15/09/2019

Webperlen: AdBlocker wirkungslos, PR, Hamburg, Drosselkom und Facebook-Algorithmen

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • AdBlocker ab heute wirkungslos: Publisher gehen in die Offensive
  • PR übernimmt den Journalismus
  • Twitter: HVV-Fake bringt Hamburg zum Lachen
  • Gericht stoppt Drosselpläne der Telekom
  • Die App für die Berghain Schlange
  • Offline! Start-ups, die 2013 bereits gescheitert sind
  • Hoffnung für Text-Profis: Google versteht jetzt (vielleicht) auch Journalismus
  • Das wichtigste Foto für die Biologie des 20. Jahrhunderts
  • To-Do-Software: 10 Tools, um Aufgaben zu verwalten
  • Event, Event, die Kindheit brennt
  • Homöostasis
  • Soziale Netzwerke: Facebook weiß, ob die Partnerschaft hält

Das ewige Hickhack zwischen den Nachrichtenseiten und den Programmierern von Werbeblockern geht in die nächste Runde. Wie Online Marketing.de berichtet, sind AdBlocker ab heute auf bestimmten Portalen wirkungslos, die Publisher gehen in die Offensive (via):

Wer die Webseite von PC Games, PC Games Hardware oder buffed mit einem AdBlocker betritt, wird sich wundern. Auf diesen Seiten sind AdBlocker wirkungslos, die Werbeanzeigen werden regulär ausgespielt. [...]
Ein deutsches Startup, welches zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden soll, steckt hinter der Technologie.

Welchen Einfluss hat PR auf die Berichterstattung? Laut dem Onlinemagazin “politropolis” einen sehr enormen, PR übernimmt geradezu den Journalismus, was sich nicht zuletzt am Verhältnis der Journalisten zu den PR-Fachleuten (in USA) zeigen würde:

Im Jahr 1980 gab es etwa 0,45 PR-Arbeitnehmer pro 100.000 Einwohner im Vergleich zu 0,36 Journalisten. Im Jahr 2008 gab es 0,90 PR-Leute pro 100.000 im Vergleich zu 0,25 Journalisten. Das ist ein Verhältnis von mehr als drei-zu-eins. Und dabei ist PR gegenüber dem Journalismus erheblich besser ausgestattet und besser finanziert.

Wir wünschen allen Fahrgästen viel Erfolg beim Heimweg. So ein Herbstspaziergang ist was feines“: Während so mancher über den Sturm in Hamburg verzweifelte, hatte man auf Twitter jede Menge Spaß. Ganz vorne: Ein Account, der sich als Hamburger Verkehrsbetrieb ausgab und richtig schön zynische Tweets verfasste:

Wer so schlau war, sich über Twitter zu informieren, stolperte früher oder später über den Account @hvvhamburg – und hatte damit einen lustigen Abend. Jedenfalls sobald er verstanden hatte, dass hier nicht die echte Hamburger Hochbahn twitterte.

Das “sobald er verstanden hatte” galt offenbar nicht für gewisse Politiker, wie Renate Künast von den Grünen unter Beweis gestellt hat:

KünastHumor

Ein Sieg für den Verbraucherschutz – und natürlich vor allem für die “Heavy User”. Das Kölner Landgericht hat die Drosselpläne der Telekom – im Netz als #Drosselkom verspottet – gestoppt:

Die Deutsche Telekom darf nach einer Entscheidung des Kölner Landgerichts die Surfgeschwindigkeit bei Pauschaltarifen nicht einschränken. Eine entsprechende Vertragsklausel erklärte das Kölner Landgericht am Mittwoch für unzulässig.

“There is an app for everything”, selbst für die Schlange des Berliner Szene-Clubs Berghain (via). Am Nullpunkt der Start-Up Kultur kommste immer rein:

Ihr mögt es nicht glauben, aber beim Techcrunch Hackathon in Berlin wurde ernsthaft eine App gebastelt, deren Versprechen ist: mit mir kommst du ins Berghain.

Aus der Traum, zum Unternehmertum gehört zwangsläufig auch immer das Scheitern. Eine Binsenwahrheit, die jedoch für Start-ups umso mehr zutrifft, deutsche-startups.de (via) berichtet über Start-ups, die 2013 bereits gescheitert sind:

Leider sind auch in den ersten neun Monaten dieses Jahr wieder etliche deutsche Start-ups und Online-Projekte für immer von der digitalen Bildfläche verschwunden. Zuletzt segneten unter anderem der Berliner Fotodienst 7moments, das noch junge Hotel-Start-up Hipaway und MyDryclean.de, ein Lieferdienst für Textilreinigungen, das Zeitliche.

Ein angenehmer Nebeneffekt vom neuen Google-Patent? Dank “Gibberish Scores” könnte zukünftig das Interesse an guten Texten von Text-Profis steigen, wie “Lousy Pennies” (via) unter “Google versteht jetzt (vielleicht) auch Journalismus” ausführt:

Durch diese Entwicklung steigt die Chance, dass Google Webseiten hervorhebt, die nach journalistischen Maßstäben befüllt werden. Werden diese Seiten von Unternehmen erstellt, werden sie Profis für ihre Inhalte benötigen. Kurz: Journalisten und Fachautoren.

Auf ScienceBlogs verlinken wir hier in der Webschau viel zu selten, häufig finden sich dort spannende Themen so aufbereitet, dass auch Laien sie verstehen. Und zum Teil sogar zu Hause nachexperimentieren können, wie etwa bei “Das wichtigste Foto für die Biologie des 20. Jahrhunderts“:

Man muss die Mechanismen der Röntgenkristallographie nicht im Detail verstehen; aber bewaffnet mit einem Laserpointer und einem Kugelschreiber kann man ganz einfach selbst ein solches Helix-Kreuz erzeugen, damit ein bißchen Wissenschaftsgeschichte rekapitulieren und vielleicht sogar nachempfinden, weshalb es Watson so sehr inspirierte.

Immer alles schön der Reihe nach abarbeiten! t3n (via) stellt (ausführlich!) 10 Tools, um Aufgaben zu verwalten, vor:

Spätestens, seit David Allen seine Getting-Things-Done-Methode vorgestellt hat, sind To-Do-Listen in aller Munde. Und so gibt es im Bereich der To-Do-Software inzwischen etliche Apps, die dabei helfen sollen, solche Listen schnell und effizient abzuarbeiten. Wir haben zehn davon getestet und zeigen euch, welche Vor- und Nachteile sie haben.

Ein wunderschön zu lesender Rant! Unter Event, Event, die Kindheit brennt (via) zieht die Autorin gegen die “Ritualdiktatur” von Schulen zu Felde:

Ich würde sogar noch weiter gehen und von “Ritualdiktatur” sprechen. Moderne Grundschulkinder können keinen Schritt mehr machen ohne das zugehörige Lied, die zugehörige Geste, das zugehörige Sprüchlein. Wo früher “trenne nie st, denn es tut ihm weh” einen gewissen inhaltlichen Bezug hatte, müssen heute Pausenlieder gesungen werden, und selbst der Toilettengang wird musikalisch eingeläutet.

Und gleich noch ein weiterer, gelungener Rant: Matthias Bauer zieht unter “Homöostasis” (via) gegen die ganzen schwachsinnigen Gesundheitstipps zu Felde:

Leider kann ich nicht so oft und so laut „Bullshit!“ schreien, wie ich gerne möchte und wie all diesen Themen angemessen wäre. Die Supermärkte und Bücherregale, die Fernsehprogramme und nicht zuletzt das Internet sind voller Selbsthilfe-Tipps, Lebensratgebern, Expertenmeinungen, und einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen für irgendwelche Erfolge.

Und zum Abschluss der Webschau in diesem Blog noch ein Beitrag über Facebook. Genauer: Über die Möglichkeiten der Facebook-Algorithmen. Facebook weiß, ob die Partnerschaft hält:

Freundschaft, Partner, Clique: Bei Facebook läuft alles zusammen. Das soziale Netzwerk kann sogar vorhersagen, ob die Beziehung hält – ein neuer Algorithmus macht es möglich.

Webperlen: Der Postillon, Monitoring-Tools, Flickr mit Hashtags und ein Smartphone im Kochtopf

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Der Postillon über das Ende vom Google Reader
  • Kostenlose Social-Media-Monitoring-Tools
  • Profilbild-Vorlagen für alle wichtigen sozialen Netzwerke
  • Twitter als Nachrichteninstrument: Deutschland ist Schlusslicht
  • Flickr führt Hashtags ein
  • Google Keep: Evernote-Konkurrent von Google zeigt sich
  • Legacy Media – analoger Wein in digitalen Schläuchen
  • Exklusive Qatar-Dream-Football-League-Geschichte war exklusiv erfunden
  • Sony Xperia Z überlebt auch den Kochtopf (Video)

Jetzt greift auch die Satire-Seite Der Postillon das Ende vom Google Reader auf, unter “Google stellt Suchmaschine zum 1. Juli 2013 ein” heißt es:

Mountain View (dpo) – Das Unternehmen Google hat angekündigt, zum 1. Juli 2013 die inzwischen nur noch stiefmütterlich geführte Suchmaschine gleichen Namens abzuschalten. Im Zuge des jährlichen Frühjahrsputzes (“spring cleaning”) kündigte der Konzern in einem offiziellen Blog-Beitrag an, sich künftig auf wichtigere Produkte wie nerdige Brillen, selbstlenkende Autos, ein kaum genutztes soziales Netzwerk und sprechende Schuhe konzentrieren zu wollen.

Eine ziemlich Fleißarbeit, von der aber alle profitieren können, die sich professionell mit dem Thema Social Media beschäftigen. Onlinemarketing Praxis hat eine Aufstellung von allen praktischen und kostenlosen Diensten gemacht, die einem beim Social-Media-Monitoring nützlich sein könnten. Neben bekannten Diensten wie Topsy, Klout und hootsuite sind in dem Beitrag “Kostenlose Social-Media-Monitoring-Tools” auch etliche Tools genannt, die einem wenig sagen, die man aber trotzdem – oder gerade deshalb – ruhig mal ausprobieren sollte:

Beim Social-Media-Monitoring werden soziale Medien nach Informationen und Nutzerprofilen durchsucht, die für ein Unternehmen relevant sind. Zum Einstieg ins Social-Media-Monitoring bieten sich kostenlose Social-Media-Monitoring-Tools an. Markus Mattscheck hat hier eine Auswahl an Tools für unterschiedliche soziale Medien und für verschiedene Einsatzzwecke zusammgengestellt.

Wo wir schon bei praktischen Diensten für Social Media sind: t3n stellt den Social Media Image Maker vor, ein kostenloser Webdienst, der das Erstellen von Pfofilbildern deutlich erleichtert:

Er bietet Vorlagen für alle wichtigen sozialen Netzwerke – darunter Facebook, Google+ und YouTube. Unterstützt werden auch weniger oft benutzte Portale wie Gravatar, Slideshare und About.me. Nutzer können das Bild nach Belieben beschneiden und drehen, mit 14 Filtern den passenden Look verleihen und Details wie Schärfe und Rauschen bestimmen.

Mehr auf t3n unter “Profilbild-Vorlagen für alle wichtigen sozialen Netzwerke“.

Jede Menge #Catcontent und anderer witziger Kram, aber kaum Verweise auf Nachrichtenseiten. Laut einer Studie sind deutsche Nachrichtenseiten bei Twitter massiv unterrepräsentiert, was aber auch mit der stiefmütterlichen Behandlung des Kurznachrichtendienstes durch eben jene Nachrichtenseiten zu tun haben könnte:

Eine Spitzenposition hat Deutschland nur in einem Kriterium: dem Einsatz automatisierter News Feeds wie Twitterfeed, die keine oder nur eine geringe Interaktion mit dem User erfordern. Diese automatisierten Linkschleudern sind sonst nur noch in Brasilien so beliebt. Einen deutlichen geringeren Wert weist Deutschland im Einsatz mobiler Twitter-Anwendungen auf.

Mehr in dem Focus-Artikel “Twitter als Nachrichteninstrument: Deutschland ist Schlusslicht“.

Wie sehr die verschiedenen Social Media-Plattformen voneinander abschauen, wird mal wieder unter Beweis gestellt. Flickr, ehemals der Platzhirsch bei den Bilder-Diensten, übernimmt jetzt auch Hashtags, eine “Innovation”, die bei Instagram und Twitter abgeschaut wurde:

Die neue Version 2.11.820 von Flickrs iOS-App für das iPhone führt nun auch Hashtags überall dort ein, wo Text eingegeben werden darf, also zum Beispiel im Titel. Diese speziellen Schlagwörter mit der Raute am Anfang (zum Beispiel #berlin) führen beim Anklicken eine systemweite Suche bei Flickr aus, was besonders bei mobilen Anwendungen den Vorteil hat, dass der Anwender keine Texte mehr eintippen muss, um gleichartig verschlagwortete Inhalte zu finden.

golem.de titelt dementsprechend auch gleich “Instagram als Vorbild: Flickr führt Hashtags ein“. Außerdem hat Google offenbar eine Antwort auf Evernote gefunden, erste Screenshots sieht man unter “Google Keep: Evernote-Konkurrent von Google zeigt sich“.

Ein weiterer guter Artikel zur Zukunft des Journalismus im digitalen Zeitalter: Im Artikel “Legacy Media – analoger Wein in digitalen Schläuchen” wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob es ausreicht, den (alten) Printjournlaismus einfach nur ins Netz zu übertragen. Die Antwort lautet, kaum verwunderlich, nein:

Wir optimieren die Verbreitungswege, kümmern uns aber nicht genug um die Inhalte. Vieles von dem, was wir (jetzt über Dutzende Kanäle) aussenden, ist lieblos aus irgendwelchen Agenturen zusammenkopiert und mit einem 0815-Schmuckbild versehen. Solche Inhalte versenden sich in der Regel – ob im Fernsehen oder bei Facebook, spielt am Ende keine Rolle. Analoger Wein in digitalen Schläuchen.

Hoax

Wie man es auf keinen Fall machen soll, hat jetzt die doch altehrwürdige The Times vorgemacht. Das bitische Blatt hat einen vermeintlichen Scoop gebracht, der sich kurze Zeit später als absolute Luftnummer entpuppte:

Vier Tage hat es gedauert. Es brauchte einen kleinen Shitstorm auf Twitter und wenige hartnäckige Blogger, um die vermeintliche Exklusivgeschichte der Londoner Times als das zu entlarven, was sie ist:
Bullshit.

Die Chronologie und die unterirdische Krisenkommunikation kann auf “The Times: Exklusive Qatar-Dream-Football-League-Geschichte war exklusiv erfunden” nachgelesen werden.

Es klappt, aber trotzdem sollte man es nach Meinung vom Görs Communications Blog tunlichst nicht selbst ausprobieren. Das neue Smartphone von Sony im Stresstest (via):

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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