22/08/2019

Webperlen: Second Screen, Techblogger und die Frage, ob man die Blogstatistik veröffentlicht

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Fernsehen mit “Second Screen”
  • Deutsche Techblogger sind besser als ihr Ruf
  • Die Techniktrends der Ifa 2013
  • Europas Presse zum deutschen Wahlkampf
  • Die Kriege der Zukunft werden auf Twitter geführt
  • Blogstatistik – sollte man seine Daten veröffentlichen?

Der Trend zum Second Screen setzt sich weiter fort. Wie die SZ heute berichtet, ist ein Bildschirm einfach nicht genug:

Viele Zuschauer sind vom Fernsehprogramm offensichtlich so gelangweilt, dass sie lieber zum Smartphone oder Tablet greifen, um E-Mails zu schreiben oder einzukaufen. Die Aufmerksamkeit verlagert sich ins Netz, für den Fernsehbildschirm geht sie verloren. Dass die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender, die größtenteils immer noch ein Programm für Zuschauer jenseits der 50 machen, jüngere Internetnutzer nicht zum Einschalten verführt, ist kaum verwunderlich.

Von wegen zweitrangig: Jürgen Vielmeier nimmt sich die IFA zum Anlass, um über die deutschen Techblogger zu schreiben, die deutlich besser als Ihr Ruf sind.

Noch während einer Konferenz posten Techblogger aus Deutschland die ersten Informationen eines Live-Events. Teams teilen sich auf, wenn mehrere Präsentationen zeitgleich stattfinden. Manche halten Kontakte zu Pressestellen oder Offiziellen eines Herstellers, um sich mit Vorabinformationen versorgen zu lassen. Nur Minuten nach einer Konferenz findet man die ersten Eindrücke (Hands-ons) eines Geräts online, in guter Bild- und Tonqualität.

Die aktuellen Trends auf der IFA stellt der Berliner Tagesspiegel vor:

Smarte Uhren fürs Handgelenk, Ultra HD fürs Wohnzimmer und Retrotechnik für Auge und Ohr. Wir stellen die Techniktrends der Ifa vor.

Ein Blick von außen hilft bekanntlich gegen Betriebsblindheit, deshalb sei an dieser Stelle auf die Zusammenstellung der europäischen Presse zum deutschen Wahlkampf verwiesen:

Das TV-Duell hat die Bundestagswahl in den Fokus der europäischen Presse gerückt. Das Urteil: Der Personenkult um Angela Merkel überdeckt die Inhalte. Der “Guardian” nennt das “Merkiavellismus”, “El País” analysiert den Neid der SPD auf die Hände der Kanzlerin.

Die Kriege der Zukunft werden auf Twitter geführt” ist zwar eine sehr martialische Überschrift, aber der Artikel enthält einige interessante Gedanken:

Debattieren, dementieren und informieren: Für Polens Außenminister Radoslaw Sikorski sind soziale Netzwerke die Zukunft der Diplomatie. Warschau setzt auf Botschaften mit 140 Zeichen.

Und zum Abschluss ein paar Gedanken, die sich wohl schon jeder gemacht hat, der ein Blog sein eigen nennt. Blogstatistik – sollte man seine Daten veröffentlichen?

Ich kenne viele Blogs und Webseiten wo über die Besucherzahlen nicht offen gesprochen wird. Der Grund? Viele haben Angst davor und halten es für nicht seriös. Sie glauben, dass ihnen die Veröffentlichung schaden könnte. Hat der Wettbewerber mit seiner Website mehr Zugriffe, dann rückt das ggf. meine Seite in ein schlechtes Licht.

 

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Webperlen: Das Betahaus in Hamburg, Länge von Webvideos und 10 Hochzeitsfotos abseits der Norm

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Warum Hamburg das Betahaus braucht
  • 30 schmutzige Berliner-Startup-Fakten
  • Wie lange darf es denn sein? – Über die Länge von Webvideos …
  • Einbrecher 2.0: Ich weiß, wo Du wohnst!
  • Reisegadget: Weltkarte zum Rubbeln für weit gereiste Angeber
  • Apple untersucht iPhone-Todesfall
  • Steinbrücks absurder Wahlkampf
  • 10 Hochzeitsfotos abseits der Norm

Seit das Betahaus in Hamburg – der einzig größere Co-Working-Place in der Stadt – vor kurzem Insolvenz anmelden musste, fürchtet so mancher, dass die digitale Bohème Hamburg künftig den Rücken kehren wird, da die Hansestadt immer weiter gegenüber dem ewig gehypten Berlin zurückfällt. Ein ziemlich guter Appell, warum Hamburgs Kreativwirtschaft auf das Fortbestehen des Betahauses angewiesen ist, findet sich auf Digital Media Women unter “Warum Hamburg das Betahaus braucht“:

Also: Zeit in die Hände zu spucken und den Standort selbst zu sichern. Ihr Googles und Facebooks, ihr XINGs, Qypes, Bigpoints, Innogames, Goodgames von Hamburg: Jetzt zeigt Berlin doch mal, dass es arm und unsexy ist und dass in Hamburg das Geld verdient wird. Greift euch den Think Tank/Nextmedia, die Kreativgesellschaft und Hamburg@Work, reißt euch zusammen, schließt euch zusammen und hängt euch bei einem neuen Digital Hub aus Betahaus und Internetinsel richtig mit rein. Es wird sich auszahlen.

Wo wir schon bei Hamburg vs. Berlin sind: Die Gründerszene hat 30 schmutzige Berliner-Startup-Fakten gesammelt:

Berliner Startups…

1. …speaken gerne in fancy Anglizismen, weil sie zu lazy zum Nachdenken sind und ihre Language als sozialen Code nutzen. Sie haben kein Büro, sondern ein Office, machen keine Anrufe, sondern Calls und sammeln auch kein Geld ein, sondern betreiben Fundraising. Darüber hinaus zählen diese Begriffe zu ihrem Standard-Repertoire und das zu den verbalen Eigenarten.

YouTube

Allenthalben wird moniert, dass das Internet die Aufmerksamkeitsspanne abgesenkt hat – und das wohl auch mit einer gewissen Berechtigung. Stefanie Aßmann wirft auf ihrem Blog die Frage auf, wie lange ein Webvideo denn sein darf:

Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich bis zu einer Länge von etwa 15 Minuten, mir ein Webvideo in den meisten Fällen bis zum Ende anschaue. Alles was länger dauert, muss mich inhaltlich überzeugen, quasi bei Laune halten, sonst springe ich ab. Dann lese ich lieber einen Hintergrundbericht zum Thema.

Immer wieder tauchen im Netz Behauptungen auf, dass Einbrecher gezielt Facebook und Twitter durchsuchen, um leerstehende Wohnungen ausfindig zu machen. Das ZDF-Blog “Hyperland” hat sich jetzt die Mühe gemacht, der Behauptung nachzugehen, unter “Einbrecher 2.0: Ich weiß, wo Du wohnst!” erfährt man beispielsweise:

“Bloß nicht den Briefkasten überquellen lassen”, “Am besten eine Zeitschaltuhr nutzen”, “Lasst die Rollos oben”. Pünktlich zur Urlaubssaison kriechen sie wieder hervor, die guten alten Ratschläge, die verhindern sollen, dass das Haus leer steht, wenn man von der Reise zurückkommt. Seit ein paar Jahren kommen zusätzlich noch die Verhaltensregeln für Social Media dazu – die sind durchaus sinnvoll, aber ebenso mit Vorsicht zu genießen.

Für Reiselustige (bzw. für Reise-Angeber) hat DIE WELT eine Weltkarte ausgemacht, bei der man die besuchten Länder freirubbeln kann – die Weltkarte zum Rubbeln für weit gereiste Angeber:

Ein Souvenir zum Aufhängen für all diejenigen, die gern verreisen: Zuerst ist diese Wandkarte im Format von 58,2 x 81,9 Zentimeter nichts weiter als ein riesiges Rubbellos in den Farben Gold und Weiß. Doch das ändert sich nach jeder Reise. Dann wird ein neu besuchtes Land mit einer Münze sorgfältig freigekratzt.

Die Probleme im Hause Apple scheinen sich zu häufen, jetzt kam es in China sogar zu einem Todesfall, eine junge Frau starb, als sie mit ihrem iPhone telefonieren wollte, das sich noch am Netzteil befand. Apple untersucht iPhone-Todesfall:

Laut einem Bericht der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua behaupten die Angehörigen der jungen Frau, sie sei ums Leben gekommen, als sie versucht habe, einen Anruf zu beantworten, während der Akku ihres iPhones geladen wurde. Ein Beamter des Büros für öffentliche Sicherheit erklärte am Montag, dass eine erste „grundlegende Untersuchung“ ergeben habe, dass die Frau durch einen Stromschlag gestorben sei.

Wie ein Unfall mutet derzeit auch der Wahlkampf der SPD an. Obwohl die Regierung jede Menge Steilvorlagen liefert, gelingt es der Partei nicht, auch nur irgendwie aufzuholen. In der “Post von Horn” wird das gesamte Elend unter der bezeichnenden Überschrift “Steinbrücks absurder Wahlkampf” (via) analysiert:

Steinbrücks Wahlkampf wird zunehmend absurd. Immer stärker widerspricht er der Rationalität und Lebenserfahrung, mit der normale Menschen ihren Alltag ordnen. Der Zuschauer kann nur noch staunen: Die SPD mag nicht aufhören, sich zu täuschen. Neuer Höhepunkt des Selbstbetrugs durch Selbstsuggestion: Steinbrück glaubt, die SPD könne fünf Millionen ehemalige Wähler zurückgewinnen.

Und zum Abschluss der Webschau wieder etwas Witziges: Christian Brandes hat die wohl 10 peinlichsten Hochzeitsfotos zusammengestellt:

Zwei Menschen, ein Tag, Fehler werden nicht entschuldigt. Es ist nicht zuletzt die fehlende Reproduzierbarkeit, die das Event Hochzeit so besonders macht. Jedes Foto ist ein so genanntes Once In A Lifetime Picture. Umso wichtiger ist das Gelingen der Schüsse. Oder anders herum: Umso schwerer wiegen Schüsse, die daneben gehen.

Die Fotos findet man unter “10 Hochzeitsfotos abseits der Norm“.

 

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Kommunalwahl in Lübeck am 26. Mai 2013: Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck (BfL) starten multimedial und mit Klartext in den Wahlkampf

  • „Bürger wählen Bürger für Lübeck“ lautet ein Wahlslogan der parteiunabhängigen Wählergemeinschaft BfL, die antritt, um zum zweiten Mal nach 2008 frischen Wind ins Lübecker Rathaus zu bringen.
  • „Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz“: mit diesem Credo setzen die BfL von Anfang an auf den direkten Kontakt und offenen Dialog mit den Lübecker Bürgern. Persönlich vor Ort und im Gespräch, aber auch im Internet und über die „sozialen Medien“ im Web 2.0.

BfL_LogoLübeck, 11. April 2013 – Gesunder Menschenverstand und Klartext statt Parteiideologie und Klüngelei: Mit rund 11 Prozent aller Stimmen gehörten die Bürger für Lübeck (www.buerger-fuer-luebeck.de) zu den großen Gewinnern bei der Kommunalwahl 2008. Ein Erfolg, an den die Wählergemeinschaft bei der kommenden Wahl am 26. Mai 2013 anknüpfen will: „Durch die sachorientierte Arbeit, klare Aussagen ohne Rücksicht auf machtpolitische Spielchen und das konsequente Eintreten für Lübecker Belange hat sich die BfL-Fraktion selbst bei Bürgern, die bei der Bundes- und Landespolitik einer anderen Partei nahestehen, Interesse und Respekt erarbeitet“, sagt der Vorsitzende der Wählergemeinschaft, Matthias David Kramer. Die Bürger für Lübeck treten daher auch 2013 wieder mit einer konsequenten lokal- und kommunalpolitischen Ausrichtung an: „Bürgernah, für alle da!“

Besser für Lübeck: Lübsche Kommunalpolitik statt Parteiprogramme aus Berlin und Kiel

Die Bürger für Lübeck (www.buerger-fuer-luebeck.de) gehen optimistisch in den Kommunalwahlkampf, „weil immer mehr Lübecker erkennen, dass unsere Hansestadt auf sich selbst gestellt ist – aus Kiel und Berlin wird Lübeck regelmäßig nur abgestraft statt unterstützt“, sagt Fraktionsvorsitzender Volker Krause. „Während die Vertreter der etablierten Parteien in der Bürgerschaft Bundes- und Landesprogramme durchsetzen müssen, die keine Lübschen Interessen vertreten, zählen für die BfL einzig und allein die positive Entwicklung in Lübeck“, so Krause weiter. Dass das konsequente Eintreten für Lübecker Interessen notwendigerweise nur mit der Ablehnung von Parteienklüngel und persönlicher Vorteilsnahme einhergehen kann, hat die Wählergemeinschaft bereits im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt, als die Bürger für Lübeck in klarer Abgrenzung zu den etablierten Parteien ihren Ehrenkodex für die Mitglieder, Mandats- und Funktionsträger einstimmig verabschiedet haben.

„Klartext für Lübeck“ – dieser Grundsatz durchzieht den Kommunalwahlkampf der Bürger für Lübeck wie ein roter Faden. „Durch die modernen Kommunikationsmittel ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Wir sind für jeden Bürger offen, der sich mit seinen Ideen und Vorschlägen einbringen möchte“, sagen die beiden Spitzenkandidaten der BfL, Astrid Stadthaus-Panissé und Marcel Niewöhner. Nicht nur mit einer klassischen Internetseite bieten die Bürger für Lübeck Informationen und Austausch zur Lübecker Politik.

Auch über Twitter (http://twitter.com/BfLFraktion) und Facebook (http://www.facebook.com/pages/Fraktion-B%C3%BCrger-f%C3%BCr-L%C3%BCbeck-BfL/113936708631016) ist die Wählergemeinschaft aktiv. Wählerinnen und Wähler können sich über die Themenschwerpunkte der Bürger für Lübeck bspw. durch „7 Türme – 7 Thesen – 7 Ziele“ und dem Aktionsprogramm 2018 informieren, um sich selbst ein Bild davon zu machen, ob sie bei der Kommunalwahl konsequent auf Lübecker Kommunalpolitik mit den Bürgern für Lübeck setzen möchten.

Crossmediale Unterstützung durch die PR- und Marketing Agentur Görs Communications

Um im Crossmedia-Wahlkampf richtig durchzustarten, setzen die Bürger für Lübeck auf die  Unterstützung durch die PR- und Werbeagentur Görs Communications (www.goers-communications.de), die sich neben klassischer PR / Öffentlichkeitsarbeit und Werbung besonders auf Digital Relations, Online-PR und Onlinemarketing spezialisiert hat. „Als gebürtiger Lübecker freut es mich natürlich sehr, das Know-how unserer Kommunikationsagentur letztlich für die Stärkung meiner Heimatstadt einzubringen“, sagt Daniel Görs, Inhaber von Görs Communications. „Denn die unabhängige Wählergemeinschaft BfL hat überzeugende Ziele und ein lübeckzentriertes Politikverständnis, das sich klar von den anderen Parteien absetzt. Wir freuen uns, für die BfL den Wahlkampf und den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern der Hansestadt über verschiedene Medien hinweg intensivieren zu können.“

 

Über die unabhängige Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck (BfL):

Bei der unabhängigen Wählervereinigung Bürger für Lübeck (BfL) handelt es sich um einen Zusammenschluss parteiloser und engagierter Lübecker Bürger. Die Wählergemeinschaft hat sich vor allem die Stärkung des Lübecker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes auf die Fahnen geschrieben hat. Im Gegensatz zu den Parteien setzen die BfL auf einen fach- und sachorientierten Politikstil, statt das Wohl der Hansestadt austauschbaren Parteiprogrammen oder der Parteiräson unterzuordnen. Auf Koalitionsaussagen verzichtet die Wählergemeinschaft bewusst, da keine festen Bündnisse mit anderen Bürgerschaftsfraktionen angestrebt werden. Dafür bilden die BfL je nach Sachverhalt Themenpartnerschaften mit den anderen Fraktionen der Lübecker Bürgerschaft, um dem gesunden Menschenverstand und eben nicht wahltaktischen Kalkülen zur Geltung zu verhelfen.

Mehr Informationen über die Bürger für Lübeck (BfL), ihre Themen und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf der Internetseite www.buerger-fuer-luebeck.de, auf Twitter (http://twitter.com/BfLFraktion) und auf Facebook (http://www.facebook.com/pages/Fraktion-B%C3%BCrger-f%C3%BCr-L%C3%BCbeck-BfL/113936708631016).

 

Über die PR- und Werbeagentur Görs Communications:

Görs Communications ist die Agentur für integrierte Kommunikation in Lübeck und Hamburg. Die inhabergeführte PR- und Werbeagentur entwickelt für Projekt- und Vertragskunden zielgerichtete Maßnahmenpakete, die von Werbung über Public Relations (PR), Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Digital Relations, Online-PR, bis zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Social Media reichen. Görs Communications vereint die Vorteile von klassischer und digitaler Kommunikation, damit die Kunden mehr Bekanntheit, mehr Aufmerksamkeit und mehr Umsatz erzielen.

Mehr Informationen im Internet unter www.goers-communications.de

Das Ende vom PeerBlog: Digital Relations Learnings?

Es hat sich bereits am Mittwoch abgezeichnet, jetzt wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Das PeerBlog ist definitiv Geschichte. Die Macher hinter dem Blog haben die Reißleine gezogen, aber von einem Mea Culpa kann nicht die Rede sein, stattdessen mussten Hackangriffe als Begündung herhalten (zitiert nach den Ruhrbaronen): “Hinter den Virus- und Trojaner-Attacken steckt die Hacker-Gruppe „T3AM M3DUSA“, die auf Twitter ankündigte, den PeerBlog auf Dauer anzugreifen. Damit bleibt peerblog.de faktisch offline. Wir sehen uns deshalb gezwungen, die Website vom Netz zu nehmen.”

Damit hat man sich eher schlecht als recht aus der Affäre gezogen, was angesichts der bisherigen “Performance” nicht weiter verwundert. Trotzdem sollte man sich fragen, was für Learnings aus der Unterstützer-Aktion gezogen werden können. Zum einen haben die Macher (bzw. Spender, angeblich hat das PeerBlog gut 100.000 Euro gekostet) die politische Kultur in Deutschland vollkommen falsch eingeschätzt. Es bringt nichts, ständig darauf hinzuweisen, dass solche Unterstützer-Blogs in Amerika gang und gäbe sind, wenn selbiges nicht auch für Deutschland gilt. Was dem Wähler in Texas zusagt, kann für den Wähler in Nordrhein-Westfalen eher abschreckend sein – außerdem funktionieren Wortspiele wie Wenn die Peer Group bloggtnicht, wenn der Kandidat Barack Obama heißt.

Außerdem hat man sich vorher offensichtlich keine Gedanken über die Stärken und Schwächen von Peer Steinbrück gemacht, denn sonst hätte man gemerkt, dass die zumindest derzeit größte Schwäche von Steinbrück das leidige Thema Finanzen ist. Also nicht die Staatsfinanzen, sondern seine persönlichen Finanzen. Und genau auf diese Schwäche hat das Blog eingezahlt. Unternehmer, die mal eben 100.000 Euro an der Parteienfinanzierung vorbei für Steinbrück locker machen – das hätte sich die Opposition nicht besser ausdenken können.

Nicht wenige Blogs haben zudem den schlechten (Schreib)Stil im PeerBlog kritisiert, während anderswo vom Bla-Revier geschrieben wird, kritisieren die Blogger auf ZEIT-ONLINE die Großmannssucht:

Es beginnt mit dem Ton. Der ist manchmal ziemlich plump: “Peer fordert zweites Duell – Merkel kneift”. Das könnte auch von der Pressestelle im Willy-Brandt-Haus kommen.

An anderen Stellen ist der Ton überaus großspurig. Kein geringerer als Barack Obama dient den Peer-Bloggern als Vorbild. Wie man gleich im ersten Absatz der Selbstdarstellung erfährt. Und, ja, auch die “arabischen Revolutionen” bezeichnen die Autoren lässig als ihre geistigen Paten. Kleiner geht es kaum.

Naja, das dürfte vermutlich eher Geschmackssache sein, außerdem müssen PR-Agenturen sich auch immer in ein Thema hineinschreiben, auf Anhieb findet vermutlich niemand den zu 100 Prozent richtigen Ton, auch wenn viele Agenturen das behaupten. Beim Berliner Tagesspiegel hingegen wirft man einen Blick auf die generellen Schwächen von Steinbrücks (digitalen) Auftritt, in einem lesenswerten Kommentar schreibt Christian Tretbar:

Steinbrück fehlt noch immer der Zugang zur Netzwelt. Weder er noch seine Mannschaft haben bisher einen Weg für eine angemessene Kommunikation gefunden. Mag sein, dass er im Netz nicht viel zu gewinnen hat – dafür ist es wohl schon zu spät. Aber er kann noch immer eine Menge dort verlieren.

Was vermutlich stimmt. Weder auf Facebook, noch auf Twitter macht Steinbrück eine gute Figur. Sein Twitteraccount, der fast ausschließlich vom Team gepflegt wird, lebt kaum noch, selbst die Tweets, die mit (ts) gekennzeichnet sind und vom “Team Steinbrück” stammen, erscheinen nur noch sporadisch, die letzte digitale Auszeit dauerte vom 28. Januar bis heute:

Twitterpause

Statt wenigstens zu versuchen, noch irgendwie auf die Diskussion um das PeerBlog einzugehen, lässt man sich einfach nicht mehr im Netz blicken. Auch eine Form der Krisenkommunikation, aber sicher nicht die, mit der man im Netz Freunde gewinnt. Da schneidet selbst die Kanzlerin besser ab, die um das Netz schlichtweg einen großen Bogen macht – auch wenn das alles andere als weitsichtig ist.

 

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Twitternde Politiker: Amerika top, Deutschland mittelmäßig

Eine mehr als beeindruckende Zahl, die Twitter kurz vor der Vereidigung von US-Präsident Obama verkündet hat. Neben dem Präsidenten, dem auf  Twitter mittlerweile gut 26 Millionen User folgen, twittern mittlerweile alle einhundert Senatoren, bei den Abgeordneten des Repräsentantenhauses liegt die Quote bei 90 Prozent, 398 (von insgesamt 435) Abgeordnete setzen regelmäßig 140-Zeichen-Nachrichten ab:

 

Angesichts der US-Zahlen haben deutsche Blogger nachgerechnet, wie hoch denn der Anteil der Twitter-User unter den deutschen Parlamentariern ist. Laut SocialPunk liegt die Quote bei doch eher bescheidenen 40,8 Prozent, 253 Bundestagsabgeordnete sind demnach bei Twitter angemeldet, 367 ignorieren die Social Media-Kommunikationsplattform. Den höchsten Anteil hat dabei die Grünen Fraktion (69% der grünen MdBs twittern), gefolgt von der FDP (58%), der Linke (49%), der SPD (36%) und schließlich der Union (26%).

Wie kommt der Unterschied zwischen Amerika und Deutschland zustande?
Sucht man nach Gründen für die unterschiedliche Nutzung des Microblogging-Dienstes, dann muss natürlich zunächst das unterschiedliche Digitalverhalten auf den beiden Seiten des Atlantiks genannt werden. Amerika gehört noch immer zu den digitalen Vorreitern, viele Internet-Trends schwappen erst später nach Deutschland über, der durchschnittliche Amerikaner nutzt das Internet stärker als der durchschnittliche Deutsche, außerdem werden neue Anwendungen deutlich schneller adaptiert. Zudem legt die “Elite” in Amerika ein deutlich anderes Digitalverhalten an den Tag, so sind etwa bloggende und twitternde Professoren in den USA so etwas wie der Normalfall, während viele deutsche Professoren das Netz als nicht standesgemäß empfinden. Insgesamt  besteht also ein Klima, das die amerikanischen Politiker deutlich schneller zu Twitter greifen lässt, als die deutschen Pendants.

Außerdem sollte man die Auswirkungen des Wahlrechts nicht gering einschätzen. In Amerika gibt es keine Listenplätze, jeder Politiker wird direkt gewählt. Und das gleich doppelt: Wie bei den Präsidentschaftswahlen muss sich jeder Abgeordnete des Repräsentantenhauses und jeder Senator zunächst in den Primaries (Vorwahlen) gegen die Konkurrenz aus der Partei durchsetzen, bevor er überhaupt zur Wahl aufgestellt wird. Gegenüber den deutschen Politikern, die eher parteiintern auf einen guten Listenplatz schielen, erhöht das natürlich den Druck, bekannter und populärer in der Bevölkerung zu werden – was dazu führt, dass die Politiker möglichst jede erfolgversprechende Kommunikationsform nutzen.

Zudem gibt es in den USA einen starken Obama-Faktor. Obama hat bei seiner ersten Präsidentschaftswahl 2008 massiv auf soziale Medien gesetzt – und das mit beachtlichem Erfolg. Dadurch entsteht natürlich auch bei den Gegnern ein Vorbild-Charakter, selbst erzkonservative republikanische Abgeordnete aus dem Bible Belt wollen zumindest in der Nutzung der modernen Kommunikationsformen ein kleiner Obama sein. Angela Merkel hingegen hat erst jüngst erklärt, dass sie auch nicht zur kommenden Bundestagswahl twittern will.

Ein weiterer Grund sind die Wahlen selbst: Natürlich wird jeder Politiker (wenn er denn was von Kommunikation versteht) sagen, dass er die sozialen Medien zum “digitalen Austausch” oder wegen der “tollen demokratischen Partizipationsmöglichkeiten” nutzt, aber entscheidend dürfte dann doch für die meisten eher der Wahlkampf sein. Bestes Beispiel hierfür sind die ganzen Twitter-Accounts von Politikern, die in der Wahlkampfzeit eröffnet werden, um dann aber nach der Wahl ein Schattendasein zu fristen. Und da in Amerika erst jüngst gewählt wurde (und das Repräsentantenhaus eh alle zwei Jahre gewählt wird) und in Deutschland der Wahlkampf für die Bundestagswahl noch nicht richtig angelaufen ist, dürfte der Vergleich USA-Deutschland durch den Zeitpunkt etwas verzerrt sein.

In acht Monaten (Bundestagswahl ist am 22. September 2013) dürfte die große Lücke zwischen den twitternden Politikern in Amerika und in Deutschland deutlich kleiner geworden sein, eine Voraussage, die Görs Communications gleich nach der Wahl hier im Blog unter Beweis stellen wird.

 

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