19/09/2019

Google Maps und Location Based Advertising (LBA)

MAps

Gestern hat Google auf der jährlichen Internetkonferenz I/O die neuen Dienste des Suchmaschinenkonzerns vorgestellt. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurde keine bahnbrechende Entwicklung verkündet, sondern hauptsächlich kleinere, interessante Dienste und Überarbeitungen.

Unter anderem nimmt Google sich jetzt ein Beispiel an Last.fm, Pandora und Spotify und bietet einen eigenen Musikstreamingdienst an, für den die Nutzer (erstmalig in der Google-Geschichte) auch Geld zahlen sollen, bisher hat der Konzern fast ausschließlich von den Werbeeinnahmen gelebt. Google+, das soziale Netzwerk von Google, dessen Erfolg bisher unter den Erwartungen bleibt, wurde optisch aufgemotzt und mit ein paar neuen Funktionen wie etwa einem Messenger versehen. Außerdem wurde die Verzahnung mit anderen Diensten wie beispielsweise Google Maps weiter verbessert.

An Google Maps selbst hat Google enorme Verbesserungen vorgenommen – scheinbar sieht der Konzern in diesem Dienst ein entscheidendes Zukunftsfeld, laut der WELT ist der Dienst sogar vollkommen umgekrempelt worden:

Der Dienst wird komplett umgekrempelt, um dem Nutzer künftig eine auf seine persönlichen Bedürfnisse angepasste Karte anzuzeigen. Wer nach einem indischen Restaurant sucht, bekommt alle indischen Restaurants in der Gegend samt ihren Bewertungen angezeigt. Wer nach Starbucks sucht, könnte automatisch einen passenden Kaffee-Gutschein bekommen – der wird dann direkt in die digitale Geldbörse “Wallet des Mobiltelefons eingefügt.

Der Dienst wird damit längst nicht mehr so statisch, sondern deutlich interaktiver und individueller werden, wenn man das rastante Smartphone-Wachstum berücksichtigt, dann kann man auch sehr gut nachvollziehen, warum Google so viel Zeit und Geld in das Projekt investiert. Der Konzern selbst spricht sogar von einem “weiteren Schritt auf dem Weg zur nächsten Generation von Karten”:

Und während ihr es benutzt, lernt das neue Google Maps laufend dazu. Wenn ihr beim Suchen in Google eure Lieblingsplätze markiert und Erfahrungsberichte schreibt, erhaltet ihr intelligentere Empfehlungen für Orte, die euch auch gefallen könnten, wie beispielsweise Restaurants in der Nähe. Anders ausgedrückt: Je mehr ihr Maps nutzt, desto persönlicher werden die Karten für euch.

Unser Streben nach der perfekten Karte wird nie beendet sein. Aber wir freuen uns über diesen weiteren Schritt auf dem Weg zur nächsten Generation von Karten.

Die Frage für PR-, Werbung- und Marketingfachleute dürfte dabei zunächst einmal wichtig sein, wie sich das Verhalten der Nutzer durch das verbesserte Google Maps ändern wird. Wird der Dienst in Zukunft nur zum reinen Navigieren benutzt, oder auch, um das passende Cafe zu finden? Oder auch, um den passenden Einkaufsladen oder Dienstleister zu finden? Wie stark macht der Nutzer sein Konsumverhalten von Google Maps abhängig und welche Möglichkeiten gibt es für Location Based Advertising (LBA), also der ortsbezogenen Werbung?

Insgesamt dürfte das ein ziemlich starkes Zukunftsfeld für die gesamte Digital Relations-Branche werden. Wie schafft man es, dass die Nutzer von Google Maps zu einem finden, ohne auf plumpe Manipulationen wie etwa gefakte Kommentare/Nutzerempfehlungen zu setzen? Und welche Möglichkeiten bieten sich an, um gezielt Werbung auf den mobilen Endgeräten zu schalten, bei der der Streuverlust nurminimal ist und das Budget im vertretbaren Rahmen bleibt?

Fragen, auf die eine Antwort gefunden werden muss – schließlich ist die Zukunft nicht nur digital, sondern auch mobil.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: German Angst, das Marktvolumen von Amazon und Microsofts Neugier

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Anti-AdblockPlus-Kampagne ging nach hinten los
  • Die German Angst vor Dauerüberwachung ist wieder da
  • Datenbrillen finden schon vor Markteinführung Interesse
  • Soziale Netzwerke in Deutschland weiterhin unbeliebter als im Rest von Europa
  • Leistungsschutzrecht tritt am 01.08.2013 in Kraft
  • Google+ erhält ein neues Layout
  • Amazon kontrolliert drei Viertel des Online-Buchhandels
  • Microsoft liest bei Skype-Nachrichten mit

Zunächst ein Nachtrag zu unseren Blogbeiträgen über die Anti-Adblock-Kampagne der Verlage. Auf BASIC thinking findet sich unter der etwas irritierenden Überschrift “Anti-AdblockPlus-Kampagne ging nach hinten los” ein guter Artikel, der das Dilemma der Verlage ohne den sonst gerne üblichen Schaum vor’m Mund beleuchtet:

Allerdings könnte man darüber nachdenken, ob unter der Schirmherrschaft des Online-Vermarkterkreises im Bundesverband der Digitalen Wirtschaft bestimmte Werbeprofile definiert werden. Manche User wollen überhaupt keine Werbung, manche nur Text-Ads, andere können Display-Ads noch verschmerzen. Wenn der User bei der Installation von AdblockPlus gefragt wird, mit welchem Profil er surfen möchte, könnten alle davon profitieren. Eine Garantie darauf gibt es allerdings nicht.

Deutlich polemischer dagegen ist ein Artikel auf The European, der sich mit der hiesigen (Un)Sitte beschäftigt, erst einmal nur die Risiken, und nicht die Chancen zu sehen. Unter “Von wegen Glassholes: Die German Angst vor Dauerüberwachung ist wieder da” schreibt der Autor Gunnar Sohn:

Führte das Street-View-Projekt von Google zu höchst bizarren Abwehrkämpfen von Hausfassaden, Gartenzwergen im Vorgarten und Verpixelungs-Initiativen zur Unkenntlichmachung von Jägerzäunen, wird die Brillenvariante zu einem noch größeren Sturm der Empörung beitragen: Schlagzeilen wie „Stasi-Brille belästigt Otto Normalverbraucher“ oder „Spionage-Spielzeug für Stalker und Spanner“ sind vorprogrammiert.

Dabei besteht durchaus eine Nachfrage nach Google Glass, wie der Branchenverband BITKOM jetzt ermittelt hat, finden die Datenbrillen schon vor der Einführung hierzulande Interesse:

In einer repräsentativen Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM äußert jeder fünfte Bundesbürger (20 Prozent) sein Interesse an einem solchen Gerät, das aktuelle Informationen wie E-Mails oder Navigationshinweise direkt ins Sichtfeld einblendet und erlaubt, Fotos und Videos aus dem Blickwinkel des Trägers aufzunehmen. Dabei sind sich knapp 7 Prozent schon jetzt sicher, dass sie eine Datenbrille nutzen werden, rund jeder achte Befragte (13 Prozent) kann es sich vorstellen. Jeder Dritte (35 Prozent) ist hingegen skeptisch und will eher keine Datenbrille tragen, ein weiteres Drittel der Befragten will um die neuen Geräte einen großen Bogen machen (37 Prozent).

Und eine weitere Studie zur Nutzung von Twitter, Facebook & Co. Laut dem Marktforschungshaus eMarketer sind soziale Netzwerke in Deutschland weiterhin unbeliebter als im Rest von Europa:

Demnach loggten sich im vergangenen Jahr nur knapp 36 Prozent aller Online-Nutzer mindestens einmal pro Monat bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter ein.

Dagegen ist in Ländern wie den Niederlanden oder Norwegen ist die entsprechende Rate mit 65 Prozent beinahe doppelt so hoch.

Vor Monaten war das Leistungsschutzrecht noch das große Thema im Netz, jetzt interessiert es kaum noch einen, obwohl das Leistungsschutzrecht am 01.08.2013 in Kraft tritt:

Das Urheberrechtsänderungsgesetz durch das ein Leistungsschutzrecht für Presserzeugnisse eingeführt wird, wurde gestern im Bundesgesetzblatt verkündet und tritt am 1. August in Kraft.

Eine Reaktion auf die verhaltene Nutzung? Google+ erhält ein neues Layout:

Google wird auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz I/O am heutigen Mittwoch ein umfangreiches Update fuer sein soziales Netzwerk Google+ vorstellen, welches nicht nur das Layout optimiert, sondern auch eine verbesserte Usability erzeugen soll. Der Hangout Messenger wird dazu noch mit einer neuen Groupchat-Funktion versehen.

Eine beängstigende Marktmacht, laut dem Verband der Versandbuchhändler kontrolliert Amazon drei Viertel des Online-Buchhandels:

Anknüpfend an die buchreport-Schätzung (hier mehr) taxiert der Verband den Buchumsatz von Amazon im vergangenen Jahr auf 1,6 Mrd Euro (Gesamtumsatz von amazon.de: 6,5 Mrd Euro). Dies ergibt laut Verband einen Anteil am gesamten Online-Buchhandel von 74%.

Auch ein anderer Branchenriese macht Schlagzeilen, wenn auch negative. Laut dem Focus liest Microsoft bei Skype-Nachrichten mit:

Wer das Programm Skype von Microsoft zum Chatten nutzt, muss sein Einverständnis geben, dass Microsoft alles lesen darf. Ein Sicherheitsportal hat nun Hinweise, dass der Computerriese diese Erlaubnis auch tatsächlich nutzt.

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Webperlen: Twittern im Gerichtssaal, Verbraucherschützer vs. Telekom und die Sache mit den 82 Prozent

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Ist das Twittern im Gerichtssaal erlaubt
  • Verbraucherschützer mahnen Telekom ab
  • Hessische Verbraucherschutzministerin fordert Rückgaberecht für Apps
  • Nur Apple und Samsung machen mit Smartphones Gewinn
  • Mobile Payment tut sich schwer
  • Jedes fünfte Unternehmen hat keine Homepage

Twitter_NSU

Nach dem ewigen Hin und Her um die Akkreditierungen ging gestern der NSU-Prozess in den ersten Verhandlungstag – und auf Twitter wurde im Sekundentakt berichtet. Stellt sich nur die Frage, ob das Twittern im Gerichtssaal überhaupt erlaubt ist. Ja, ist es, und das Recht lässt sich auch nur schwer einschränken, meint Martin W. Huff, Rechtsanwalt und Lehrbeauftrager für Medienrecht an der Fachhochschule Köln:

Das Recht, aus dem Gerichtssaal Meldungen zu schreiben, ist Teil der Öffentlichkeit des Gerichtsverfahrens. Auch und gerade Journalisten dürfen sich dabei auf ihre Informationsfreiheit aus Art. 5 GG stützen, denn das rasche Verbreiten von Meldungen gehört heute zum medialen Alltag. Gründe, diese Freiheit einzuschränken, wären nur in ganz engen Grenzen möglich.

Mehr unter “Twittern aus dem Gerichtssaal kann nicht einfach verboten werden“.

Apropos Gericht, die Tempo-Drosselung der Telekom hat jetzt auch ein rechtliches Nachspiel:

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Deutsche Telekom wegen der Drosselungs-Klausel in neuen DSL-Verträgen abgemahnt. Das teilte der gemeinnützige Verein am heutigen Montag mit. Die Verbraucherschützer verlangen, dass die seit dem 2. Mai geltenden Klauseln wieder aus den DSL-Verträgen gestrichen werden. Sie ermöglichen es der Telekom, die Geschwindigkeit des Internetzugangs auf 384 kBit/s zu drosseln, wenn ein bestimmtes monatliches Datenvolumen erreicht wurde.

Mehr auf “heise” unter “Flatrate-Kappung: Verbraucherschützer mahnen Telekom ab“.

Zunächst denkt man, dass die hessischen Verbraucherschützer wohl zu viel Zeit haben, aber dann ergibt es doch (etwas) Sinn. Die Hessische Verbraucherschutzministerin fordert Rückgaberecht für Apps:

Gekauft ist gekauft gilt für Apps bisher und sollte sich eine App als Fehlkauf erweisen, können Kunden nur auf die Kulanz des App-Store-Betreibers hoffen. Die hessische Verbraucherschutzministerin fordert die Bundesregierung nun auf, sich für ein Rückgaberecht einzusetzen.

Was für Kleidung gilt, sollte auch für digitale Güter gelten. Zumindest sollen Konsumenten die Möglichkeit bekommen, die Ware zu begutachten. Dies könnte auch in Form einer Demoversion von Software, Apps oder Musik (!) geschehen.

Von den Apps zu den Smartphones: Wie eine Studie gezeigt hat, verdienen allein Apple und Samsung mit den Smartphones Geld:

Der Studie zufolge entfielen auf Apple 57 Prozent aller Branchengewinne. Samsung war zwischen Januar und März für die restlichen 43 Prozent verantwortlich. Im vierten Quartal 2012 lag Apples Anteil noch bei 72 Prozent, was darauf hindeutet, dass Samsung den Abstand zum iPhone-Hersteller auch bei der Profitabilität verkürzt hat. Canaccord erwartet, dass Samsungs Anteil im zweiten Quartal weiter ansteigen wird.

Mehr unter “Nur Apple und Samsung machen mit Smartphones Gewinn“.

Ein generelles Problem, den Smartphone-Markt zu monetarisieren, besteht in den bisher eher als unzureichend oder unsicher wahrgenommenen Bezahlsystemen:

Fast die Hälfte der Smartphone-Besitzer über 14 Jahre (49 Prozent) nutzt ihr mobiles Endgerät stets und überall. Das sagt eine Studie von TNS Infratest und dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), Nur beim Bezahlen bleibt das Handy stecken.

Mehr unter: “Mobile Payment tut sich schwer“.

Um überhaupt im (oder mit dem) Internet Geld zu verdienen, hapert es häufig schon an den einfachsten Dingen – wie z.B. einer eigenen Homepage (und das im Jahre 2013!). Laut Bitkom (via) sind nur 82 Prozent der deutschen Unternehmen im Web mit einem eigenen Auftritt präsent:

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit auf dem 6. Platz. Spitzenreiter sind die skandinavischen Länder Finnland (91 Prozent), Dänemark und Schweden (je 89 Prozent), gefolgt von den Niederlanden und Island (je 84 Prozent). Das teilte der Hightech-Verband BITKOM mit. „Wer auf seine Visitenkarte im Netz verzichtet, verschenkt die Chance, sich seinen Kunden zu präsentierten und vor allem neue Kunden zu gewinnen“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

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Netzneutralität in Gefahr? Stimmen zur Tempo-Drosselung der Telekom

Während die Talkshows von Uli Hoeneß, die Zeitungen vom Götze-Wechsel und natürlich dem 4:0 der Bayern und dem 4:1 der Dortmunder dominiert werden, schreibt sich das halbe Netz die Finger über die neuen Internet-Tarife der Telekom wund. Dabei werden die bisherigen DSL-Tarife des ehemaligen Monopolisten ab Mai durch  vier Varianten abgelöst werden, wobei der Basistarif 16 Mbit/s bei einem Maximalvolumen von 75 GB bietet und die leistungsstärkste Variante 200 Mbit/s bis zu einem maximalen Kontingent von 400 GB. Überschreitet ein Nutzer das Volumen, kann er entweder zusätzliches Volumen hinzubuchen oder er muss mit stark gedrosseltem Tempo durch’s Internet surfen. 384 Kbit/s, um genau zu sein, was eine Temporeduzierung auf 2,4 Prozent (höchstens!) bedeuten würde.

Insgesamt hört sich das nicht wirklich spannend an, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Dabei ist für viele Kommentatoren im Internet noch gar nicht mal das gedrosselte Tempo (“…langsamer als eine Stechmücke“) oder die Größe der Datenpakete entscheidend, sondern ein kleiner, aber feiner Nebenaspekt. Die Telekom, die die volumenbegrenzten Flatrates als “neue Spielregeln” bezeichnet, hat gleichzeitig angekündigt, dass die eigenen Dienste wie “Entertain” oder die Kooperation mit dem Musikstreamingdienst “Spotify” nicht unter die Drosslung fallen. D.h., dass jemand, der seine 75 GB verbraucht hat, im Schneckentempo unterwegs ist, außer er nutzt Telekom-Dienste oder Telekom-Kooperationen.

Und genau diese Besserbehandlung bringt die Netzgemeinde so sehr auf, dass sich jetzt sogar Wirtschaftminister Rösler genötigt sah, den Telekom-Chef Obermann darauf hinzuweisen, dass die zuständigen Behörden das Vorgehen “sehr sorgfälltig beobachten”.  Grund hierfür ist die sogenannte “Netzneutralität“, die bisher dem Datentransfer im Internet zugrunde lag. Wenn die Tarifpläne der Telekom umgesetzt werden, würden nicht mehr alle Datenpakete gleich, sondern je nach Absender ungleich behandelt werden. Es würde eine Art “digitale Diskriminierung” entstehen, wie die Piratenpartei meint. Und dadurch wird ein Dammbruch befürchtet, auch wenn die Konkurrenten der Telekom (bisher) verneinen, auf den Zug aufspringen zu wollen.

Die Diskussion dreht sich also nicht um schnöde Tarifänderungen, sondern um das Prinzip (der Netzneutralität). Und wie immer, wenn es um das Prinzip geht, heizt sich die Diskussion erst richtig auf, einzelne Politiker fordern sogar schon, dass das Netz wieder verstaatlicht wird – es schwirren so viele Links, Artikel und Blogposts und Twittermeldungen durchs Internet, dass so mancher ein paar Meter über das Ziel hinausschießt. Um trotzdem einen Überblick über die Stimmungslage zu bieten, haben wir ein paar Stimmen aus dem Netz gesammelt.

Stimmen zur Tempo-Drosselung und der Netzneutralität

Für die Kunden ergeben sich durch differenzierte Angebote neue Möglichkeiten einen nach den individuellen Bedürfnissen zugeschnittenen Tarif zu finden. [...] Was spricht dagegen dies zuzulassen? Durch eine gesetzlich festgeschriebene Netzneutralität würden Produkt- und Tarifinnovationen verhindert. Ökonomisch betrachtet, ist die Abkehr vom Prinzip einer strikten Netzneutralität also durchaus effizient.

ÖkonomenBlog

Wenn Preisdifferenzierung nicht möglich ist und jeder das Selbe für eine Flatrate gleicher Geschwindigkeit zahlt, dann stauen sich irgendwann die Daten und jeder muss tiefer in die Tasche greifen, egal, ob er das Internet nun zum gelegentlichen Surfen oder zur Dauerübertragung riesiger Datenmengen nutzt.

Blog des Liberalen Instituts

In ihrem Blog titelte die Telekom einmal von “neuen Spielregeln” für das Netz. Aber nicht die Telekom legt die Spielregeln fest und der ominöse Markt regelt sich auch nicht selbst. Der Markt wird von der Politik geregelt und die Telekom macht mit dieser arroganten Überschrift deutlicher denn je, warum eben diese Regulierung nötiger ist denn je.

Die Raummaschine

Die heutige Ankündigung der Deutschen Telekom ist nicht mehr und nicht weniger als ein Offenbarungseid. Seht her, wir haben in all den Jahren verpennt uns neu zu positionieren. Ja im Grunde genommen sind sie nie über die Evolutionsstufe des “wir legen dir einen Internetanschluss” bzw. “hier ist dein Mobilfunkvertrag mit Vielsurfer-Paket” hinausgekommen und erhalten dafür nun die Rechnung.

Mobile Geeks

Der Krieg der Inhalte- und Dienste-Anbieter ist eröffnet. Spotify und die Telekom haben den Anfang gemacht, als Telekom-Mobil-Kunden der über Spotify entstehende Traffic nicht mehr auf ihren Datenverbrauch angerechnet wurde.

Spreeblick

Das schrittweise Aushebeln der Netzneutralität durch die Telekom, erst durch das Bundling mit Spotify, dann durch eine Kooperation mit Evernote, jetzt durch die Veränderung der Tarifstruktur und der Exklusion der IPTV-Inhalte der Telekom, sorgt für eine Ungleichbehandlung der Daten und geht damit zu Lasten der Kunden und der Vielfalt im Netz.

Lummaland

Netzneutralität muss vom Lippenbekenntnis zur gesetzlich festgeschriebenen Garantie werden. Und Internetanbieter müssen an ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung erinnert werden. Notfalls durch Verstaatlichung. Denn sie sind dem Gemeinwohl verpflichtet.

spektrallinie

Was die Telekom macht, ist nur ein Vorstoß. Wenn aber die anderen großen Anbieter nachziehen, ist somit die Netzneutralität ganz entscheidend in Gefahr. Denn dann ist es auch ganz einfach, irgendwann komplett zu bestimmen, welche Medien wir lesen, welche Plattformen wir nutzen und was wir überhaupt im Internet so machen. Ganz wie in China eben.

Gemacht mit Liebe

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Webperlen: Ende von dapd, Spiegel sucht Chefredakteur, Content & Zeitaufwand und Menschen, die wie Tiere essen

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Die letzte dapd-Meldung ist raus
  • Büchner heißer Favorit für Chef-Posten des „Spiegel“
  • Der Medienwandel als interne Revolution
  • Die wichtigsten 100 Köpfe der europäischen Digital-Industrie
  • Wie kuratierte Inhalte das Markenimage schärfen
  • Wie viel Zeit kostet ein Blog?
  • Vom Netz genommen
  • Google führt digitales Testament für Userdaten ein
  • Deutsche Post steigt bei De-Mail aus
  • 99 Fragen an Werner Herzog
  • Video: How Animals Eat Their Food

Totgesagte leben nicht länger, bei der dapd gehen die Lichter endgültig aus, die letzte dapd-Meldung ist raus:

Medien/Nachrichtenagenturen/Ausland/Abschied
»Goodbye, adieu: Die dapd-Auslandsredaktion schließt =
Berlin (dapd). Liebe Kollegen,
die Auslandsredaktion der dapd schließt hiermit und bedankt sich
für die gute und spannende Zusammenarbeit.

Namen, Gerüchte und viel Häme: Die Suche nach einem neuen SPIEGEL-Chefredakteur findet weiter in aller Öffentlichkeit statt. Laut dem Konkurrenzblatt Focus ist Wolfgang Büchner heißer Favorit für Chef-Posten des SPIEGEL:

Büchner ist derzeit Chefredakteur der dpa. Der 46-Jährige führt die Redaktion der größten deutschen Nachrichtenagentur seit Anfang 2010. Für Büchner wäre der Wechsel zum „Spiegel“ die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. So arbeitete der gebürtige Pfälzer ab dem Jahr 2001 als geschäftsführender Redakteur bei Spiegel Online. Ab Januar 2003 hatte er dort den Posten des Stellvertretenden Chefredakteurs inne.

Den bisher lesenswertesten Kommentar zu der SPIEGEL-Schose rund um die beiden bisherigen Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (Online) und Georg Mascolo (Print) hat Thierry Chervel vom Perlentaucher geschrieben, Chervel weist darauf hin, dass man die Probleme nicht an Personen, sondern an den überlebten Strukturen festmachen sollte:

Der Spiegel mag zu den privaten Medien gehören, die à la longue in Deutschland – trotz allem, und auf schrumpfenden Terrain – eine Überlebenschance haben, aber in der jetzigen Konstruktion wird es nicht funktionieren. Denn dies ist das Symbolische an der Explosion im Spiegel: Die Trennung zwischen Print, TV, Online ist zwar institutionell bombenfest – aber in der Wahrnehmung des Publikums und der Struktur der Öffentlichkeit längst von gestern.

Der ganze Kommentar findet sich unter “Der Medienwandel als interne Revolution“.

Apropos Medienwandel & Revolution: Wer beeinflusst die Digital-Industrie in Deutschland eigentlich am stärksten? t3n hat auch in diesem Jahr eine Liste der wichtigsten 100 Köpfe der europäischen Digital-Industrie aufgestellt, wobei der Fokus besonders auf die Zukunft gerichtet ist:

Wer sind die wichtigsten 100 Köpfe der europäischen Digital-Industrie? Wer beeinflusst diese maßgeblich, wen sollte man in Zukunft unbedingt auf dem Radar haben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Abstimmung zu den NEXT 100, mit der die Konferenz NEXT Berlin 100 Digitale Influencer kürt. Wir stellen euch die Gewinner vor.

Außerdem findet sich ebenfalls bei t3n ein interessanter Beitrag rund um das Teilen von Inhalten, unter dem etwas sperrigen Titel “Content Curation is King – Wie kuratierte Inhalte das Markenimage schärfen” schreibt Autor Andreas Weck:

Was Nutzer vom ersten Tag der aufkeimenden Sozialen Netzwerke an längst verstanden haben, ist für manche Unternehmen tatsächlich lange ein No-go gewesen. Es geht im Social Web darum, Inhalte zu teilen, die einem selbst, aber auch der Community, gefallen. Inhalte, die zu einem passen. Mit denen man sich identifizieren kann. Und die man als relevant empfindet.

Dass auch im Social Web Inhalte nicht “mal eben” erstellt sind, führt das Blogwerk vor. Sabine Gysi hat sich dort die Mühe gemacht, auzuschlüsseln, wie viel Zeit ein eigenes Blog in Anspruch nimmt:

Wer denkt, ein Blog sei ein Projekt, unterliegt einem gewaltigen Irrtum. Das Projekt ist bloss die Konzeptions- und Startphase. Danach aber beginnt die Betriebsphase. Die erfordert kontinuierliche Arbeit, und das nicht zu knapp. Unser Rechenbeispiel zeigt’s: 15 Stunden pro Woche. 52 Wochen im Jahr.

Die gesammte Aufstellung findet sich unter “Wie viel Zeit kostet ein Blog?

Probleme, mit denen viele Blogger gerne zu kämpfen hätten: Die großen Nachrichtenseiten in Deutschland gehen zunehmend unter der Flut der Kommentare unter. Da nicht wenige Kommentare Nazi-Propaganda, Spam-Links und strafbare Äußerungen enthalten, investieren die Redaktionen immer mehr Arbeitsaufwand in das Moderieren der Beiträge. Aber wo fängt die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und (nicht strafbarer) Geschmacklosigkeit an? Für den Tagesspiegel stellte sich die Frage nach Thatchers Tod, als nicht wenige Kommentarschreiber in Freudengeheul ausbrachen. Markus Hesselmann, Leiter der Online-Redaktion, schreibt unter “Vom Netz genommen“, wo und wie der Tagesspiegel die Grenzen zieht:

Margaret Thatcher ist tot. Die frühere britische Premierministerin, die Eiserne Lady, war derart umstritten, dass in den Debatten, digital wie analog, die Emotionen nach der Todesnachricht und mit den Nachrufen noch einmal heftig anschwollen. Für mich ein Anlass, einmal grundsätzlicher zur Diskussion zu stellen, was in Debatten zum Tod eines Menschen angemessen wäre und was nicht.

Mit dem Tod setzt man sich auch bei Google auseinander. Genauer: Mit der Frage, wie man mit Nutzerdaten umgehen soll, wenn der Nutzer stirbt. Wie DIE WELT berichtet, führt Google jetzt ein digitales Testament für Nutzerdaten ein:

Google-Nutzer können ab sofort ein digitales Testament anfertigen und darin festlegen, was mit ihren Daten nach dem Tod geschieht. Die neue Funktion nennt sich “Inactive Account Manager”. [...] Die neue Funktion gilt für GMail, YouTube, Picasa, Google Plus und den Datenspeicher Drive – was die wesentlichen Dienste sind, wo umfangreiche Nutzerdaten abgelegt sind.

Weitere Informationen über den neuen Dienst gibt es auch auf dem offiziellen Google Produkt-Blog.

DeMail

Zum Sterben verurteilt? Beim ambitionierten Projekt De-Mail nimmt der Ärger kein Ende, jetzt steigt sogar die Deutsche Post aus. Unter “Streit über Datenschutz: Deutsche Post steigt bei De-Mail aus” berichtet Spiegel Online:

Die Deutsche Post zieht nach Zwist über den Datenschutz Konsequenzen: Sie macht beim rechtssicheren E-Mail-Standard De-Mail schon vor dem Start nicht mehr mit. Der Konzern setzt stattdessen auf seinen ebenfalls digitalen E-Postbrief und will ihn mit neuen Funktionen für Privatkunden attraktiver machen.

Nicht nur für Kino- und Filmfreunde. DIE ZEIT hat 99 Fragen an Werner Herzog gestellt:

In den USA ist Werner Herzog ein Star, in Deutschland fast vergessen. Moritz v. Uslar stellt dem Regisseur, Produzent, Autor und Schauspieler 99 hochkonzentrierte Fragen.

Und zum Abschluss der Webschau noch ein kurzes Video, Görs Communications wünscht allen Lesern ein schönes Wochenende!

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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