17/12/2018

Fachkräftemangel und Medienwandel: Ohne Digital Marketing geht’s auch bei Human Resources (HR) nicht

Während es in einzelnen Berufsgruppen noch immer viel zu viele Arbeitslose gibt, fällt es vielen Unternehmen immer schwerer, bestimmte Stellen adäquat zu besetzen. Und das nicht nur bei vermeintlich oder tatsächlich gefragten Spezialisten wie Informatiker oder MINT-Absolventen, sondern zunehmend sogar in klassischen Ausbildungsberufen, bei denen die Bewerber noch vor nicht allzu langer Zeit Schlange standen.

Im Vergleich zu den südeuropäischen Krisen-Ländern sind das sicherlich paradiesische Zustände, von denen nicht zuletzt wir alle über steigende Steuereinnahmen und geringere Ausgaben für Sozialleistungen profitieren – den Verantwortlichen im Personalwesen hilft das jedoch auch nicht weiter, wenn einzelne Stellen über Monate hinweg nicht besetzt werden können, weil der Markt wie leergefegt ist. Und angesichts des demographischen Wandels sieht es auch nicht danach aus, als würde sich die Situation langfristig verbessern, eher ist noch eine weitere Verschlechterung (aus Unternehmenssicht) der Situation zu erwarten, der Fachkräftemangel wird sich laut den meisten Prognosen im nächsten Jahrzehnt sogar noch erheblich verschärfen. Kurz: Das Besetzen der offenen Stellen fällt den Unternehmen immer schwieriger. Dabei sind fähige Mitarbeiter in der Wissensgesellschaft mehr denn je für den unternehmerischen Erfolg unverzichtbar.

HR-PR muss Digital Natives erreichen

Trotz regelmäßiger Skandale stehen die großen deutschen Konzerne beim Wettbewerb um rare Fachkräfte oder Talente noch vergleichsweise gut da. Sie sind nicht nur bei potenziellen Bewerbern bekannt, sie können auch damit punkten, dass es bei ihnen (zwangsläufig) bessere Aufstiegschancen und Niederlassungen auf dem halben Globus gibt. Durchaus schwieriger hingegen sieht es bei dem Mittelbau aus, also den Unternehmen, die zwar in Deutschland den Großteil aller Arbeitsplätze stellen, aber als einzelnes Unternehmen unterhalb des öffentlichen Radars fliegen – diese Unternehmen mit ein paar Dutzend bis ein paar Tausend Arbeitsplätzen macht der Fachkräftemangel schon jetzt so stark zu schaffen, dass einzelne Expansionspläne eingestellt werden mussten.

Doch was sollen die Unternehmen tun, um Fachkräfte und Talente an sich zu binden? Eine Antwort auf diese Frage wissen wir von Görs Communications auch nicht, schließlich wären wir dann keine PR-Agentur, sondern würden im Personalwesen arbeiten. Aber wir kennen uns zwangsläufig mit Kommunikation aus – und dort gibt es einige Punkte zu beachten, wenn Unternehmen neue Mitarbeiter ansprechen wollen. Und die wollen wir hier im Blog kurz anreißen.

Gute Kommunikation beinhaltet immer eine Analyse der Zielgruppe. Und die Zielgruppe hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert, zumindest in ihrer Mediennutzung. Die heutigen Studenten sind durchweg Digital Natives, die Ansprache kann praktisch nur übers Internet erfolgen. Und da reicht es einfach nicht mehr aus, ein paar Stellenportale mit dem jeweiligen Stellenangebot zu bestücken und auf den passenden Bewerber zu warten.

Vielmehr muss das Internet beim “Recruiting 2.0″ Dreh- und Angelpunkt des Personalmarketing sein. Gute HR-PR zeichnet sich schließlich im 21. Jahrhundert dadurch aus, dass potenzielle Mitarbeiter “wie zufällig” über das jeweilige Stellenangebot stolpern – egal, von wo und wann und wie die potenziellen Bewerber im Internet unterwegs sind. Und hier sollten da Public Relations (PR), Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Content Marketing ineinander greifen, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen – im Idealfall kommt sogar noch eine enge Verzahnung mit den Social-Media-Aktivitäten des Unternehmens hinzu.

Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Content Marketing zielen dabei primär darauf ab, dass die Unternehmenswebseite und vor allem die einzelnen Stellenangebote auch tatsächlich gefunden werden. Dass also das Stellenangebot bei Google am besten auf der ersten, möglichst auf der zweiten Seite steht. Und gehört mittlerweile mehr als nur die passende Keywordoptimierung, bei der Suchmaschinenoptimierung ist vielmehr ein langer Atem mit viel Content gefragt.

Public Relations (PR) zielt hingegen beim Personalmarketing deutlich stärker auf das sogenannte Arbeitgeber-Branding ein. Das Unternehmen sollte es schaffen, ein Image aufzubauen, was auf potenzielle Bewerber attraktiv wirkt.  Primär geht es darum, die Leistungen des Arbeitgebers – etwa Familienfreundlichkeit, flache Hierarchien, gute Karriereperspektiven, freundlicher Umgang etc. – aktiv in der Kommunikation zu verankern. Kurz: Beim Bewerber sollte das Unternehmen positive Assoziationen auslösen.

In der Theorie mag sich das einfach anhören, in der Praxis hingegen ist diese Kombination von Public Relations (PR), Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Content Marketing jedoch alles andere als einfach umzusetzen. Gerade, wenn noch (sinnvolle!) Maßnahmen wie etwa unterstützende Werbeschaltungen auf Xing oder auf Google AdWords hinzukommen. Aber dafür gibt es ja Experten – Sie können jederzeit mit der Agentur Görs Communications in Kontakt treten, wir stehen Ihnen bei der Optimierung Ihrer HR-Strategie gerne mit Rat und Tat zur Seite.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Internet ist auch nicht alles: Piratenpartei vor dem Absturz?

Wir Piraten konnten bei der Niedersachsenwahl die 5% Hürde nicht nehmen. Damit ist klar: die Wahl ist nicht gewonnen. Verloren ist sie jedoch auch nicht, denn wir waren ja nicht im Parlament!

So die Piraten in einer ihren ersten Stellungnahmen, die unter dem Titel “Niedersachsenwahl – nicht gewonnen, aber auch nicht verloren” erschien. Dass “nicht verloren” nicht mehr als Schönrednerei ist, dürfte jedoch allen Beteiligten klar sein, wenn man sich die Ergebnisse der letzten Wahlen anschaut. In Berlin gab es knapp neun Prozent, in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein rund acht Prozent und im kleinen Saarland etwas mehr als sieben Prozent, während es in Niedersachsen nur 2,1 Prozent waren. Ein klassischer Absturz also.

Während die Medien über das Debakel mit einiger Häme berichteten (SZ: Quittung für das Chaos, SPON: Piraten erleiden Realitätsschock, DIE WELT: Tschüss, Piratenpartei! So brauchen wir dich nicht), gab der politische Geschäftsführer Johannes Ponader den Medien eine  Mitverantwortung, so sei “Ein Aspekt [...] sicherlich, dass unsere Partei in mehreren Überblicksberichterstattungen der öffentlichen-rechtlichen Sender mit der Begründung ausgeklammert wurde, man berichte nur über im Landtag vertretene Parteien.” Bei der Partei, bei der Medienschelte häufig zum guten Ton gehört, kann der zuletzt mehr als umstrittene Ponader damit vielleicht punkten, aber positive Presse kreiert man so sicher nicht.

Als weiterer Grund, der das schlechte Abschneiden relativieren soll, wurde immer wieder darauf verwiesen, dass Niedersachsen ein ländlich geprägtes Flächenland ist, in dem es aufgrund der dörflichen Strukturen kaum Digital Natives gibt – in städtisch geprägten Ländern würde man generell besser abschneiden. Dass das Argument auf sehr wackeligen Beinen steht, verdeutlicht das vorläufige Endergebnis der niedersächsischen Landeswahlleitung (Screenshot www.aktuelle-wahlen-niedersachsen.de):

Piraten

In keinem einzigen Wahlkreis konnten die Piraten mehr als fünf Prozent erobern, selbst in den Hochburgen Braunschweig-West und Hannover-Linden steht noch eine 3 vor dem Komma, die Piraten haben also selbst in den Städten miserabel abgeschnitten – insgesamt also ein Debakel auf ganzer Linie, für das es Gründe geben muss.

Natürlich haben die ganzen Skandale der “Einzelfail-Partei” im Vorfeld der Wahl nicht gerade zu einem positiven Wahlergebnis beigetragen, die Performance der führenden Piraten war mehr als unterdurchschnittlich, das ewige Hickhack in den Parteigremien hat sicher auch keine Wähler angezogen.

Schwerer dürfte aber auf Dauer die einstige Stärke als “Internetpartei” wiegen. Netzpolitik war und ist das Alleinstellungsmerkmal der Piraten, die sich immer als eine Art “Sprecher” oder gar “Avantgarde” der politisch interessierten “Netzgemeinde” ansahen. Damit konnte die Partei zwar einen Hype – sie waren neu, sie waren modern, sie waren anders als die Etablierten – auslösen, aber auf längere Sicht hat das nicht genügend Substanz. Verweise auf die Grünen, denen angeblich auch ein Thema zur Etablierung reichte, führen in die Irre, denn die Grünen hatten mindestens zwei Themen, nämlich Umweltschutz und Frieden, falls nicht sogar mit der sozialen Gerechtigkeit ein drittes Zentralthema.

Wenn es den Piraten nicht gelingt, in anderen Themenfeldern Fuß zu fassen, wird die 5-Prozent-Hürde auch in allen Ländern unüberwindbar. “Netzpolitik” mag wichtig und spannend sein, aber allein mit dem Widerstand gegen Acta & Co. bindet man keine Wähler an sich. Stattdessen müssen Antworten zur Wirtschaftspolitik, zur Eurokrise, zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr und zu vielen weiteren Brot-und-Butter-Themen her, die von der Partei auch entsprechend vertreten werden können.

Am Ende ist es wie in der Kommunikation: Um das Internet kommt man einfach nicht mehr herum, es ist aber auch nicht alles. Der richtige Mix zwischen Blogs, klassischer Medienarbeit und Mediaschaltungen macht den Unterschied.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Impressum und Datenschutzerklärung .