21/10/2019

Webperlen: Suff-Fahrt in Hamburg, Urlaubsgrüße 2013 und mit Google Street View den Eiffelturm erklimmen

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Nach Suff-Fahrt ausgerastet: Linken-Politiker bepöbelt Polizisten
  • Urlaubsgrüße 2013: Digital ist Trumpf
  • Mit Google Street View den Eiffelturm erklimmen
  • Recruiting – Bewerbungen aus dem Urlaub
  • Facebook und Twitter: Bei schlechten Witzen kommt die Polizei
  • Das Feiertagslayout – ein Blick in die Zukunft von ZEIT ONLINE
  • Immobilien: In welchen Städten sich der Wohnungskauf lohnt
  • Die fünf Flops der mobilen Welt
  • Wenn soziale Netzwerke Drogen wären (Infografik)

Darüber lacht Hamburg: Ein Politiker der Linkspartei hat dem Alkohol doch ein wenig zu sehr zugesprochen und dnach eine kleine Spritztour hingelegt, wobei er dämlicherweise nicht nur von der Hamburger Polizei erwischt wurde, sondern auch noch die Beamten bepöbelte:

Der Politiker verweigert einen Alco-Test, beleidigt die Beamten, wird aggressiv. Der Politiker kommt in Handschellen zur Wache. Dort soll er einen Polizisten dann angeschrien haben: „Google meinen Namen, du Bauer! Ich sitz in der Bezirksversammlung.“

Die Postkarte war gestern: Wie der Branchenverband BITKOM mitteilt, sind 2013 immer mehr Urlaubsgrüße digital:

Reisende setzen bei ihren Grüßen aus dem Urlaub auf den schnellen elektronischen Weg. Rund zwei Drittel (62 Prozent) der Urlauber wollen Freunde und Verwandte in diesen Sommerferien mit einem Anruf, einer SMS oder über das Internet vom Reiseziel aus grüßen. Bei den Jüngeren von 14 bis 29 Jahren sind es sogar rund drei Viertel (73 Prozent). Das hat eine repräsentative Befragung des Hightech-Verbands BITKOM ergeben.

Für die, die sich keinen Urlaub leisten wollen/können, hat Google drei Online-Ausstellungen über das Wahrzeichen von Paris geschaffen, mit Google Street View kann man jetzt den Eiffelturm erklimmen:

Diese aktuellen Street View-Panoramabilder sowie die beinahe 50 Bilder, Pläne, Stiche und Fotos aus den Archiven erzählen euch mehr über die Entwicklung des Turms. Anhand dieses umfangreichen und illustrativen Materials könnt ihr euch selbst ein Bild von seiner gesellschaftlichen Wirkung im 19. Jahrhundert machen. Einige Archivmaterialien sind sehr selten und besonders wertvoll. Zum Beispiel eine Aufnahme der Stimme Gustave Eiffels von Thomas Edison.

Screenshot Google Street View vom Eifelturm

Und noch ein Urlaubsthema: Laut einer Umfrage denken nicht wenige Arbeitnehmer ausgerechnet im Urlaub darüber nach, den Arbeitgeber zu wechseln. Mehr bei Haufe.de unter “Recruiting – Bewerbungen aus dem Urlaub“:

Urlaubszeit – Entspannungszeit? Nicht allen Arbeitnehmern gelingt es, in den Sommerferien komplett abzuschalten, wie eine kürzlich veröffentlichte Umfrage zeigt. Auch eine neue Studie von Linkedin legt nahe, dass 40 Prozent der Erwerbstätigen ihren Urlaub auch dazu nutzen, um ihre berufliche Zukunft zu planen: So viele Befragte geben an, in der freien Zeit über einen Jobwechsel nachzudenken.

Think before you tweet: DIE ZEIT hat einen lesenswerten Artikel darüber geschrieben, wie in Amerika vermeintlich witzig gemeinte Facebook- und Twitter-Einträge zu Verhaftungen führen. Bei schlechten Witzen kommt die Polizei:

Um Justin Carter auf die Schliche zu kommen, brauchte es keine ausgefeilten technischen Hilfsmittel. Sein angeblicher Plan für ein blutiges Attentat musste nicht erst vom Geheimdienst aufgedeckt werden. Der damals 18-jährige Amerikaner offenbarte ihn im Februar selbst auf einer öffentlichen Facebook-Seite. Bei dem Unfug, den Carter dort schrieb, hätte allerdings jedem Mitleser klar sein müssen, dass sich hier nur ein Teenager in der Wortwahl vergriff. Doch der Scherz wurde missverstanden und brachte Carter für mehrere Monate ins Gefängnis.

Apropos DIE ZEIT: Zum Jubiläum des berühmtesten Radrennens der Welt hat sich der Onlineableger des Hamburger Wochenblattes ein Feiertagslayout einfallen lassen:

Zuvor eine Warnung: Wenn Sie diesem Link auf unser Special 100 Jahre Tour de France folgen, konfrontieren wir Sie mit Online-Journalismus, den Sie von uns noch nicht gewohnt sind. Das Projekt trägt in der Redaktion von ZEIT ONLINE den Codenamen “Feiertagslayout” und hat zwei Dutzend Kollegen zum Teil Wochen beschäftigt: Reporter und Datenjournalisten, Foto-, Video- und Entwicklungsredakteure, Designer und Programmierer.

DIE WELT berichtet derweil unter “Immobilien – In welchen Städten sich der Wohnungskauf lohnt” über eine Untersuchung der Zeitschrift “Finanztest”:

Der historische Niedrigzins und die steigenden Mieten in Großstädten wecken den Wunsch nach der eigenen Wohnung. In manchen Städten können Immobilienkäufer im Vergleich zu Mietern kräftig sparen.

Viel Hype und nichts dahinter: Auf Process finden sich die fünf Flops der mobilen Welt:

Auch im Mobilbereich floppen die ersten Produkte und Geschäftsmodelle. Fünf Trends, die den Erwartungen nicht gerecht wurden, hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) zusammengestellt.

Und zum Abschluss der Webschau wieder einen Hinweis auf nicht ganz ernst gemeinte Infografiken, nämlich wenn soziale Netzwerke Drogen wären:

Wenn die sozialen Netzwerke Drogen wären, welchen wäret ihr dann verfallen? Ich muss sagen, dass die folgende Infografik natürlich mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor gesehen werden sollte, denn natürlich sind Drogen und soziale Netzwerke zwei Dinge, die sich nur sehr schwer miteinander vergleichen lassen (und das obwohl auch soziale Netzwerke durchaus süchtig machen können).

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Twitterbarometer & Co.: Was bringen Meinungsermittlungen in sozialen Netzwerken?

 

So Sascha Lobo heute auf Twitter, als er sein neues Nebenprojekt (in Kooperation mit buzzrank.de) vorstellte. Beim Twitterbarometer handelt es sich um einen kostenlosen Dienst, der Tweets in Echtzeit auswertet. Gemessen wird die Verwendung von parteibezogenen, positiven oder negativen Hashtags wie #CDU- oder #SPD+. Also den Hashtags der Parteien, die mit einem Plus oder Minus versehen sind.

Der 90 Tage-Trend. Screenshot http://twitterbarometer.de/

Der 90 Tage-Trend. Screenshot http://twitterbarometer.de/

Das Vorgehen mit “+” und “-” hinter den Hashtags der Parteien ist einigermaßen praktikabel, da es ein ähnliches Tool (an dem ebenfalls Sascha Lobo beteiligt war) bereits 2009 gab, und es sich seitdem auf Twitter eingebürgert hat, ein “+” oder “-” hinter den Hashtags der Parteien zu setzen. Nicht zuletzt deshalb, weil man bei 140 Zeichen froh ist, wenn man durch ein einziges Zeichen seine Meinung ausdrücken kann. Deshalb dürften auch sehr viele Twitter-User, die nichts vom Twitterbarometer gehört haben, ihre Parteien-Hashtags mit “+” Oder “-” versehen, es werden also sehr viele Tweets erfasst, beileibe nicht nur von einer kleinen Minderheit, die zufällig von dem Tool gehört hat.

Was Twitterbarometer & Co. nicht leisten können

Was Twitterbarometer sicher nicht leisten kann, ist eine halbwegs tragbare Prognose für die Bundestagswahl abzugeben. Der Grund hierfür ist denkbar simpel, das Gleiche gilt auch für alle anderen Dienste, die Meinungen in sozialen Netzwerken ermitteln: Die Nutzer von sozialen Netzwerken sind einfach nicht repräsentativ. Twitter-Nutzer z.B. sind jünger als der Bevölkerungsdurchschnitt und dazu auch noch gebildeter. Facebook dagegen dürfte die Bevölkerung deutlich besser abbilden, aber selbst bei dem Massennetzwerk schlechthin dürfte noch eine starke Verzerrung festzustellen sein.

Dazu kommt dann noch im Fall von Twitterbarometer, dass der Dienst nicht unterscheidet, ob ein einzelner Twitter-User (der bei der Bundestagswahl nur eine Stimme hat) hunderte Tweets mit entsprechendem Hashtag absetzt, oder ob hunderte User (die jeweils eine Stimme bei der Bundestagswahl haben) jeweils einen Hashtag mit dem entsprechenden Hashtag absetzen. Durch eine kleine, sehr aktive Gruppe kann das Ergebnis also leicht verzerrt werden, zudem gibt es Gruppierungen wie die Piraten, die Twitter als Medium der politischen Kommunikation ansehen (und dementsprechend viel über Parteipolitik twittern), während diese Neigung bei den Anhängern der anderen Parteien vermutlich nicht so ausgeprägt ist.

Wohl gemerkt, das was über Twitterbarometer gesagt wurde, gilt für fast alle Meinungsermittlungen (und auch Umfragen) in den sozialen Netzwerken, ohne Repräsentativität ist die Aussagekraft der Daten immer limitiert.

Was Twitterbarometer & Co. leisten können

Auch ohne Repräsentativität sollte man Dienste wie Twitterbarometer jedoch nicht als reine, eher nutzlose Spielerei abtun. Sie ermöglichen einen guten ersten Eindruck, wie bestimmte Ereignisse bewertet werden, und das zeitnah. Kein Umfrageinstitut dieser Welt kann (jedenfalls nicht mit den derzeitigen Budgets) Stimmungen im Halbstundentakt abfragen, tägliche Umfragen sind da schon das höchste der Gefühle.

Dagegen können Twitterbarometer & Co. sogar zeigen (Stichwort Second Screen), wie die “Netzgemeinde” etwa auf beliebte Talkshows reagiert, und welche Argumente von welchen Politikern besonders gut verfangen. Zudem kann man sehr schnell sehen, welche Themen gerade heiß laufen, wer sich im Netz durchsetzt und auch, wer am besten im Netz mobilisieren kann.

 

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