20/08/2019

Webperlen: 61 Jahre BILD, 40 Jahre Internet und Catcontent ohne Ende

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • 61 Jahre BILD
  • 40 Jahre Internet
  • Infografik: Die Welt des Content Marketing
  • Was zeichnet eine gute PR-Beratung aus?
  • Preisübersicht: Dauerkarten 1. und 2. Fußball-Bundesliga 2013/2014
  • Leistungsschutzrecht: Einverständniserklärung zur weiteren Aufnahme in den Google News nötig
  • Leistungsschutzrecht für Verleger – Wohin geht die Reise?
  • Leistungsschutzrecht tritt in Kraft, ist bereits tot
  • Katzen befreien sich von der Idolatrie im Netz durch Selbstportraits
  • Google-Play-Geschenkkarten in Kürze bei Media Markt und Saturn
  • Kabel Deutschland – Vodafone vor Übernahme
  • Was sagen Sie zu den zwei Grimme Online Awards für den Postillon?

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie, aber bei der Bedeutung für die deutsche Medienlandschaft sind sich vermutlich alle einig – die einen im positiven, die anderen im negativen Sinne: Heute vor 61 Jahren erschien die erste Bildzeitung, Wikipedia weiß mehr:

Die erste Ausgabe der Bild-Zeitung erschien am 24. Juni 1952 mit einer Gesamtauflage von 455 000 Exemplaren. Die erste Ausgabe hatte vier Seiten und wurde kostenlos verteilt, danach kostete das Blatt 10 Pfennig. Inhaltlich gab es auf der Titel- und Rückseite ausschließlich aktuelle Fotos des Weltgeschehens im Großformat, dazu längere Bildunterschriften und drei Comic-Strips.

NeulandTweet

Neuland und kein Ende: Das von Angela Merkel in die Welt gesetzte Meme dreht im Netz immer weiter seine Runden. Durchaus auch mit produktiven Ergebnissen, bei Kroker’s Look @ IT findet sich eine spannende Infografik:

Umso passender, dass der amerikanische Webhosting-Dienstleister WhoIsHostingThis ebenfalls in der vergangenen Woche eine Infografik veröffentlicht hat, in der die 40-jährige Geschichte des Internets übersichtlich zusammengefasst ist: Los geht’s im Jahre 1969 mit dem Arpanet (Advanced Research Projects Agency Network), dem ersten dezentralen Computer-Netzwerk zwischen vier US-Universitäten.

Und noch eine tolle Infografik, die Welt des Content Marketing:

Content Marketing – was ist das eigentlich? Viele Werbetreibende wollen bei dieser Marketing-Form dabei sein, wissen aber oft gar nicht, was dabei zu tun ist und wie das aussieht. Bei Wishpond hat man einige Daten zum Content Marketing zusammengetragen und präsentiert diese in einer Infografik.

Was zeichnet eine gute PR-Beratung in Hamburg und auch anderswo aus? Da wir es hier im Blog bisher noch nicht erwähnt haben, noch ein Hinweis auf die “10 Gebote”:

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Unternehmen, die in Hamburg auf der Suche nach einer guten PR-Beratung sind, werden vom Angebot an Hamburger PR-Agenturen, PR-Beratern und Pressebüros regelrecht erschlagen. [...]
Doch was zeichnet eine PR-Beratung aus? Worauf sollten Unternehmen achten, die eine PR-Beratung in Hamburg suchen und was unterscheidet seriöse von unseriösen PR-Beratungen?

Da steckt steckt beileibe nicht nur für ein Blogeintrag viel Arbeit drin. Der “Übersteiger” hat sich die Mühe gemacht, sämtliche Eintrittspreise der ersten und zweiten Bundesliga sinnvoll aufzubereiten:

Da bin ich wieder, nach 2011/2012 und 2012/2013 geht der Versuch eines Preisvergleichs der Dauerkarten aus 1. und 2. Fußball-Bundesliga in eine dritte Runde, dieses Mal sogar mit einer Visualisierung (siehe unten). Die Regularien bleiben die gleichen, müssen aber auch hier wieder erwähnt werden. Es gibt drei Kategorien, alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.

War das ganze Theater um das Leistungsschutzrecht für die Katz? Google hat offensichtlich den Spieß umgedreht, und steigt bei Google News vom Opt-out-Verfahren auf’s Opt-in-Verfahren um. Das heißt, bei den Nachrichtenseiten ist zukünftig eine Einverständniserklärung zur weiteren Aufnahme in den Google News nötig:

Wer diese Einverständniserklärung nicht abgibt, dessen Inhalte werden ab dem 1.8.2013 nicht mehr in Google News angezeigt. Google sagt, dass sie nach eingehender Prüfung davon überzeugt sind, dass Google News das Leistungsschutzrecht nicht verletzt.

Damit sagt Google den Verlagen ganz klar: Wenn ihr wollt, nehmen wir euch wieder in den Traffic-Bringer Google News auf, wir werden dafür aber sich nicht einen einzigen Cent an euch zahlen. Damit fallen auch andere Lösungen, wie etwa sie etwa in Frankreich gefunden wurden, weg:

In Frankreich hatten sich die Verlage mit Google auf eine Pauschallösung verständigt. Diese sieht vor, dass Google mit 60 Millionen Euro einen Fond zur Förderung der digitalen Innovation der Verlage speist und darüber hinaus Hilfe bei der Vermarktung der Verlegerangebote mit Onlinewerbung leistet. Aber was sind einmalig 60 Millionen vor dem Hintergrund des Milliardengeschäfts, das im Internet gemacht wird?

Man kann es auch drastischer sagen, das Leistungsschutzrecht tritt in Kraft, ist aber bereits tot:

Oder um es brutaler zu formulieren: Google zahlt nicht und wer auf seinem LSR besteht, fliegt raus. Eine derartige Reaktion war zu erwarten, wir hatten eine vergleichbare Situation bereits in Belgien. Dort knickten die Verlage ein und etwas ähnliches scheint sich auch in Deutschland abzuzeichnen: Einige der großen Nachrichtenseiten haben bereits bestätigt, dass sie das Opt-in nutzen werden, etwa Zeit Online, die Süddeutsche, Heise oder Golem. Spiegel Online prüft und weitere haben auch bereits zugestimmt.

Apropos für die Katz: Irgendwer hat mal behauptet, dass das Internet zur Hälfte aus Erotik, zur anderen Hälfte aus Katzenbildern bestehen würde – es gibt keine Social-Media-Plattform, auf der nicht ständig #Catcontent eingestellt wird. Als wäre das noch nicht genug, gibt es jetzt auch eine App, mit der die Katzen selbst Bilder einstellen können:

Die Android App ermöglicht es Katzen selber Schnappschüsse von sich zu machen und diese dann automatisch auf dem eigenen Twitter, Facebook oder EyeEM Account zu posten. Wer für die Befreiung der eigenen Katze aus dem Internet-Terror der Fremdbeobachtung ist, braucht diese App.

Deutlich praktischer und sinnvoller ist dagegen die “Google-Play-Geschenkkarten in Kürze bei Media Markt und Saturn“-Ankündigung. Viele Smartphone-Nutzer haben aus Sicherheits- und Datenschutzgründen noch immer Bedenken, ihre Kreditkarte zu benutzen. Dagegen soll jetzt das neue Bezahlmodell helfen:

Denn die Guthabenkarten, die es bereits in den USA und einigen wenigen anderen Ländern gibt, kommen womöglich schon ab der nächsten Woche nach Deutschland. Unter anderem werden die beiden großen Elektronik-Ketten Saturn und Media Markt die Google-Play-Geschenkkarten im Angebot haben.

Ein Anbieter, der alles aus einer Hand liefern kann vs. Marktkonzentration: Wie DIE WELT berichtet, steht Vodafone kurz vor der Übernahme von Kabel Deutschland:

Die Kabel-Deutschland-Führungsspitze favorisiert eine Übernahme durch Vodafone, weil sie dann damit rechnen, dass die Transaktion relativ reibungslos über die Bühne geht. Vodafone könnte den deutschen Kunden mithilfe von Kabel Deutschland wettbewerbsfähigere Paketangebote für Fernsehen, schnelles Internet und Festnetz-Telefonate unterbreiten.

Letzte Woche bekam die Satire-Seite Der Postillon gleich zwei Grimme-Preise verliehen….

Ein prominentes Beispiel für den virtuosen Umgang mit Worten ist die Website “Der Postillon”, die sowohl mit dem Jurypreis in der Kategorie Information, als auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Über die Satireseite, auf der Stefan Sichermann täglich aktuelle Nachrichten parodiert, schreibt die Jury: “Die Ironie ist in Gefahr, in der Informationsflut zu ertrinken. Aber ‚Der Postillon‘ hat ihr ein Rettungsboot geschickt.”

… diesen Sonntag hat der Macher sich für die Preise bedankt – auf sehr schöne, selbstironische Art und Weise:

Obwohl als letzte große deutsche Tageszeitung erst 2008 ans Netz gegangen, konnte der Postillon beim diesjährigen Grimme Online Award gleich zwei der sinnlos schweren Plexiglas-Trophäen ergattern. Dabei wäre dieser Erfolg ohne Sie, liebe Leserinnen und Leser, doch überhaupt nicht möglich gewesen, denn immerhin… blabla… schleim… Jedenfalls: Was Sie von diesem Ergebnis halten, will der Preisillon (unterstützt vom Meinungsforschungsinstitut Ogrimmion Control) heute von Ihnen wissen:

Die Meinung kann unter “Was sagen Sie zu den zwei Grimme Online Awards für den Postillon?” abgegeben werden.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Neuland-Häme, Echtzeit-Journalismus und die abnehmende Wichtigkeit von Links bei Google

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Die Häme über Merkels “Neuland”
  • Echtzeit-Journalismus beim Obama-Besuch
  • Acht Kurzporträts: So sehen Blogger aus
  • Google stuft die Wichtigkeit von Links herunter
  • Wie wichtig sind Links?
  • Die Website verliert an Bedeutung – es lebe der Artikel
  • Update Facebook Seitenstatistiken
  • Google, Microsoft und Facebook zahlen für Datentraffic
  • Christian Ude hält Wort

Der amerikanische Präsident war in Berlin zu Gast, und im Netz ist vor allem ein einziger Satz (bzw. ein Wort) Thema, Merkels ”Das Internet ist für uns alle Neuland.” Natürlich eroberte der Hashtag #Neuland sofort die Trending Topics bei Twitter, “So witzelt das Netz über #Neuland” wird bei Storify die Top-Story. Neben Witzen, die im Kern fast alle auf “Digital Native” vs. “Internetausdrucker” hinausliefen, gab und gibt es aber auch diverse ernstgemeinte Beiträge, die (aus Merkels Perspektive) fast alle negativ ausfielen. Das Spektrum reicht von “Warum #Neuland gefährliches Neusprech der Kanzlerin ist” über “Warum Merkels Neuland-Spruch gefährlich dämlich ist” bis hin zu “Der kleine Spruch “Das Internet ist für uns Neuland” rechtfertigt ein weiteres Massensterben von Bürgerrechten im Netz“. Die digitale Avantgarde fühlt sich übergangen, man stellt das Vorhandensein von Grips infrage, stellt Merkel als Maschinenstürmerin dar und findet es alles andere als lustig. Vereinzelt wird Merkel sogar verteidigt, etwa unter “#Neuland: die Arroganz der Digital Natives“. Die Debatte tobte (und tobt) so sehr, dass sogar der Regierungssprecher sich genötigt sah, die Worte der Kanzlerin auf Twitter zu erklären:

Seibert

Der vielleicht beste, weil sachlichste Beitrag zum Thema findet sich jedoch auf dem Blog Basic Thinking, wo es unter “Das Internet bleibt #Neuland: Warum Merkel gar nicht so Unrecht hat” heißt:

Denn Friedemann Karig hat völlig Recht: Die Internetlandschaft verändert sich rasend schnell, sodass sich selbst vermeintliche Experten kaum trauen, einen Blick in die Glaskugel zu werfen. Und dabei gibt es so viele Felder, bei denen man Orakel spielen könnte: An der Datenschutzreform werkelt die EU schon seit gut drei Jahren herum – „ihr Realisierungszeitpunkt“ ist laut Wikipedia dennoch „nicht absehbar“.

Während sich die sozialen Medien auf Neuland stürzten, tickerten die etablierten Medien, was das Zeug hielt. Dass es dabei zum Teil auch ziemlich banal zuging, war zu erwarten, aber teilweise wurden Belanglosigkeiten aufgeblasen, wie man es sonst nur von königlichen Hochzeiten kannte. Die FAZ, nicht gerade als Leitmedium des Livetickers bekannt, hat unter der Überschrift “Echtzeit-Journalismus beim Obama-Besuch – Auf der Damentoilette wurde ein Ring gefunden” eine schöne Abrechnung mit den Belanglosigkeiten im Ticker geschrieben:

Wenn Journalisten solche Dinge für erwähnenswert halten, dann ist es offensichtlich, dass sie ihre Aufgabe, die vor allem im Filtern und Werten besteht, nur noch am Rande wahrnehmen. Sie können auch gar nicht mehr anders, jeden Moment muss sich ja die nächste Banalität ereignen: ein Auto, das vorfährt, ein Windstoß, der ein Kleid oder eine Frisur in Unordnung bringt, ein Gesichtszug, der für einen Moment entgleitet, der Bissen Spargel, der nun allen Ernstes verzehrt wird – das muss alles haarklein berichtet werden, im Netz ist ja Platz genug.

Ein kleiner, aber feiner Einblick in das Blogger-Universum. Spiegel Online hat acht Kurzportraits über unterschiedliche Blogger-Persönlichkeiten aus den unterschiedlichen Themengebieten zusammengestellt:

Im Netz zu Hause: Acht deutsche Blogger haben uns verraten, was sie antreibt, wie viel Zeit sie investieren und wie sie mit fiesen Kommentaren umgehen. Manche haben internationale Trends gesetzt, viele im Netz Freunde gewonnen – und einer kann vom Bloggen gut leben.

Und immer wieder die Google-Algorithmen. Basierte das Google-Ranking früher vor allem auf Links, nimmt die Bedeutung ständig ab, jetzt ist es wohl mal wieder soweit, Google stuft die Wichtigkeit von Links herunter:

Wie Barry Schwartz in seinem soeben auf searchengineland.com veröffentlichten Artikel `Google Changes Ranking Advice´ zeigt, hat Google auf der WMT-Hilfeseite zum Thema `Ranking´ eine kleine aber feine Änderung vorgenommen. Wurde bis vor Kurzem dort noch erklärt, dass man das Ranking einer Webseite explizit auch durch Links von anderen Seiten steigern kann, wurde entsprechende Passage nun geändert.

Eine gute (und ausführliche) Antwort auf diesen Artikel findet sich zudem hier, unter anderem heißt es dort:

Google weiß selbst am besten, wie viele einzelne Faktoren in den Suchergebnissen berücksichtigt werden. Daher fällt hier auf, wie ähnlich sich doch Google und die SEO-Agenturen am Ende wieder einmal sind: beide benutzen den Konjunktiv, um sich sowohl rechtlich als auch empfehlungstechnisch abzusichern. Es kann wohl niemand ganz genau sagen, wie man unter die Top 3 der Suchergebnisse kommt.

Ein paar intelligente Überlegungen unter “Die Website verliert an Bedeutung – es lebe der Artikel” darüber, wie Webseiten-Betreiber darauf reagieren sollen, dass sich das Surf-Verhalten insofern geändert hat, als dass immer mehr User via Social Media auf einzelnen Artikeln, und eben nicht der Startseite landen:

Tatsächlich wird seit einiger Zeit schon der langsame Tod der Homepage diskutiert – weil es immer mehr Nebeneingänge zum Content statt des einen zentralen Portals gibt, durch das alle kommen. Wer zum Beispiel einer Artikelempfehlung auf Facebook folgt, ist schon mitten drin im Angebot und nimmt die schöne Homepage gar nicht wahr. Die einfache Schlussfolgerung:
This makes it more important than ever for websites to treat every page as if it’s the homepage.

Werbetreibende und Social Media Manager wird es freuen, mit dem Update der Facebook Seitenstatistiken werden die Statistiken endlich aussagekräftiger:

Die Insights haben nicht nur genauere Informationen, sondern sie werden auch übersichtlicher aufbereitet. Durch eine stärkere Gewichtung von Klicks, zeigt Facebook Marken auch auf, dass nicht nur Kommentare, Gefällt mir angaben und Shares den EdgeRank beeinflussen. Jeder Klick, sei es auf einen Link, oder ein Foto, hat Auswirkungen auf den EdgeRank.

Kein gutes Zeichen für die Netzneutralität: Wie Golem.de berichtet, zahlen Google, Microsoft und Facebook bereits für Datentraffic:

Google, Microsoft und Facebook zahlen in den USA an Telekommunikationsbetreiber für die bevorzugte Durchleitung von Daten. Das berichtet das Wall Street Journal aus informierten Kreisen. Die Zahlungen sind jedoch nicht besonders hoch.

Und zum Abschluss der Webschau ein Hinweis auf ein sehr schönes und vor allem witziges Tumblr. Auf Ude Holding Things macht man sich auf äußerst kreative Weise über das vollkommen missglückte Wahlplakat von Christian Ude lustig.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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