19/10/2019

Webperlen: 61 Jahre BILD, 40 Jahre Internet und Catcontent ohne Ende

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • 61 Jahre BILD
  • 40 Jahre Internet
  • Infografik: Die Welt des Content Marketing
  • Was zeichnet eine gute PR-Beratung aus?
  • Preisübersicht: Dauerkarten 1. und 2. Fußball-Bundesliga 2013/2014
  • Leistungsschutzrecht: Einverständniserklärung zur weiteren Aufnahme in den Google News nötig
  • Leistungsschutzrecht für Verleger – Wohin geht die Reise?
  • Leistungsschutzrecht tritt in Kraft, ist bereits tot
  • Katzen befreien sich von der Idolatrie im Netz durch Selbstportraits
  • Google-Play-Geschenkkarten in Kürze bei Media Markt und Saturn
  • Kabel Deutschland – Vodafone vor Übernahme
  • Was sagen Sie zu den zwei Grimme Online Awards für den Postillon?

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie, aber bei der Bedeutung für die deutsche Medienlandschaft sind sich vermutlich alle einig – die einen im positiven, die anderen im negativen Sinne: Heute vor 61 Jahren erschien die erste Bildzeitung, Wikipedia weiß mehr:

Die erste Ausgabe der Bild-Zeitung erschien am 24. Juni 1952 mit einer Gesamtauflage von 455 000 Exemplaren. Die erste Ausgabe hatte vier Seiten und wurde kostenlos verteilt, danach kostete das Blatt 10 Pfennig. Inhaltlich gab es auf der Titel- und Rückseite ausschließlich aktuelle Fotos des Weltgeschehens im Großformat, dazu längere Bildunterschriften und drei Comic-Strips.

NeulandTweet

Neuland und kein Ende: Das von Angela Merkel in die Welt gesetzte Meme dreht im Netz immer weiter seine Runden. Durchaus auch mit produktiven Ergebnissen, bei Kroker’s Look @ IT findet sich eine spannende Infografik:

Umso passender, dass der amerikanische Webhosting-Dienstleister WhoIsHostingThis ebenfalls in der vergangenen Woche eine Infografik veröffentlicht hat, in der die 40-jährige Geschichte des Internets übersichtlich zusammengefasst ist: Los geht’s im Jahre 1969 mit dem Arpanet (Advanced Research Projects Agency Network), dem ersten dezentralen Computer-Netzwerk zwischen vier US-Universitäten.

Und noch eine tolle Infografik, die Welt des Content Marketing:

Content Marketing – was ist das eigentlich? Viele Werbetreibende wollen bei dieser Marketing-Form dabei sein, wissen aber oft gar nicht, was dabei zu tun ist und wie das aussieht. Bei Wishpond hat man einige Daten zum Content Marketing zusammengetragen und präsentiert diese in einer Infografik.

Was zeichnet eine gute PR-Beratung in Hamburg und auch anderswo aus? Da wir es hier im Blog bisher noch nicht erwähnt haben, noch ein Hinweis auf die “10 Gebote”:

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Unternehmen, die in Hamburg auf der Suche nach einer guten PR-Beratung sind, werden vom Angebot an Hamburger PR-Agenturen, PR-Beratern und Pressebüros regelrecht erschlagen. [...]
Doch was zeichnet eine PR-Beratung aus? Worauf sollten Unternehmen achten, die eine PR-Beratung in Hamburg suchen und was unterscheidet seriöse von unseriösen PR-Beratungen?

Da steckt steckt beileibe nicht nur für ein Blogeintrag viel Arbeit drin. Der “Übersteiger” hat sich die Mühe gemacht, sämtliche Eintrittspreise der ersten und zweiten Bundesliga sinnvoll aufzubereiten:

Da bin ich wieder, nach 2011/2012 und 2012/2013 geht der Versuch eines Preisvergleichs der Dauerkarten aus 1. und 2. Fußball-Bundesliga in eine dritte Runde, dieses Mal sogar mit einer Visualisierung (siehe unten). Die Regularien bleiben die gleichen, müssen aber auch hier wieder erwähnt werden. Es gibt drei Kategorien, alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.

War das ganze Theater um das Leistungsschutzrecht für die Katz? Google hat offensichtlich den Spieß umgedreht, und steigt bei Google News vom Opt-out-Verfahren auf’s Opt-in-Verfahren um. Das heißt, bei den Nachrichtenseiten ist zukünftig eine Einverständniserklärung zur weiteren Aufnahme in den Google News nötig:

Wer diese Einverständniserklärung nicht abgibt, dessen Inhalte werden ab dem 1.8.2013 nicht mehr in Google News angezeigt. Google sagt, dass sie nach eingehender Prüfung davon überzeugt sind, dass Google News das Leistungsschutzrecht nicht verletzt.

Damit sagt Google den Verlagen ganz klar: Wenn ihr wollt, nehmen wir euch wieder in den Traffic-Bringer Google News auf, wir werden dafür aber sich nicht einen einzigen Cent an euch zahlen. Damit fallen auch andere Lösungen, wie etwa sie etwa in Frankreich gefunden wurden, weg:

In Frankreich hatten sich die Verlage mit Google auf eine Pauschallösung verständigt. Diese sieht vor, dass Google mit 60 Millionen Euro einen Fond zur Förderung der digitalen Innovation der Verlage speist und darüber hinaus Hilfe bei der Vermarktung der Verlegerangebote mit Onlinewerbung leistet. Aber was sind einmalig 60 Millionen vor dem Hintergrund des Milliardengeschäfts, das im Internet gemacht wird?

Man kann es auch drastischer sagen, das Leistungsschutzrecht tritt in Kraft, ist aber bereits tot:

Oder um es brutaler zu formulieren: Google zahlt nicht und wer auf seinem LSR besteht, fliegt raus. Eine derartige Reaktion war zu erwarten, wir hatten eine vergleichbare Situation bereits in Belgien. Dort knickten die Verlage ein und etwas ähnliches scheint sich auch in Deutschland abzuzeichnen: Einige der großen Nachrichtenseiten haben bereits bestätigt, dass sie das Opt-in nutzen werden, etwa Zeit Online, die Süddeutsche, Heise oder Golem. Spiegel Online prüft und weitere haben auch bereits zugestimmt.

Apropos für die Katz: Irgendwer hat mal behauptet, dass das Internet zur Hälfte aus Erotik, zur anderen Hälfte aus Katzenbildern bestehen würde – es gibt keine Social-Media-Plattform, auf der nicht ständig #Catcontent eingestellt wird. Als wäre das noch nicht genug, gibt es jetzt auch eine App, mit der die Katzen selbst Bilder einstellen können:

Die Android App ermöglicht es Katzen selber Schnappschüsse von sich zu machen und diese dann automatisch auf dem eigenen Twitter, Facebook oder EyeEM Account zu posten. Wer für die Befreiung der eigenen Katze aus dem Internet-Terror der Fremdbeobachtung ist, braucht diese App.

Deutlich praktischer und sinnvoller ist dagegen die “Google-Play-Geschenkkarten in Kürze bei Media Markt und Saturn“-Ankündigung. Viele Smartphone-Nutzer haben aus Sicherheits- und Datenschutzgründen noch immer Bedenken, ihre Kreditkarte zu benutzen. Dagegen soll jetzt das neue Bezahlmodell helfen:

Denn die Guthabenkarten, die es bereits in den USA und einigen wenigen anderen Ländern gibt, kommen womöglich schon ab der nächsten Woche nach Deutschland. Unter anderem werden die beiden großen Elektronik-Ketten Saturn und Media Markt die Google-Play-Geschenkkarten im Angebot haben.

Ein Anbieter, der alles aus einer Hand liefern kann vs. Marktkonzentration: Wie DIE WELT berichtet, steht Vodafone kurz vor der Übernahme von Kabel Deutschland:

Die Kabel-Deutschland-Führungsspitze favorisiert eine Übernahme durch Vodafone, weil sie dann damit rechnen, dass die Transaktion relativ reibungslos über die Bühne geht. Vodafone könnte den deutschen Kunden mithilfe von Kabel Deutschland wettbewerbsfähigere Paketangebote für Fernsehen, schnelles Internet und Festnetz-Telefonate unterbreiten.

Letzte Woche bekam die Satire-Seite Der Postillon gleich zwei Grimme-Preise verliehen….

Ein prominentes Beispiel für den virtuosen Umgang mit Worten ist die Website “Der Postillon”, die sowohl mit dem Jurypreis in der Kategorie Information, als auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Über die Satireseite, auf der Stefan Sichermann täglich aktuelle Nachrichten parodiert, schreibt die Jury: “Die Ironie ist in Gefahr, in der Informationsflut zu ertrinken. Aber ‚Der Postillon‘ hat ihr ein Rettungsboot geschickt.”

… diesen Sonntag hat der Macher sich für die Preise bedankt – auf sehr schöne, selbstironische Art und Weise:

Obwohl als letzte große deutsche Tageszeitung erst 2008 ans Netz gegangen, konnte der Postillon beim diesjährigen Grimme Online Award gleich zwei der sinnlos schweren Plexiglas-Trophäen ergattern. Dabei wäre dieser Erfolg ohne Sie, liebe Leserinnen und Leser, doch überhaupt nicht möglich gewesen, denn immerhin… blabla… schleim… Jedenfalls: Was Sie von diesem Ergebnis halten, will der Preisillon (unterstützt vom Meinungsforschungsinstitut Ogrimmion Control) heute von Ihnen wissen:

Die Meinung kann unter “Was sagen Sie zu den zwei Grimme Online Awards für den Postillon?” abgegeben werden.

 

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Webperlen: 10 Jahre WordPress, 4,8 Millionen Tweets und 3,2 Milliarden Smartphones

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • 10 Jahre WordPress: Wie ein Blogsystem die Medienwelt auf den Kopf stellte
  • 10 Jahre WordPress: Infografiken
  • 4,8 Millionen Tweets zum Champions League Finale
  • Béla Réthy, sagen Sie jetzt nichts!
  • 90elf. Der Abschied.
  • Wo das Herz von Twitter schlägt
  • Bis 2017 rund 3,2 Milliarden Smartphones im Einsatz – doppelt so viele wie PCs
  • Privacy-Problem im Facebook Seitenmanager
  • Wenn der Briefträger das Essen nach Hause bringt
  • Wer die „Bild“ im Internet lesen will, muss künftig zahlen – teilweise
  • The Story of Axel Springer’s Famous Garage

Herzlichen Glückwunsch! WordPress, das Blogsystem, auf dem auch dieser Blog basiert, ist zehn Jahre alte geworden. Eine Würdigung von Netzwertig.com:

WordPress allerdings bleibt für viele leicht zu benutzen, so flexibel und umfangreich wie gewünscht und wartet bei Problemfällen mit einer riesigen Community im Rücken auf. Die Bedeutung von WordPress für die Medienlandschaft ist nicht zu unterschätzen. Das System hat vielen einzelnen Bloggern oder ganzen Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren die Möglichkeit gegeben, dynamischen Content so einfach wie nie zu veröffentlichen und ihn zu monetarisieren.

Und die passenden Grafiken zum Geburtstag liefert Statista: 10 Jahre WordPress

Twitter als Second Screen: Nach Twitter-Auswertungen wurden während des Finales der Champions League mehr als 4,8 Millionen Tweets allein unter dem Hashtag #UCLFinal abgesetzt:

Bei den Höhepunkten des Spiels sind natürlich auch die größten Ausschläge zu erkennen. Dabei ist der Abpfiff mit 117.601 Tweets in der Minute knapp vor dem Siegtor von Arjen Robben mit 107.229 Tweets gelandet. Zudem verzeichnete Robben an diesem Abend mehr als 1 Million Tweets mit seinem Namen und war damit der meist erwähnte Spieler auf Twitter.

Nicht wenige der deutschsprachigen Tweets haben sich mit der “Leistung” der Fernsehmoderatoren befasst, ein Blogger hat sich auf “Béla Réthy, sagen Sie jetzt nichts!” sogar die Mühe gemacht, jeden einzelnen Satz der “Reporterlegende” aufzuschreiben:

Bei meiner Arbeit stieß ich dann doch wieder auf ein paar Hinweise, die darauf schließen lassen, dass wir am Samstag tatsächlich Béla Réthy zugehört haben. Und noch etwas ist mir aufgefallen: Sportkommentatoren können richtig poetisch sein.

Und nochmal Fußball: Da andere für die Rechte mehr geboten haben, wird das bei Fans (aus guten Gründen) beliebte Projekt 90elf eingestellt. Ein (traurig stimmender) Beitrag von einem Mitarbeiter der ersten Stunde:

Seit 2008 bin ich bei 90elf. Von Sendestart an quasi. Das kleine Team wurde nach und nach immer größer. Die Website wurde im Laufe der Jahre mehrmals gerelauncht, wurde besser, stabiler, schneller. Die 90elf-App wurde auf immer mehr Plattformen verfügbar. Wir haben auf DAB+ gesetzt und eigene Endgeräte auf den Markt gebracht. Wir haben neue Ideen umgesetzt, das Programm immer weiter ausgebaut, Live-Rechte für den Europa-Pokal eingekauft, interaktive Sendungen konzipiert. Wir haben schließlich dafür den Deutschen Radiopreis 2011 erhalten.

Und ein weitere Statistik zur Twitter-Nutzung. Im Focus wird unter “Wo das Herz von Twitter schlägt” aufgeschlüsselt, wo die 400 Millionen Tweets abgeschickt werden, wo die Nutzer mit dem größten Einfluss sitzen:

Ein Blick auf die Europa-Karte zeigt deutliche Schwerpunkte der Aktivität in Großbritannien sowie den Benelux-Ländern sowie den Großstädten Paris, Madrid und Mailand. In Berlin als dem deutschen Twitter-Mekka ist schon klar weniger Aktivität zu verzeichnen. Unter den Top-20 Städten ist daher auch keine deutsche Metropole vertreten.

Und eine weiter Zahl, bei der es sich um eine (fundierte) Schätzung handelt. Bis 2017 werden rund 3,2 Milliarden Smartphones im Einsatz sein – doppelt so viele wie PCs:

Die Machtverschiebung in der IT-Industrie weg vom PC hin in Richtung Tablets und Smartphones ist im vollen Gang, wie ich hier im Blog bereits mehrfach beschrieben habe. Der Analyst Benedict Evans vom britischen Marktbeobachter Enders Analysis hat in einer kürzlich veröffentlichten Präsentation noch einmal die wichtigsten Fakten übersichtlich zusammengestellt.

Außerdem gibt es bei Facebook für Seitenbetreiber Sicherheitslücken, bzw. ein Privacy-Problem im Facebook Seitenmanager:

Der Facebook Seitenmanager erlaubt es den Admins von Facebook-Seiten auch von ihren mobilen Geräten aus zu verwalten und dort auch auf private Nachrichten von Nutzern zu antworten. AndroidPolice beschreibt ein unter Umständen ernsthaftes Problem mit dieser Funktion. Vom Admin an eine solche private Nachricht angehängte Bilder bleiben nämlich nicht privat.

Mehr über das Problem auch auf dem Blog von Henning Uhle.

Ein Markt, der sich langsamer durchsetzt, als von vielen Analysten erwartet wurde. Was jedoch auch daran liegen kann, dass bei den “Online-Supermärkten” das Angebot noch zu verwirrend ist – und die bestehenden Supermärkte abgesehen von den ländlichen Regionen eine sehr gute Abeckung haben. Unter “Wenn der Briefträger das Essen nach Hause bringt” weiß DIE WELT folgendes zu berichten:

In anderen europäischen Ländern ist dieser schon üblicher. Der britische Händler Tesco beispielsweise liefert Produkte aus dem Supermarkt quasi an jede britische und irische Adresse. Bei einer Umfrage des Marktforschers Nielsen unter 28.000 Internetnutzern in 56 Ländern gab ein Viertel von ihnen an, in der nächsten Zeit Lebensmittel im Internet kaufen zu wollen. In Deutschland lag der Wert nur bei sieben Prozent.

Apropos WELT: Nachdem das Springer-Angebot bereits vor Monaten eine Paywall eingeführt hat, zieht jetzt wohl auch die BILD nach, wer die BILD im Internet lesen will, muss künftig zahlen – teilweise:

Wenn die „Bild“-Zeitung am Montag die wichtigste Neuerung ihrer jüngsten Geschichte vorstellt, wird ihr Chefredakteur Kai Diekmann nicht dabei sein. Er verbringt gerade noch seine Zeit im kalifornischen Silicon Valley, wo er die vergangenen neun Monate im Auftrag des Axel-Springer-Verlags Ideen für die digitale Zukunft des Medienkonzerns gesammelt und entwickelt hat. Aus der Ferne aber begleitete er, wie in Berlin an einem Mammutprojekt gearbeitet wurde: an der Bezahlstrategie für die „Bild“ im Netz.

Springer

Und zum Abschluss der Webschau ein Video von, nun ja, Springer. Ein Verlag, der zwar gerne sehr viel Hass auf sich zieht, der aber auch einen wunderbaren Sinn für Selbstironie hat, wie man unter The Story of Axel Springer’s Famous Garage unschwer erkennen kann.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Blogs, Content und eine umstrittene Werbeaktion

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Warum sollte ich als Wissenschaftler/in bloggen?
  • Nutzer wollen Online-Videos – “Text-only”-Zeiten sind vorbei
  • Erfolgreicher Journalismus hängt nicht am Papier
  • Jede Zeitung braucht einen Nerd vom Dienst!
  • Das Fußball-Radio 90elf wird eingestampft
  • Von Love Brand vs. Tütensuppe bis Relevanz vor Reichweite
  • This is how I work
  • Bundestags-ePetition für den Erhalt der Netzneutralität gestartet
  • Sächsische Imagekampagne – Teurer Spaß ohne Spaß
  • Das Märchen vom guten Content
  • Video: Kleiner Fußballer ganz groß

In Amerika ist es gang und gäbe, selbst Nobelpreisträger wie Paul Krugman bloggen, aber in Deutschland machen Wissenschaftler noch einen großen Bogen um die Blogosphäre. Warum es dennoch für Wissenschaftler 10 gute Gründe gibt, mit dem Bloggen zu starten, führt das Redaktionsblatt auf:

Wir Menschen benötigen für unsere Arbeit einen Sinn. Die Sinnhaftigkeit erzeugt in uns die Energie, die wir benötigen, Aufgaben zuverlässig und mit einer positiven Stimmung anzugehen. Genauso ist es mit dem Bloggen. Worin liegt hier der Sinn? Der befürchtete Zeitaufwand – denn die Artikel fallen nicht fertig vom Himmel – muss sich für uns lohnen. Dieser Artikel möchte aufzeigen, welchen Sinn bloggen haben kann und auch welchen Nutzen ein Blogger aus seiner Tätigkeit ziehen kann.

Was für Content verlangt der durchschnittliche Internetuser? Im Auftrag der Nachrichtenagentur AP befragten GfK und Deloitte jeweils 1.500 Probanden in UK, Spanien und Deutschland über ihre Mediengewohnheiten. Das Ergebnis fiel recht eindeutig aus, Nutzer wollen Online-Videos – “Text-only”-Zeiten sind vorbei:

Besonders beliebt sind Videos bei Besitzern von Smartphones und Tablets: 77 Prozent der deutschen Tablet-Nutzer schauen Online-Videos. Je mehr iPhone, iPad & Co. also eine Rolle in unserem Leben übernehmen, desto relevanter wird es, Content in Form von Videos bereit zu stellen, der auf mobilen Geräten verfügbar ist.

“Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann dürfte diese Entwicklung bekannt sein, nach seinem Jahr im Silicon Valley hat er sich einiges vorgenommen, um Deutschlands meistgelesene Boulevardzeitung fit für das digitale Zeitalter zu machen. Im Handelsblatt-Interview „Erfolgreicher Journalismus hängt nicht am Papier“ äußert er sich über seine Pläne:

„Bild“ steht der größte Umbau seit Jahrzehnten bevor. Chefredakteur Kai Diekmann will das publizistische Flaggschiff des Medienkonzerns Axel Springer den digitalen Herausforderungen journalistisch und personell anpassen. „Wir müssen alle journalistischen Herangehensweisen, Konzepte, Überzeugungen und Vorstellungen überprüfen“, sagte der 48-Jährige dem Handelsblatt. „Erfolgreicher Journalismus hängt zum Glück nicht am Papier. Die Zeitung heute ist ein sehr wichtiger Teil einer Marke, die sich neu erfinden muss, weil sich die alten Konzepte und Gewohnheiten ändern”, sagte Diekmann.

Apropos Zeitung der Zukunft: Das Medienmagazin fordert, dass jede Redaktion braucht einen Nerd vom Dienst braucht!

Jeder Redaktion braucht einen Nerd vom Dienst (NvD) – das zeigt eindrucksvoll ein Zeitungartikel des Münchener Merkurs. Von der Netzgemeinde gibt es viel Häme für einen Faux-pas, den sich die Zeitung geleistet hat. Dahinter steckt aber ein wirkliches Problem. Wir haben da einen Lösungsvorschlag.

Alles andere als eine gute Nachricht für Fußballfans, das Fußball-Radio 90elf wird eingestampft:

Es ist ein bitterer Abschied: Regiocast Digital hat sich dazu entschlossen, das Fußball-Radio 90elf zum Ende der Bundesliga-Saison einzustellen. Die Geschäftsführung des 90elf-Veranstalters teilte diese Entscheidung den Mitarbeitern am Dienstag auf einer Betriebsversammlung mit. Der Sender hatte kürzlich überraschend die Verwertungsrechte für Web und Mobile, die auch die 90-minütige Berichterstattung über jedes Einzelspiel ermöglichen, an den Konkurrenten Sport1 verloren.

90elf_Zwei

90elf: Noch wird auf der Webseite die Smartphone-App beworben.

Ein guter Rückblick auf den Digital Media & Marketing Summit 2013 in Hamburg findet sich im “Wissensucher”-Blog unter der Überschrift “Von Love Brand vs. Tütensuppe bis Relevanz vor Reichweite [#d2m13]“:

Im Bereich der digitalen Kommunikation und des Social Media Marketings passiert aktuell sehr viel. Neue Buzzwords poppen schneller auf, als die alten verblassen. Das mag den einen oder anderen stören, aber ändern lässt sich das vermutlich nicht mehr. Worum es bei all den neuen digitalen Säuen genau geht, war Gegenstand einer aus meiner Sicht sehr interessanten Veranstaltung: Geschätzt 120 Social Medianer trafen sich in Hamburg zum Digital Media & Marketing Summit 2013.

Dazu gibt es noch an anderer Stelle eine passende Grafik: This is how I work.

Da sich die Piraten derzeit doch eher mit Intrigen, Machtspielchen, Meinungsmache beschäftigen, wird der Protest gegen die Drossel-Pläne der Telekom (siehe hierzu auch diesen Eintrag hier im Blog) von anderen Akteuren getragen. Wie Tobias Gillen auf dem Basic-Thinking-Blog berichtet, gibt es nun auch eine ePetition für den Erhalt der Netzneutralität:

Noch bis zum 18. Juni 2013 kann die Petition mitgezeichnet werden. 50.000 Mitzeichner werden bis dahin benötigt, damit der Fall im Petitionsausschuss diskutiert werden und der Hauptpetent, Johannes Scheller, dort sein Anliegen vortragen kann. In den Kommentaren zur Petition wird schon über die Erfolgschancen diskutiert.

 

Wenig erfolgreich hört sich, zumindest wenn man der alternativen taz glauben kann, eine Werbekampagne des Landes Sachsen an, für die nicht weniger als 32 Millionen Euro (ein Werbe-Budget, von dem so manches Unternehmen nicht einmal träumen kann) ausgegeben werden soll. Teurer Spaß ohne Spaß:

Unter dem Slogan „So geht sächsisch“ setzt der Entwurf auf Negativabgrenzungen. So spielt „Kraft ohne Hannelore“ auf Nordrhein-Westfalen an, „Elbphilharmonie ohne Verstimmung“ auf Hamburg. Das Gemälde der Sixtinischen Madonna wird als „Madonna ohne Skandale“ präsentiert, und das Foto eines Tagebausees bei Leipzig ist als „Baden ohne Württemberg“ untertitelt.

Und als zweitletzte Webperle gibt einen Beitrag vom tagSEOBlog. Unter der Überschrift “Das Märchen vom guten Content” führt Martin Mißfeldt aus, was von Google als “guter Content” gewertet werden kann – und was eben nicht.

Google kann Qualität überhaupt nicht messen. Der Algorithmus wird immer darauf angewiesen sein, unterschiedliche Signal zu messen, zu vergleichen und zu gewichten. Es macht daher aus Seo-Sicht überhaupt keinen Sinn, sich hinter dem Begriff “guter Content” zu verstecken. Stattdessen sollte man besser wieder über die konkreten Signale nachdenken. Was können Signale sein, aus denen Google Qualität ableiten könnte?

Und zum Abschluss ein kleiner, wunderbarer YouTube Clip (via) über einen sehr kleinen Fußballer – und einfach großartigen Fans:

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Nützliche HTML5 Attribute, Twitter-Archiv, Massenabmahnungen und die Bankfiliale auf dem Smartphone

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • 9 zeitsparende und nützliche HTML5 Attribute
  • Twitter-Archiv nun auch für deutschsprachige Nutzer
  • Massenabmahnungen wegen Impressumsfehlern bei Facebook
  • Facebook: Erste Schritte mit dem neuen News Feed
  • Fukushima und der umstrittene Facebook-Eintrag: Shitstorm überzieht Claudia Roth
  • Modell entlarvt Privates: „Gefällt mir“ auf Facebook ist verräterisch
  • Ausgelutschte Plattitüden gehen immer
  • Bankkunden möchten die Filiale auf dem Smartphone

Das Praktische zuerst: t3n stellt 9 zeitsparende und nützliche HTML5 Attribute vor:

HTML-Attribute wie src und href dürfte jeder Webentwickler kennen. Wir stellen euch einige weniger bekannte aber wirklich nützliche HTML5-Attribute vor.

Dabei handelt es sich um Autofocus, Placeholder, Eingabe-Felder für URL und E-Mail, Spellcheck, Autovervollständigung mit HTML5-Datalisten, Context Menüs, Reverse-Attribut, Start-Attribut und HTML5 prefetching.

Archiv

Jetzt muss man auch nicht mehr die Sprache von Deutsch auf Englisch ändern: Wie heise meldet, steht das Twitter-Archiv nun auch für deutschsprachige Nutzer zur Verfügung:

Nun können auch Nutzer, die Deutsch als Standardsprache bei Twitter eingestellt haben, all ihre Kurzmitteilungen herunterladen. Das teilte das US-Unternehmen per Tweet mit. Die Funktion, die im Dezember 2012 eingeführt worden war, steht ab sofort außerdem für Twitter in Niederländisch, Persisch, Finnisch, Französisch, Hebräisch, Hindi, Ungarisch, Malaiisch, Norwegisch, Polnisch und Spanisch zur Verfügung.

Zur Anleitung zum Herunterladen des Twitter-Archivs.

Auch von den Abmahnungen bei Impressums-Fehlern gibt es (gute) Neuigkeiten, Rechtsanwalt Thomas Schwenke geht auf allfacebook.de davon aus, dass das Pendel gegen die Massenabmahner ausschlagen wird:

In dem Beitrag ”Impressumsfehler auf Fanseiten – Massenabmahner siegen vor Gericht” habe ich vor kurzem berichtet, dass ein Gericht Massenabmahnungen wegen fehlerhafter Facebookimpressen für zulässig hielt. Doch nun scheint sich das Blatt langsam zu wenden. Die aktuellen Entwicklungen lassen hoffen, dass derartige Massenabmahnungen für unzulässig erklärt und vielleicht sogar die Impressums-Apps überflüssig werden.

Warum der Rechtsanwalt zuversichtlich ist, kann man unter “Wendet sich das Blatt? – Update zu Massenabmahnungen wegen Impressumsfehlern bei Facebook” erfahren.

Apropos Facebook: Thomas Hutter erklärt ausführlich, wie man erste Schritte mit dem neuen News Feed geht:

Die Darstellung der Inhalte im neuen News Feed verändert sich, Fotos und Videos erhalten deutlich mehr Gewicht. Beiträge, welche von mehreren Personen geteilt wurden, werden neu nicht mehr untereinander dargestellt. Links vom Beitrag sind die teilenden Personen/Seiten sichtbar. Fährt man mit der Maus über das Profilbild der teilenden Person oder Seite, sieht man entsprechend den Text zum Beitrag und die Interaktionen (Likes, Kommentare, Teilen).

Die ganzen technischischen Tipps hätten ihr aber auch nicht weitergeholfen. Claudia Roth, polarisierende Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen ist auf Facebook etwas leichtfertig mit den Fakten umgegangen und hat damit einen veritablen Shitstorm (selbst unter Atomkraftgegnern) ausgelöst:

 

Eine nicht unerhebliche Kleinigkeit übersehen Roth und ihre Mitarbeiter. So war vor zwei Jahren ein Erdbeben Auslöser der Katastrophe gewesen, nicht der Reaktorunfall im Atomkraftwerk in Fukushima. Denn tatsächlich starben die Menschen in Japan im Frühjahr 2011 in den Fluten. Sie fielen dem Tsunami zum Opfer und nicht der Kernschmelze. Durch die atomare Strahlung starb niemand. Roths Beitrag verdreht also die Tatsachen und sät somit den Nährboden für die digitale Entrüstung.

Die ganze Geschichte kann unter “Fukushima und der umstrittene Facebook-Eintrag – Shitstorm überzieht Claudia Roth” nachgelesen werden.

Wie viel sagen die “Gefällt mir”-Angaben bei Facebook über die Nutzer aus? Sehr viel, sagt eine neue Studie mit 58.000 Teilnehmern. Die FAZ weiß unter “Modell entlarvt Privates: „Gefällt mir“ auf Facebook ist verräterisch” genaueres zu berichten:

Jetzt ist klar: Vom gläsernen Menschen sind wir Internetnutzer weniger weit entfernt, als viele glauben. Nicht erst durch eigene Websites, Online-Käufe oder durch Veröffentlichung des persönlichen Profils in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter gibt man Privates preis – schon mit wenigen Klicks auf den harmlos erscheinenden „Gefällt mir“-Button in Facebook teilt der Nutzer erstaunlich präzise Hinweise über seine Vorlieben und Persönlichkeitsmerkmale mit.

Das Gegenteil vom Journalismus der Zukunft: Wenn es um Fußball geht, werden die ewig gleichen Plattitüden verwendet. Beileibe nicht nur abgenutzte Fußballer-Weisheiten, sondern so viele Klischees, das der Blogger derhatschongelb eine veritable Polemik hinlegt:

Es gibt diese Plattitüden übrigens nicht nur im Negativen, sondern auch im Positiven: Der tolle Anti-Kommerzklub St. Pauli, Dortmunds unglaublich laute Südtribüne, Mainz als “der etwas andere Verein” – Plattitüden, die dem Realitätsvergleich bei weitem nicht standhalten. Es gäb so viele Vorurteile, die berichtenswert zu überprüfen wären. Aber das würde ja Anstrengungen verlangen, die in der wer-macht-den-schnellsten-Gag-bei-Facebook-Ära kaum noch zu verlangen sind.

Die ganze Polemik kann unter “Platzstürmende Düsseldorfer, Champions-League-träumende Kölner, gewaltbereite Dresdner – ausgelutschte Plattitüden gehen immer” nachgelesen werden.

Von wegen bei Bankgeschäften ist vor allem persönliche Nähe gefragt:

Die rasanten alltäglichen Veränderungen, die mit den neuen Möglichkeiten der immer schnelleren Smartphones einhergehen, machen vor Bankgeschäften nicht halt. „Die Kunden haben ihre Erwartungen an die Funktionalitäten von der Online- in die Mobilwelt übertragen”, urteilt Christof Innig, Partner beim Beratungsunternehmen Accenture. Wer das Onlinebanking nutze, erwarte „als Mindestmaßstab alle Möglichkeiten … auch im Mobile Banking”.

Und deshalb wünschen sich immer mehr Kunden spezielle Apps für das Smartphone, weiß das Wall Street Journal Deutschland unter “Bankkunden möchten die Filiale auf dem Smartphone” zu berichten.

 

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