media Development Unternehmens “die.socialisten.at“.

FacebookHome
Das letzte Facebook-Thema in der heutigen Webschau: Auf Spiegel-Online setzt sich Sascha Lobo mit Facebook Home auseinander, unter “Facebook definiert das Socialphone” sieht er in dem Gerät (ein erster Anwenderbericht findet sich hier) eine vollkommen neue Entwicklungsstufe:

Die Strategie hinter Facebook Home ist wegweisend. Apples iPhone definierte das mobile Gerät neu, Googles Android das mobile Betriebssystem, Facebook Home könnte die Beziehung zwischen Nutzer und Smartphone neu definieren. Wenn der Bildschirm des Smartphones dunkel ist, spiegelt man sich. Wenn er leuchtet, sieht man das soziale Infogetöse seiner Freunde, Friends, Kontakte. Es gäbe kein besseres Symbol für das Hyper-Ich.

Wie das Google Watchblog berichtet, gibt es jetzt mit “Hyperlapse” eine Möglichkeit, um eigene virtuelle StreetView-Touren zu erstellen:

StreetView Hyperlapse lädt alle Fotos einer zuvor ausgewählten Strecke und zeigt diese in schneller Abfolge nacheinander an und erstellt so die Illusion eines Films bzw. einer virtuellen Tour durch die Strecke. Die Tour kann jederzeit mit der SPACE-Taste angehalten und die Umgebung frei gedreht werden. Ebenfalls kann die Blickrichtung geändert und dann die gesamte Strecke noch einmal in diesem Blickwinkel abgefahren werden.

Eine weitere (doch eher lustige) Episode rund um die Urban Legend in Amerika, dass jeder Deutsche auf David Hasselhoff steht. Der US-Talker Jimmy Kimmel will Deutschland erpressen, entweder wird Justin Bieber sein Affen zurückgegeben – oder David Hasselhoff stirbt:

Und zum Abschluss der Webschau ein Web-Meme (via), wie man es noch nie gesehen hat: Grumpy Cat kann auch lachen

Trackbacks

  1. [...] Gerüchte und viel Häme: Die Suche nach einem neuen SPIEGEL-Chefredakteur findet weiter in aller Öffentlichkeit statt. [...]

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