22/08/2019

Webperlen: Google Shop-in-Shop in Hamburg, Twitter an die Börse und Apples Fingerabdruck

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Erster Google Shop-in-Shop in Hamburg
  • Erste ISSN für Blogs von de.hypotheses vergeben
  • Wer eine Meinung hat, ignoriert die Fakten
  • Vererbter Geschmack – Warum wir die Musik unserer Eltern mögen
  • Akademisches Karussell: Nichtwählen ist keine Heldentat!
  • Wikimedia: Wie die zur Bundestagswahl antretenden Parteien auf unsere Fragen antworten und damit neue aufwerfen
  • Kurznachrichtendienst: Twitter will an die Börse
  • Lang lebe Retweet, zur Hölle mit Favorite
  • Danke, Apple

Raus aus dem Internet, rein ins “real life”: Google hat jetzt den ersten Shop-in-Shop eröffnet. Und das natürlich in Hamburg. Was es dort zu sehen gibt, wissen die “mobile geeks”:

Gut 100qm ist die Google-Fläche im Markt groß und neben der Google-Hardware werden dort auch die Dienste des Unternehmens präsentiert und von Google-Experten erklärt [...]. Als Highlight wird die Liquid Galaxy genannt, eine Google Earth Großbildleinwand, über die man wie daheim virtuell durch die Welt reisen kann.

Und es gibt eine weitere Premiere zu feiern, die Deutsche Nationalbibliothek ist im digitalen Zeitalter angekommen und vergibt jetzt auch ISSN für Blogs:

Heute ist ein guter Tag für die deutschsprachige Wissenschaftsblogosphäre: Die ersten Blogs von de.hypotheses haben eine ISSN verliehen bekommen. Das kann gefeiert werden, denn in Deutschland ist das neu. Während in Frankreich die BnF schon seit 2011 ISSN für Blogs verleiht, hatte die Deutsche Nationalbibliothek mit Bezug auf ihren Beschluss von 2002 bisher davon abgesehen.

Und wo wir schon bei der Wissenschaft sind: In der SZ (via) ist ein guter Bericht über die “Psychologie des Starrkopfs” erschienen, der dem Phänomen nachgeht, dass Menschen auch dann bei ihrer Meinung bleiben, wenn sie wissen, dass sie falsch ist:

Selbst wenn jemand weiß und verstanden hat, dass eine Geschichte falsch und nichts als eine Lüge ist, neigt er dazu, trotzdem daran zu glauben. Psychologen nennen dieses Phänomen “Belief Perseverance”, und Greitemeyer demonstriert diesen Effekt nun im Fachmagazin Psychonomic Bulletin & Review.

Eine weitere Studie beschäftigt sich mit dem Musikgeschmack. Genauer: Mit dem Phänomen, dass der Musikgeschmack der Eltern offenbar vererbt wird:

Die Musik aus der Jugend zaubert Erwachsenen weiterhin ein Lächeln ins Gesicht. Auch deshalb, weil sie Erinnerungen weckt, an Urlaube, Partys oder verflossene Lieben. Doch die musikalische Zeitreise wird nicht nur von unseren eigenen Erlebnissen beeinflusst – sondern auch vom Geschmack unserer Eltern.

Prominente, die öffentlich damit hausieren gehen, dass sie nicht zur Bundestagswahl gehen: Auf Publikative.org findet sich ein guter Kommentar, warum natürlich jeder das Recht hat, nicht zur Wahl zu gehen, aber die Haltung der Prominenten alles andere als lobenswert ist:

Nebenbei darf man bei all dem revolutionären Habitus, den sich die prominenten Nichtwähler/innen in jüngster Zeit gern geben, eines nicht vergessen: Denn während der/die Wähler/in partizipieren will und sich für eine Partei entscheidet, ist der/die Nichtwähler/in vordergründig unzufrieden und gibt vor, den Parteien seine Stimme, vielleicht aus Protest, zu verweigern.

Und noch ein weiterer Blogbeitrag zur Bundestagswahl: Wikimedia hat den Parteien bei netzpolitischen Fragen auf den Zahn gefühlt:

Auf dem Schreibtisch von Wikimedia Deutschland liegen zehn an der Grenze zur Lesbarkeit eng bedruckte Seiten mit 80.000 Zeichen Wahlprüfsteinantworten. Das Format, das WMDE erstmals vor vier Jahren erprobte, wird mittlerweile recht routiniert gehandhabt. Insgesamt haben uns 11 zur Wahl zugelassene Parteien geantwortet, eine sehr erfreuliche Rücklaufquote.

Mit 140 Zeichen das große Geld verdienen. Twitter wird erwachsen und geht an die Börse:

Lange wurde darüber spekuliert, jetzt schafft Twitter Tatsachen: Der Kurznachrichtendienst bereitet einen Börsengang vor. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen einen Börsenprospekt bei der Aufsicht SEC eingereicht.

Ein schönes Plädoyer für das Teilen. Lang lebe Retweet, zur Hölle mit Favorite:

Bei Twitter setzt sich seit wenigen Monaten ein unerwarteter Trend durch. Selbst altgediente Nutzer teilen einen Tweet nicht mehr wie gehabt per “Retweet” unter den eigenen Followern. Nein, sie markieren einen Tweet vielmehr als “Favorite”. Bei mir hinterlässt dieses Nutzungsverhalten ein ähnliches Gefühl wie ein simpler Like bei Facebook: Nichtssagend, unemotional und nahezu ohne Viralität.

Und schließlich noch ein guter Beitrag (via) darüber, warum es vielleicht keine Gute Idee ist, dass sich das neue iPhone nur noch per Fingerabdruck entsperren lässt:

Wer die Fingerabdruck-Sperre nutzt, akzeptiert gleichzeitig eine faktische Umkehr der Beweislast, wenn sein Mobiltelefon für ein krummes Ding genutzt worden sein soll. Ein biometrisches Datum hat bei der Frage, wer das Handy genutzt hat, natürlich erst mal einen wesentlich höheren Stellenwert als ein Vierzahlen-Code.

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Das Betahaus in Hamburg, Länge von Webvideos und 10 Hochzeitsfotos abseits der Norm

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Warum Hamburg das Betahaus braucht
  • 30 schmutzige Berliner-Startup-Fakten
  • Wie lange darf es denn sein? – Über die Länge von Webvideos …
  • Einbrecher 2.0: Ich weiß, wo Du wohnst!
  • Reisegadget: Weltkarte zum Rubbeln für weit gereiste Angeber
  • Apple untersucht iPhone-Todesfall
  • Steinbrücks absurder Wahlkampf
  • 10 Hochzeitsfotos abseits der Norm

Seit das Betahaus in Hamburg – der einzig größere Co-Working-Place in der Stadt – vor kurzem Insolvenz anmelden musste, fürchtet so mancher, dass die digitale Bohème Hamburg künftig den Rücken kehren wird, da die Hansestadt immer weiter gegenüber dem ewig gehypten Berlin zurückfällt. Ein ziemlich guter Appell, warum Hamburgs Kreativwirtschaft auf das Fortbestehen des Betahauses angewiesen ist, findet sich auf Digital Media Women unter “Warum Hamburg das Betahaus braucht“:

Also: Zeit in die Hände zu spucken und den Standort selbst zu sichern. Ihr Googles und Facebooks, ihr XINGs, Qypes, Bigpoints, Innogames, Goodgames von Hamburg: Jetzt zeigt Berlin doch mal, dass es arm und unsexy ist und dass in Hamburg das Geld verdient wird. Greift euch den Think Tank/Nextmedia, die Kreativgesellschaft und Hamburg@Work, reißt euch zusammen, schließt euch zusammen und hängt euch bei einem neuen Digital Hub aus Betahaus und Internetinsel richtig mit rein. Es wird sich auszahlen.

Wo wir schon bei Hamburg vs. Berlin sind: Die Gründerszene hat 30 schmutzige Berliner-Startup-Fakten gesammelt:

Berliner Startups…

1. …speaken gerne in fancy Anglizismen, weil sie zu lazy zum Nachdenken sind und ihre Language als sozialen Code nutzen. Sie haben kein Büro, sondern ein Office, machen keine Anrufe, sondern Calls und sammeln auch kein Geld ein, sondern betreiben Fundraising. Darüber hinaus zählen diese Begriffe zu ihrem Standard-Repertoire und das zu den verbalen Eigenarten.

YouTube

Allenthalben wird moniert, dass das Internet die Aufmerksamkeitsspanne abgesenkt hat – und das wohl auch mit einer gewissen Berechtigung. Stefanie Aßmann wirft auf ihrem Blog die Frage auf, wie lange ein Webvideo denn sein darf:

Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich bis zu einer Länge von etwa 15 Minuten, mir ein Webvideo in den meisten Fällen bis zum Ende anschaue. Alles was länger dauert, muss mich inhaltlich überzeugen, quasi bei Laune halten, sonst springe ich ab. Dann lese ich lieber einen Hintergrundbericht zum Thema.

Immer wieder tauchen im Netz Behauptungen auf, dass Einbrecher gezielt Facebook und Twitter durchsuchen, um leerstehende Wohnungen ausfindig zu machen. Das ZDF-Blog “Hyperland” hat sich jetzt die Mühe gemacht, der Behauptung nachzugehen, unter “Einbrecher 2.0: Ich weiß, wo Du wohnst!” erfährt man beispielsweise:

“Bloß nicht den Briefkasten überquellen lassen”, “Am besten eine Zeitschaltuhr nutzen”, “Lasst die Rollos oben”. Pünktlich zur Urlaubssaison kriechen sie wieder hervor, die guten alten Ratschläge, die verhindern sollen, dass das Haus leer steht, wenn man von der Reise zurückkommt. Seit ein paar Jahren kommen zusätzlich noch die Verhaltensregeln für Social Media dazu – die sind durchaus sinnvoll, aber ebenso mit Vorsicht zu genießen.

Für Reiselustige (bzw. für Reise-Angeber) hat DIE WELT eine Weltkarte ausgemacht, bei der man die besuchten Länder freirubbeln kann – die Weltkarte zum Rubbeln für weit gereiste Angeber:

Ein Souvenir zum Aufhängen für all diejenigen, die gern verreisen: Zuerst ist diese Wandkarte im Format von 58,2 x 81,9 Zentimeter nichts weiter als ein riesiges Rubbellos in den Farben Gold und Weiß. Doch das ändert sich nach jeder Reise. Dann wird ein neu besuchtes Land mit einer Münze sorgfältig freigekratzt.

Die Probleme im Hause Apple scheinen sich zu häufen, jetzt kam es in China sogar zu einem Todesfall, eine junge Frau starb, als sie mit ihrem iPhone telefonieren wollte, das sich noch am Netzteil befand. Apple untersucht iPhone-Todesfall:

Laut einem Bericht der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua behaupten die Angehörigen der jungen Frau, sie sei ums Leben gekommen, als sie versucht habe, einen Anruf zu beantworten, während der Akku ihres iPhones geladen wurde. Ein Beamter des Büros für öffentliche Sicherheit erklärte am Montag, dass eine erste „grundlegende Untersuchung“ ergeben habe, dass die Frau durch einen Stromschlag gestorben sei.

Wie ein Unfall mutet derzeit auch der Wahlkampf der SPD an. Obwohl die Regierung jede Menge Steilvorlagen liefert, gelingt es der Partei nicht, auch nur irgendwie aufzuholen. In der “Post von Horn” wird das gesamte Elend unter der bezeichnenden Überschrift “Steinbrücks absurder Wahlkampf” (via) analysiert:

Steinbrücks Wahlkampf wird zunehmend absurd. Immer stärker widerspricht er der Rationalität und Lebenserfahrung, mit der normale Menschen ihren Alltag ordnen. Der Zuschauer kann nur noch staunen: Die SPD mag nicht aufhören, sich zu täuschen. Neuer Höhepunkt des Selbstbetrugs durch Selbstsuggestion: Steinbrück glaubt, die SPD könne fünf Millionen ehemalige Wähler zurückgewinnen.

Und zum Abschluss der Webschau wieder etwas Witziges: Christian Brandes hat die wohl 10 peinlichsten Hochzeitsfotos zusammengestellt:

Zwei Menschen, ein Tag, Fehler werden nicht entschuldigt. Es ist nicht zuletzt die fehlende Reproduzierbarkeit, die das Event Hochzeit so besonders macht. Jedes Foto ist ein so genanntes Once In A Lifetime Picture. Umso wichtiger ist das Gelingen der Schüsse. Oder anders herum: Umso schwerer wiegen Schüsse, die daneben gehen.

Die Fotos findet man unter “10 Hochzeitsfotos abseits der Norm“.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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