22/08/2019

Social Media im B2B-Bereich: Chancen und Risiken

Während der Einsatz von Social Media im Consumerbereich bereits bei den meisten Unternehmen zum guten Ton (bzw. wie selbstverständlich zum Kommunikationsmix) gehört, tun sich auch größere Unternehmen aus dem B2B-Bereich mit dem strategischen Einsatz von Social Media schwer. Dabei ist das keinesfalls der Behäbigkeit oder gar der Innovationsfeindlichkeit – Unternehmen im B2B-Bereich sind häufig deutlich technikaffiner und geben deutlich mehr Geld für Forschung und Entwicklung (FuE) aus – geschuldet, sondern schlichtweg an den unterschiedlichen Anforderungen der Kommunikation bzw. der Zielgruppenansprache.

Einer der wichtigsten Gründe hierfür liegt im Wert der Fans, Follower und Co. in den sozialen Netzwerken: Während im Consumerbereich fast jede Person ein potenzieller Käufer ist, ist im B2B-Bereich nur eine kleine, aber feine Zielgruppe entscheidend. Ganz praktisch gesprochen: Hat Coca-Cola auf Facebook 10.000 Fans, dann sind das 10.000 Menschen, die Getränke kaufen müssen – und Coca-Cola weiß das, ohne noch eine irgendwie geartete Erhebung durchzuführen.

Hat ein Unternehmen im B2B-Bereich hingegen 10.000 Fans auf Facebook, dann sagt das zunächst einmal absolut nichts aus. Breite Sichtbarkeit bringt ihnen fast gar nichts,  wenn sich unter den Fans kein einziger potenzieller Kunde ist – die spitze Zielgruppe lässt grüßen. Entsprechend bringen auch die besten und kreativsten Maßnahmen zur Marken- und Imagepflege nichts, wenn man zwar viele Menschen erreicht, die einem aber im Grunde genommen herzlich egal sein können, weil es weder potenzielle Kunden noch Multiplikatoren sind. Die hohe Reichweite von Social Media hilft einem auch nicht viel weiter, wenn man keine Leads erzielen kann.

Risikoaversion

Ein weiterer wichtiger Grund für das Meiden von Social Media von Unternehmen im B2B-Bereich ist die (natürliche) Risikoaversion. Im Gegensatz zum Consumerbereich streben nur die wenigsten Marketingverantwortlichen an, zu den Love Brands zu gehören, stattdessen steht neben Faktoren wie Bekanntheit und Vertrauen vor allem klassische Seriosität im Vordergund. Die Kundenbindung ist meist wesentlich enger, die Kaufprozesse sind deutlich rationaler (und langwieriger), da setzt man die immens wichtige Seriösität nicht durch Experimente auf’s Spiel.

Dass Social-Media-Aktivitäten tatsächlich die eigene Seriösität gefährden können, haben leider schon genug Unternehmen gezeigt, die sich zu sehr nach “when in Rome, do as the Romans do” gerichtet haben. Statt die eigenen Kommunikationsmaßnahmen und -ziele so anzupassen, dass sie den Gepflogenheiten des Web 2.0 Rechnung tragen, blieben am Ende nur die Gepflogenheiten des Web 2.0 übrig: Es werden Sprüche gerissen, schlechte Videos, die angeblich witzig sind, verlinkt und für jeden Like bei Facebook wird dem Teufel die Seele vermacht – bzw. das Markenimage ruiniert.

Social Media als Chance auch für den B2B-Bereich

Trotz der (berechtigten) Einwände gibt es jedoch sehr viele Gründe, die für den Einsatz von Social Media auch im B2B-Bereich sprechen – und nach Ansicht von Görs Communications überwiegen diese sogar deutlich. Entscheidend ist schließlich nicht was man macht, sondern wie man es macht. Niemand zwingt einen dazu, sich auf sozialen Netzwerken so “locker” zu geben, dass der Markenkern verramscht wird.

Die meisten Unternehmen im B2B-Bereich fokussieren sich derzeit auf Messen, Fachzeitschriften und Hochglanzbroschüren. Zum einen, weil sie dort ihre “normalen” Leads erzielen, zum anderen, weil sie dort (vermeintlich) alles unter Kontrolle haben, im Gegensatz zu der “Social Media Welt”, bei der es laut den klassischen Medien nur so vor “Shitstürmen” wimmelt. Dabei sind die Kosten für Messen, Fachzeitschriften und Hochglanzbroschüren in der Regel alles andere als gering, die Leads werden auch hier nicht “nebenbei” erzielt, die klassischen Kommunikationsmaßnahmen belasten das Budget nicht gerade in geringem Maße.

Und hier sollten sich die Unternehmen fragen, warum sie nicht Social Media flankierend einsetzen. Also nicht einen Großteil des Budgets zu Social Media umschichten, und Social Media zum Heilsbringer erklären, sondern einen kleinen Teil des Budgets (bzw. der Arbeitszeit) für Social Media abzweigen und dort die bisherigen Kommunikationsmaßnahmen fortsetzen. Sprich: Die Inhalte und auch die Ausrichtungen der bisherigen Kommunikation übernehmen und in Social Media fortsetzen.

Niemand zwingt einen dazu, mit dem Kommentar “lol, wie geil!” witzige Videos zu verlinken, stattdessen hält einen aber auch niemand auf, wenn man bereits bestehende Produktvideos auch bei YouTube einstellt. Oder die Bilder der Hochglanzbroschüren bei Flickr einstellt. Oder Präsentationen, in die man sehr viel Manpower und Kreativität gesteckt hat, bei SlideShare hochlädt.

Der Vorteil: Man erreicht auf den Social-Media-Kanälen nicht nur ein neues Publikum bei geringem Budget, man kann die bisherigen Kommunikationsformen auch wunderbar vernetzen. Warum nach einer Vortragspräsentation nicht einfach darauf hinweisen, dass man sich “den Vortrag auch in aller Ruhe nochmals auf Slideshare ansehen kann”? Warum nicht (potenzielle) Kunden darauf hinweisen, dass auf dem Twitter-Kanal des Unternehmens regelmäßig über Produktneuheiten informiert wird? Und warum nicht umgekehrt die Social-Media-Plattformen nutzen, um etwa die Messeauftritte zu promoten?

Social Media stellt eine Chance dar, bei geringem Budget die bisherigen Kommunikationsmaßnahmen enger zu verzahnen und ins 21. Jahrhundert zu transportieren. Und die Angst vor dem Kontrollverlust (bzw. der Unmöglichkeit der Markenführung bei Social Media) sollte man getrost weniger stark bewerten, da Social Media auch existiert, wenn das Unternehmen dort nicht präsent ist. Auch ohne einen eigenen Account kann – und wird! – über das Unternehmen bzw. die Marke gelästert, gespottet etc., mit einem Account kann man hingegen darauf gezielt reagieren und Einfluss nehmen, also genau das tun, was eigentlich schon immer ein nicht unwichtiges Gebiet der PR war.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Sinn und Unsinn von Hashtags

Gemunkelt wurde es schon länger, nun ist es auch offiziell bestätigt worden: Facebook führt jetzt (endlich) auch die Hashtags ein. Dann soll es wie bei Twitter, Instagram und neuerdings auch Flickr möglich sein, mit einem Klick auf den Hashtag sich sämtliche Beiträge anzeigen zu lassen, die mit dem entsprechenden Hashtag gekennzeichnet sind. Nach Angaben von Facebook ist das nur eine der vielen Maßnahmen, die das soziale Netzwerk plant, um die Kommunikation innerhalb der Community zu stärken.

Bisher war es so, dass Twitter, obwohl mit deutlich wenigern Nutzern, bei aktuellen Themen immer die Nase vorne hatte, da man dort (nicht nur, aber auch aufgrund der Hashtags) viel eher und leichter die News zu einem bestimmten Thema als bei Facebook erfuhr. Bei Facebook sind die Nutzer immer deutlich stärker an “ihre” Timeline gebunden gewesen, während Twitter deutlich stärker wie ein offener Nachrichtenstrom funktioniert.

Neben der Stärkung der Kommunikation innerhalb der Facebook-Community spielt aber auch wieder Werbung (bzw. die verbesserte Schaltung von Werbung) eine wichtige Rolle für die Entscheidung von Facebook, Hashtags einzuführen. So schreibt beispielsweise DIE WELT:

Viele der Inhalte, die täglich auf dem Netzwerk geteilt werden, drehten sich um “Marken, Produkte, öffentliche Personen oder lokale Geschäfte”, heißt es auf dem Marketingblog von Facebook. Manager Lindley erwähnte zusätzlich Fernsehserien und Sportereignisse – Gelegenheiten, die auch für Werbekunden interessant sein dürften.

Wie sind Hashtags entstanden?

Zurück gehen die Hashtags auf die gängigen Verschlagwortungen (Tags) bei “normalen” Blogs und anderen Diensten wie etwa Delicious. Dabei stand hier gar nicht mal der Nachrichtenfluss wie bei Twitter, sondern eher die Wiederauffindbarkeit und die Zuordnung im Vordergrund. Getreu dem Motto: Ordnung muss auch im Internet sein. Twitter selbst, damals noch sehr rudimentär, führte die Hashtags 2007 ein. Hashtag deshalb, weil das Doppelkreuz “#” im Englischen “hash” heißt.

Dadurch, dass man jetzt nur noch auf das Wort klicken musste, vor das ein # gesetzt wurde, um sich sämtliche Tweets in Echtzeit anzeigen zu lassen, die ebenfalls mit dem Hashtag versehen sind, erfuhr Twitter einen enormen Bedeutungszuwachs. Passierte irgendwo ein Ereignis, setzte sich in kürzester Zeit ein einheitlicher Hashtag durch, mit dem die Tweets gekennzeichnet wurden. Eigentlich ist das nur eine primitive, aber bequeme Suchfunktion, was der Popularität jedoch keinen Abbruch tat (und tut).

Wobei es jedoch nicht nur Ereignisse oder Themen waren, die mit einem Hashtag gekennzeichnet wurden. Sehr schnell etablierte es sich etwa, dass Konferenzbesucher ihre Tweets mit einem Hashtag versahen, um gefunden zu werden, wie etwa bei der diesjährigen re:publica mit dem Hashtag #re13. Besonders praktisch: Es kam nach relativ kurzer Zeit auch dazu , dass die Veranstalter sogenannte Twitterwalls einrichteten, auf denen dann alle Tweets mit dem entsprechenden Hashtag gezeigt wurden, auch Konferenz-Besucher ohne Twitteraccount bzw. Smartphone konnten dann die dazugehörigen Tweets lesen. Außerdem – Stichwort Second Screen – kennzeichneten die Fernsehschauer die jeweiligen Tweets mit dem Hashtag der Sendung, bestes Beispiel dürfte hierfür der #Tatort am Sonntagabend sein.

Die größte Breitenwirkung hatte in Deutschland vermutlich der Hashtag #Aufschei, mit dem Twitter-Nutzerinnen (und auch -Nutzer) auf die Stern-Geschichte um Rainer Brüderle reagierten, um Sexismus zu thematisieren – seitdem sind Hashtags praktisch in aller Munde.

Hashtags trotz besserer Suchfunktion?

Twitter_Erweiterte_Suche

Doch Twitter blieb nicht so rudimentär wie in 2007. Mittlerweile gibt es die erweiterte Suche, die es ermöglicht, die Tweets deutlich besser einzugrenzen, beispielsweise nach der Region, bestimmten Wortkombinationen oder danach, ob der Tweet einen Link enthält.

Dadurch müsste sich der Hashtag eigentlich erledigt haben – was aber nicht passierte. Und das durchaus aus einer doppelten Bequemlichkeit: Menschen, die sich etwas angewöhnt haben (in diesem Fall den Hashtag) bleiben meist dabei, auch wenn es bessere Alternativen gibt, zum anderen ist ein Hashtag so schon eine verdammt bequeme Sache, man muss nur drauf drücken, statt irgendwelche Wörter in eine Suchmaschine einzugeben.

Praktischer Nutzen des Hashtags
Neben der reinen Suchfunktion haben die Hashtags jedoch auch einen harten, praktischen Nutzen, wenn man mehrere Dienste miteinander verknüpft. So ist es beispielsweise möglich, den Twitteraccount mit dem Delicious-Account zu verbinden, sämtliche getwitterten Links werden dann auch bei Delicious abgelegt, und zwar unter dem entsprechenden Tag, was das Wiederfinden der Links enorm erleichtert.

Dienste wie RebelMouse (zur Anleitung von RebelMouse) filtern und sortieren die Tweets automatisch nach den Hashtags, um sie thematisch zuzuordnen, gleiches gilt auch für Storify (zur Anleitung von Storify). Ähnliches lässt sich auch über das Twitterbarometer sagen, das mittels der mit Plus- bzw. Minuszeichen versehene Partei-Hashtags die politische Stimmungslage auf Twitter auswertet.

Hashtags werden also auch trotz besserer Suchfunktionen mt Sicherheit nicht aussterben, da der praktische Nutzen einfach zu groß ist, auch wenn der Lesefluss zum Teil durch den exzessiven Gebrauch von Hashtags gestört wird.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Der Postillon, Monitoring-Tools, Flickr mit Hashtags und ein Smartphone im Kochtopf

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Der Postillon über das Ende vom Google Reader
  • Kostenlose Social-Media-Monitoring-Tools
  • Profilbild-Vorlagen für alle wichtigen sozialen Netzwerke
  • Twitter als Nachrichteninstrument: Deutschland ist Schlusslicht
  • Flickr führt Hashtags ein
  • Google Keep: Evernote-Konkurrent von Google zeigt sich
  • Legacy Media – analoger Wein in digitalen Schläuchen
  • Exklusive Qatar-Dream-Football-League-Geschichte war exklusiv erfunden
  • Sony Xperia Z überlebt auch den Kochtopf (Video)

Jetzt greift auch die Satire-Seite Der Postillon das Ende vom Google Reader auf, unter “Google stellt Suchmaschine zum 1. Juli 2013 ein” heißt es:

Mountain View (dpo) – Das Unternehmen Google hat angekündigt, zum 1. Juli 2013 die inzwischen nur noch stiefmütterlich geführte Suchmaschine gleichen Namens abzuschalten. Im Zuge des jährlichen Frühjahrsputzes (“spring cleaning”) kündigte der Konzern in einem offiziellen Blog-Beitrag an, sich künftig auf wichtigere Produkte wie nerdige Brillen, selbstlenkende Autos, ein kaum genutztes soziales Netzwerk und sprechende Schuhe konzentrieren zu wollen.

Eine ziemlich Fleißarbeit, von der aber alle profitieren können, die sich professionell mit dem Thema Social Media beschäftigen. Onlinemarketing Praxis hat eine Aufstellung von allen praktischen und kostenlosen Diensten gemacht, die einem beim Social-Media-Monitoring nützlich sein könnten. Neben bekannten Diensten wie Topsy, Klout und hootsuite sind in dem Beitrag “Kostenlose Social-Media-Monitoring-Tools” auch etliche Tools genannt, die einem wenig sagen, die man aber trotzdem – oder gerade deshalb – ruhig mal ausprobieren sollte:

Beim Social-Media-Monitoring werden soziale Medien nach Informationen und Nutzerprofilen durchsucht, die für ein Unternehmen relevant sind. Zum Einstieg ins Social-Media-Monitoring bieten sich kostenlose Social-Media-Monitoring-Tools an. Markus Mattscheck hat hier eine Auswahl an Tools für unterschiedliche soziale Medien und für verschiedene Einsatzzwecke zusammgengestellt.

Wo wir schon bei praktischen Diensten für Social Media sind: t3n stellt den Social Media Image Maker vor, ein kostenloser Webdienst, der das Erstellen von Pfofilbildern deutlich erleichtert:

Er bietet Vorlagen für alle wichtigen sozialen Netzwerke – darunter Facebook, Google+ und YouTube. Unterstützt werden auch weniger oft benutzte Portale wie Gravatar, Slideshare und About.me. Nutzer können das Bild nach Belieben beschneiden und drehen, mit 14 Filtern den passenden Look verleihen und Details wie Schärfe und Rauschen bestimmen.

Mehr auf t3n unter “Profilbild-Vorlagen für alle wichtigen sozialen Netzwerke“.

Jede Menge #Catcontent und anderer witziger Kram, aber kaum Verweise auf Nachrichtenseiten. Laut einer Studie sind deutsche Nachrichtenseiten bei Twitter massiv unterrepräsentiert, was aber auch mit der stiefmütterlichen Behandlung des Kurznachrichtendienstes durch eben jene Nachrichtenseiten zu tun haben könnte:

Eine Spitzenposition hat Deutschland nur in einem Kriterium: dem Einsatz automatisierter News Feeds wie Twitterfeed, die keine oder nur eine geringe Interaktion mit dem User erfordern. Diese automatisierten Linkschleudern sind sonst nur noch in Brasilien so beliebt. Einen deutlichen geringeren Wert weist Deutschland im Einsatz mobiler Twitter-Anwendungen auf.

Mehr in dem Focus-Artikel “Twitter als Nachrichteninstrument: Deutschland ist Schlusslicht“.

Wie sehr die verschiedenen Social Media-Plattformen voneinander abschauen, wird mal wieder unter Beweis gestellt. Flickr, ehemals der Platzhirsch bei den Bilder-Diensten, übernimmt jetzt auch Hashtags, eine “Innovation”, die bei Instagram und Twitter abgeschaut wurde:

Die neue Version 2.11.820 von Flickrs iOS-App für das iPhone führt nun auch Hashtags überall dort ein, wo Text eingegeben werden darf, also zum Beispiel im Titel. Diese speziellen Schlagwörter mit der Raute am Anfang (zum Beispiel #berlin) führen beim Anklicken eine systemweite Suche bei Flickr aus, was besonders bei mobilen Anwendungen den Vorteil hat, dass der Anwender keine Texte mehr eintippen muss, um gleichartig verschlagwortete Inhalte zu finden.

golem.de titelt dementsprechend auch gleich “Instagram als Vorbild: Flickr führt Hashtags ein“. Außerdem hat Google offenbar eine Antwort auf Evernote gefunden, erste Screenshots sieht man unter “Google Keep: Evernote-Konkurrent von Google zeigt sich“.

Ein weiterer guter Artikel zur Zukunft des Journalismus im digitalen Zeitalter: Im Artikel “Legacy Media – analoger Wein in digitalen Schläuchen” wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob es ausreicht, den (alten) Printjournlaismus einfach nur ins Netz zu übertragen. Die Antwort lautet, kaum verwunderlich, nein:

Wir optimieren die Verbreitungswege, kümmern uns aber nicht genug um die Inhalte. Vieles von dem, was wir (jetzt über Dutzende Kanäle) aussenden, ist lieblos aus irgendwelchen Agenturen zusammenkopiert und mit einem 0815-Schmuckbild versehen. Solche Inhalte versenden sich in der Regel – ob im Fernsehen oder bei Facebook, spielt am Ende keine Rolle. Analoger Wein in digitalen Schläuchen.

Hoax

Wie man es auf keinen Fall machen soll, hat jetzt die doch altehrwürdige The Times vorgemacht. Das bitische Blatt hat einen vermeintlichen Scoop gebracht, der sich kurze Zeit später als absolute Luftnummer entpuppte:

Vier Tage hat es gedauert. Es brauchte einen kleinen Shitstorm auf Twitter und wenige hartnäckige Blogger, um die vermeintliche Exklusivgeschichte der Londoner Times als das zu entlarven, was sie ist:
Bullshit.

Die Chronologie und die unterirdische Krisenkommunikation kann auf “The Times: Exklusive Qatar-Dream-Football-League-Geschichte war exklusiv erfunden” nachgelesen werden.

Es klappt, aber trotzdem sollte man es nach Meinung vom Görs Communications Blog tunlichst nicht selbst ausprobieren. Das neue Smartphone von Sony im Stresstest (via):

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Leistungsschutzrecht, Zukunft des Journalismus und ein Social Media Watchblog

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Leistungsschutzrecht: Freie Fahrt für Google!
  • Leistungsschutzrecht: Ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben
  • Leistungsschutzrecht: Google gewinnt, freie Journalisten verlieren
  • Mediatopia: Ein Projekt entsteht
  • Zeitungssterben: Die FAZ greift zu
  • Springer übernimmt TunedIn
  • Grabber sichern sich Domains von Versicherungen
  • Social Media Watchblog – ein neues Watchblog für Social Media und Big Data
  • US-Botschaft nutzt Storify

Das Netzthema der Woche ist definitiv das Leistungsschutzrecht, das am Freitag durch den Bundestag gehen soll – in welcher Form, ist noch immer offen, da das Gesetz offenbar mt so heißer Nadel gestrickt wurde, dass Änderungen noch in letzter Minute (“Streit über Leistungsschutzrecht bis zum Schluss“) eingebracht werden. Außerdem formiert sich nicht nur von den obligatorischen “Netzaktivisten” Widerstand, sondern auch von potenziell betroffenen Berufsgruppen wie etwa dem Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten.

Von der letzten Änderung dürfte vor allem Google profitieren, die Regierungskoalition hat folgenden Änderungsantrag eingebracht, der für glückliche Gesichter beim Suchmaschinenkonzern sorgen wird:

(1) Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte. Ist das Presseerzeugnis in einem Unternehmen hergestellt worden, so gilt der Inhaber des Unternehmens als Hersteller.

Warum der erste Satz so einen großen Unterschied für Google gegenüber der Ursprungsfassung sein wird, wird beim Telemedicus erklärt: Freie Fahrt für Google! Im Gegensatz zum Suchmaschinenkonzern ist damit aber für “normale” Internetnutzer die Kuh noch nicht vom Eis, Udo Vetter sieht in “Ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben” Tor und Tür für eine neue Abmahnwelle geöffnet:

Alle Hinweise in den Gesetzesentwürfen, dass die Regeln nicht für Menschen gelten sollen, die privat ins Internet schreiben, werden bald vergessen sein. Oder schon von Anfang an keinen interessieren. Die Abmahnungen, welche Anwälte im Auftrag der Verlage wegen angeblicher Copyright-Verletzungen verfassen, werden jedenfalls ebenso überzeugend und bedrohlich klingen wie Post von Filesharing-Kanzleien.

Der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten wirft hingegen die Frage auf, wer überhaupt von dem Gesetz profitieren wird, die freien Journalistinnen und Journalisten (also die eigentlichen Urheber) jedenfalls nicht, unter “Google gewinnt, freie Journalisten verlieren” ruft der Verband dazu auf, das Gesetz in der derzeitigen Form nicht zu verabschieden:

“Wir haben schon zu viele Rechte an unserer Arbeit verloren.” Freischreiber e. V. – Berufsverband der freie Journalistinnen und Journalisten fordert die Mitgllieder des Deutschen Bundestags auf, gegen das Leistungschutzrecht zu stimmen.

Apropos Journalisten: Mit dem E-Book-Projekt “Mediatopia” wollen die Medialab-Stipendiaten Philipp Löwe und Mark Heywinkel nichts weniger erreichen, als den “Journalismus von morgen zu beschreiben”:

Mit unserem Projekt “Mediatopia” wollen wir, die Medialab-Stipendiaten Philipp Löwe und Mark Heywinkel, eine neue Anlaufstelle und Informationsquelle für Journalisten von morgen schaffen. In dem multimedialen E-Book sollen Berufsbilder und Einstiegsmöglichkeiten in die Branche aus einer jungen Perspektive lebens- und praxisnah geschildert werden.

Das E-Book soll aus etwa zwanzig Porträts bestehen, in denen wir junge Köpfe aus dem Journalismus vorstellen, die mit einem innovativen Zugang die journalistische Berichterstattung neu definieren.

Mehr über das doch sehr ambitionierte Vorhaben erfährt man unter: “Mediatopia: Ein Projekt entsteht“. Das derzeit prominenteste Opfer des Zeitungssterbens ist die Frankfurter Rundschau (FR), die zukünftig in extrem abgespeckter Form bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) unterkommen wird. In der taz weist man im Kommentar “Die FAZ greift zu” darauf hin, dass der Niedergang der FR mehrere Gründe hat, vor allem aber, dass man den Wandel verschlafen und an der Qualität gespart hat:

Immer mehr Leser sparen sich deshalb ihre gedruckte Zeitung. Nur zögerlich und sehr spät begannen die Verlage nach neuen Erlösmodellen im Digitalen zu forschen. Entschlossenheit zeigen sie nur beim Sparen an redaktionellen Inhalten. Dass die Auflagenverluste nicht nur mit dem bösen Internet und den dummen jungen Leuten zutun haben könnten, sondern auch mit rapide gesunkener Qualität und Vielfalt, wird in der Branche gerne verdrängt.

Den veränderten Medienkonsum hat Springer durchaus auf dem Schirm, wie deutsche startups unter “Springer übernimmt TunedIn” berichtet, übernimmt der Verlag jetzt auch einen Second Screen-Spezialisten:

Schon wieder Springer! Das Medienhaus Springer, zuletzt als Großinvestor von Project A, als Geldgeber der noch jungen Start-up Eventreihe hy! Berlin und mit dem Start des Axel Springer Plug and Play Accelerators im Gespräch, übernimmt das junge Berliner Start-up TunedIn (www.gettuned.in) und steigt damit im großen Stil in den Second Screen-Markt ein.

Die URL-Grabber haben mal wieder zugschlagen, unter den Opfern befinden sich prominente deutsche Versicherungskonzerne, auf Heise (“Grabber sichern sich Domains von Versicherungen“) erfährt man:

Am heutigen Mittwoch gelang es Grabbern, sich gleich mehrere de-Domains von großen deutschen Versicherungen unter den Nagel zu reißen. So sind die Unternehmens-Domains provinzial.de, vbk.de, urv.de und ukv.de nun auf den Namen Alexander Schubert registriert, der laut DeNIC-Whois im lettischen Riga wohnt. Schubert hat ein größeres Portfolio attraktiver Domain-Namen, bei denen keine Inhalte hinterlegt sind.

Außerdem gibt es eine weiteres Watchblog, diesmal zum Thema Social Media. Über Sinn und Unsinn dieses Projekts geben die Urheber Auskunft (via):

Das Blog beschäftigt sich streng monothematisch mit Big Data und Social Media Unternehmen wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. Das Blog guckt sich aber auch genau an, wie es um Unternehmen und Parteien bestellt ist, die Social Media für sich nutzen. Welche Fans sind echt, welche gekauft? Das Blog soll definitiv kein Marketing-Geschmäckle haben wie andere Portale, die zwar gern die neuesten Datenschutzeinstellungen benennen, aber sie auch gleichzeitig bejubeln, weil sie als Dienstleister damit Geld verdienen, Facebook-Kampagnen und Co. zu kreieren.

Mehr unter: Social Media Watchblog – ein neues Watchblog für Social Media und Big Data.

Außenminister Kerry und Bundeskanzlerin Merkel. Von der US-Botschaft (usabotschaftberlin) unter Creative Commons auf Flickr eingestellt.

Außenminister Kerry und Bundeskanzlerin Merkel. Von der US-Botschaft (usabotschaftberlin) unter Creative Commons auf Flickr eingestellt.

Das obige Bild von John Kerry und Angela Merkel wurde von der amerikanischen Botschaft in Berlin unter der Benutzung der Creative Commons-Lizenz auf Flickr eingestellt. Durchaus bemerkenswert, dass eine Botschaft Flickr zur Verbreitung des Bildmaterials nutzt, aber bekanntlich ist Amerika Deutschland ja in so manchen (Internet-)Dingen immer etwas voraus.

Aber interessant ist nicht nur die Nutzung von Flickr, sondern von Storify: Die Botschaft hat zum Kerry-Antrittsbesuch auf Storify ein Story angelegt, auf der die Bilder, Tweets und YouTube-Videos sinnvoll zusammmengeführt werden: >Klick<

 

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Social Media im Immobilien Marketing: Neue Freunde gesucht

Soziale Netzwerke wie Facebook können auch für Immobilienunternehmen Mehrwerte schaffen – Voraussetzung ist die „richtige Kommunikation“ von Mensch zu Mensch.

Im “Blickpunkt Nord”, dem Fachmagazin des IVD Nord, wird sich mit der Rolle von Facebook, Twitter & Co. für das Immobilien Marketing auseinandergesetzt.

Unter wird in dem Artikel auch der Immobilien Markting Experte Daniel Görs zitiert:

Bei Facebook ist es für die eigene Unternehmensseite oder auch Fan-Page wichtig, dass die eigene URL eingestellt wird. „Dies geht ab 25 Fans auf der Unternehmensseite“, so Daniel Görs. Der frühere Kommunikationsleiter des Immobilienportals Immonet und heutige Geschäftsführer für Social Media spricht von Mehrwert für Immobilienunternehmen – vorausgesetzt das Konzept passe.

„Transparenz und ehrliche Motivation, über das Unternehmen Interesse zu wecken und Netzfreunde zu gewinnen“, muss nach Aussage Görs das Grundprinzip sein. Der Chef des Immobilienunternehmens „xyz“ sollte als Mensch mit Immobilienexpertise auftreten und kann als Privatperson in der Facebook- Community surfen. Beides kann mit unterschiedlichem Anspruch und Content passieren.

Eine Positionierung als innovatives Unternehmen und Sachkenntnis könnte gut über Facebook als „das einfach gestrickte Internet“ vermittelt werden, meint Görs. Seriösität und der „richtige Ton“ müssten dabei das Maß der Dinge sein. Schließlich ist das Maklerimage nach wie vor nicht das Beste in Deutschland. Wer sich als „Maklerfreund“ outet, will mehr als plumpe Verkaufsstrategie.

Der Link zum gesamten Artikel: Neue Freunde gesucht

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