19/11/2019

Kontensicherheit bei Twitter, Facebook und Google

Immer wieder machen Meldung, dass Nutzer-Accounts gehackt worden, in den Medien die Runde – zuletzt traf es mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzer.

Was in den meisten Fällen schon gegen das Hacken hilft, ist die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung, die mittlerweile von fast jedem gößeren Internet-Dienst angeboten wird.

Der Vorteil dieser Prozedur liegt auf der Hand: Will ein Account gekapert werden, muss der Hacker nicht nur das Passwort knacken, sondern auch im Besitz des Mobiltelefons sein, was praktisch unmöglich ist. Da viele Nutzer bei ihren Mailkonten und ihrem Twitteraccount das selbe Passwort benutzen, bestände bei einer alternativen Verifizierung per Mail zudem die Gefahr, dass das Konto zuvor auch übernommen wurde, weshalb die Lösung mit dem Mobiltelefon schon wirklich Sinnn ergibt. Der Nachteil liegt jedoch auch auf der Hand, die Prozedur ist ziemlich umständlich. Problematisch ist hierbei nicht nur das “normale” Anmelden, sondern auch der Zugriff von Drittanbieter-Apps auf den Twitter-Account.

Genutzt werden dürfte der Anmeldeprozess in zwei Stufen daher vermutlich nur von “wichtigen” Accounts, alle anderen dürfte der Aufwand zu hoch sein – wenn man mal die notorischen Sicherheitsfanatiker außer Acht lässt. Noch ist die Funktion in Deutschland nicht eingeführt, es ist aber davon auszugehen, dass die Angabe der Mobilfunknummer nicht nur für den Anmeldeprozess in zwei Stufen genutzt wird, sondern auch, um eventuell gekaperte Accounts wieder ihrem ursprünglichen Besitzer zuordnen zu können, denkbar wäre es zudem, dass jede Passwortänderung per SMS-Code bestätigt werden muss, da Hacker auf diese Weise nicht ein neues Passwort festsetzen können, um den Account auch wirklich zu kapern.

FacebookSecurity

Sicherheitseinstellungen bei Facebook

 

Es bietet sich also an, die eigene Telefonnumer an Twitter herauszurücken, wenn Twitter danach fragt. Gleiches gilt für Facebook und Google, die eine ähnliche Funktion schon vor Monaten implementiert haben und unwillige Nutzer jetzt immer wieder mit der Frage nach der Mobiltelefonnummer nerven. Natürlich besteht die Gefahr, dass irgendwann die Datenbanken von Google und Facebook gehackt werden, und die Mobiltelefonnummer dadurch in falsche Hände gerät – die Chance hierfür ist jedoch sehr gering, jedenfalls deutlich geringer als die Chance, dass der eigene Facebook- oder Google-Account gehackt wird. Und ein gehackter Account ist alles andere als ein Spaß, wenn man den Account jahrelang gepflegt hat und ihn auch für geschäftliche Zwecke (PR, Marketing, Werbung) nutzt.

Security

Sicherheitseinstellungen bei Google

Überhaupt bieten Google und Facebook den Nutzern deutlich mehr Sicherheitsoptionen, als den meisten Nutzern bekannt ist. Die Einstellungen hierfür können bei Google unter https://www.google.com/settings/security und bei Facebook unter https://www.facebook.com/settings?tab=security&section=notifications&view vorgenommen werden.

Welche Sicherheitseinstellungen am besten sind, darüber muss jeder Nutzer selbst entscheiden. In der Regel zieht eine bessere Sicherheit auch immer einen Mehraufwand nach sich, also sollte jeder abwägen, was für ihn die ideale Lösung ist. Im Zweifelsfall geht die Sicherheit jedoch vor – gerade wenn es sich nicht um den eigenen Account, sondern um Projekte auf Kundenseite handelt.

Passwort und Drittanbieter-Apps

Das dürfte eigentlich selbstverständlich sein, ist es jedoch leider nicht: Das am häufigsten genutzte Passwort im deutschsprachigen Internet ist noch immer “Passwort”. Dabei weisen Verbraucherschützer und auch Webseitenbetreiber seit Jahren darauf hin, dass individuelle Passwörter gewählt werden sollten, die schwer zu knacken sind. Und das bedeutet zum einen, dass es sich nicht um Wörter im eigentlichen Sinn handelt, sondern um sinnfreie Buchstabenkombinationen. Außerdem sollten immer auch Zahlen und Sonderzeichen verwendet werden. Also niemals “Schalke04″ wählen, auch wenn das Passwort damit Buchstaben und Zahlen enthält, sondern Passwörter wie etwa “dfO76Hf_2″. Die kann man sich zwar schwieriger merken, aber Sicherheit geht bekanntlich vor.

Auch sollte man sich zweimal überlegen, welchen Apps man Zugriff gewährt. Häufig machen gerade auf Twitter kleine nette Spielereien die Runde, denen man aber Zugriff auf das Konto ermöglichen muss. Handelt es sich nicht um einen 100% vertrauenswürdigen Anbieter, sollte man hierauf verzichten. Zudem empfiehlt es sich, regelmäßig auf https://twitter.com/settings/applications zu überprüfen, welchen Apps man auf Twitter Zugriff gewährt hat – nicht, dass man irgendwann wie von Geisterhand zum Spam-Versender mutiert und alle Follower verliert.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Twitterverzeichnisse

Was ist eigentlich aus den ganzen Twitterverzeichnissen geworden? 2008/2009, als Twitter zum Massenphänomen geworden ist, schossen die Twitterverzeichnisse wie Pilze aus den Boden. Getreu dem Motto “finden und gefunden werden” gab es deutsch- und englischsprachige Webseiten, auf denen Twitter-Accounts aufgelistet wurden. In den seltensten Fällen wurden die Accounts von den Webseitenbetreibern manuell eingepflegt, stattdessen wurden die Daten entweder automatisch gezogen, oder man gab den Usern die Möglichkeit, sich und seine Interessensgebiete selbst einzutragen.

Und die Möglichkeit, sich in den Verzeichnissen einzutragen, wurde fleißig genutzt. Zum einen natürlich, weil die Einträge (zumindest in der Basisversion) kostenlos waren, zum anderen natürlich, weil man sich davon neue Follower erhoffte. Und “man” meint in diesem Falle beides, private Nutzer, wie auch kommerzielle Accounts, die von Marketing- oder PR-Beratern betreut wurden. Der Grund hierfür ist denkbar simpel, selbst Privatnutzer, die angeblich “nur für sich selbst” twittern, freuen sich über jeden Follower, bei kommerziellen Accounts gilt dies natürlich noch stärker.

Twopcharts-Auflistung der Top-Twitter-Accounts in Hamburg

Twopcharts-Auflistung der Top-Twitter-Accounts in Hamburg

Aber man konnte die Twitterverzeichnisse nicht nur passiv nutzen, um besser gefunden zu werden, man konnte sie auch nach interessanten Accounts “abgrasen”, denen man dann selbst folgte. Und zwar aufgelistet nach Orten, Interessen, Popularität und anderen Kriterien. Das Problem war nur, dass die meisten User sich zwar gerne eintrugen, aber kaum einer die Verzeichnisse genutzt hat, um neue User zu finden, was schon rein mathematisch dazu führte, dass die Ausbeute (also die Zahl der Follower, die einem durch die Twitterverzeichnisse folgen) eher mäßig war.

Dass die meisten User sich nur eingetragen haben, und dann die Seite nie mehr benutzten, wirkte sich natürlich auch negativ auf die Werbeeinnahmen der Webseitenbetreiber aus. Kurz, das Geschäft mit den Twitterverzeichnissen entwickelte sich nicht ganz so rosig, wie ursprünglich gedacht wurde.

Dann kamen die Twitter-Listen

Was den Twitterverzeichnissen zusätzlich zusetzte, war die Einführung der Listen-Funktion durch Twitter. Jetzt konnte auf einmal jeder Twitter-Nutzer eigene Listen zusammenstellen, denen jeder durch einen einzigen Klick folgen konnte. Die Nachrichtenagentur dpa hatte etwa eine Liste mit sämtlichen Journalisten zusammengestellt, die vom NSU-Prozess berichten. Eine Funktion, die nicht nur praktischer (ein einziger Klick!) als die Twitterverzeichnisse, sondern auch schneller und besser, weil kuratiert, ist.

Lohnen sich die Twitterverzeichnisse noch?

Als Folge dieser Entwicklung sind immer mehr Twitterverzeichnisse aus dem Netz verschwunden, es gab eine Konzentration auf ein paar Anbieter, wobei hier vor allem wefollow, twiends und Twopcharts zu nennen wären. Während Twopcharts die User automatisch erfasst, muss man sich bei wefollow und twiends selbst eintragen. Die Twitterverzeichnisse haben auch noch einen gewissen Nutzen, man kann dort tatsächlich noch User zu seinen Themengebieten finden. Im Gegensatz zu den Twitter-Listen erfährt man auch gleich, wie influential die einzelnen Nutzer sind, was aus PR- und Marketingsicht ja nicht gerade unwichtig ist.

Lohnt sich noch das Eintragen in die Twitterverzeichnisse? Eine Frage, die man mehr mit einem Ja, als mit einem Nein beantworten muss. Einerseits darf man von den Twitterverzeichnissen nicht allzu viele neue, interessante Follower erwarten, andererseits ist es aber noch immer kostenlos, und der Arbeitsaufwand ist minimal. Also überwiegen unter dem Strich die Vorteile, man darf nur nicht zu viel erwarten.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: AdBlocker wirkungslos, PR, Hamburg, Drosselkom und Facebook-Algorithmen

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • AdBlocker ab heute wirkungslos: Publisher gehen in die Offensive
  • PR übernimmt den Journalismus
  • Twitter: HVV-Fake bringt Hamburg zum Lachen
  • Gericht stoppt Drosselpläne der Telekom
  • Die App für die Berghain Schlange
  • Offline! Start-ups, die 2013 bereits gescheitert sind
  • Hoffnung für Text-Profis: Google versteht jetzt (vielleicht) auch Journalismus
  • Das wichtigste Foto für die Biologie des 20. Jahrhunderts
  • To-Do-Software: 10 Tools, um Aufgaben zu verwalten
  • Event, Event, die Kindheit brennt
  • Homöostasis
  • Soziale Netzwerke: Facebook weiß, ob die Partnerschaft hält

Das ewige Hickhack zwischen den Nachrichtenseiten und den Programmierern von Werbeblockern geht in die nächste Runde. Wie Online Marketing.de berichtet, sind AdBlocker ab heute auf bestimmten Portalen wirkungslos, die Publisher gehen in die Offensive (via):

Wer die Webseite von PC Games, PC Games Hardware oder buffed mit einem AdBlocker betritt, wird sich wundern. Auf diesen Seiten sind AdBlocker wirkungslos, die Werbeanzeigen werden regulär ausgespielt. [...]
Ein deutsches Startup, welches zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden soll, steckt hinter der Technologie.

Welchen Einfluss hat PR auf die Berichterstattung? Laut dem Onlinemagazin “politropolis” einen sehr enormen, PR übernimmt geradezu den Journalismus, was sich nicht zuletzt am Verhältnis der Journalisten zu den PR-Fachleuten (in USA) zeigen würde:

Im Jahr 1980 gab es etwa 0,45 PR-Arbeitnehmer pro 100.000 Einwohner im Vergleich zu 0,36 Journalisten. Im Jahr 2008 gab es 0,90 PR-Leute pro 100.000 im Vergleich zu 0,25 Journalisten. Das ist ein Verhältnis von mehr als drei-zu-eins. Und dabei ist PR gegenüber dem Journalismus erheblich besser ausgestattet und besser finanziert.

Wir wünschen allen Fahrgästen viel Erfolg beim Heimweg. So ein Herbstspaziergang ist was feines“: Während so mancher über den Sturm in Hamburg verzweifelte, hatte man auf Twitter jede Menge Spaß. Ganz vorne: Ein Account, der sich als Hamburger Verkehrsbetrieb ausgab und richtig schön zynische Tweets verfasste:

Wer so schlau war, sich über Twitter zu informieren, stolperte früher oder später über den Account @hvvhamburg – und hatte damit einen lustigen Abend. Jedenfalls sobald er verstanden hatte, dass hier nicht die echte Hamburger Hochbahn twitterte.

Das “sobald er verstanden hatte” galt offenbar nicht für gewisse Politiker, wie Renate Künast von den Grünen unter Beweis gestellt hat:

KünastHumor

Ein Sieg für den Verbraucherschutz – und natürlich vor allem für die “Heavy User”. Das Kölner Landgericht hat die Drosselpläne der Telekom – im Netz als #Drosselkom verspottet – gestoppt:

Die Deutsche Telekom darf nach einer Entscheidung des Kölner Landgerichts die Surfgeschwindigkeit bei Pauschaltarifen nicht einschränken. Eine entsprechende Vertragsklausel erklärte das Kölner Landgericht am Mittwoch für unzulässig.

“There is an app for everything”, selbst für die Schlange des Berliner Szene-Clubs Berghain (via). Am Nullpunkt der Start-Up Kultur kommste immer rein:

Ihr mögt es nicht glauben, aber beim Techcrunch Hackathon in Berlin wurde ernsthaft eine App gebastelt, deren Versprechen ist: mit mir kommst du ins Berghain.

Aus der Traum, zum Unternehmertum gehört zwangsläufig auch immer das Scheitern. Eine Binsenwahrheit, die jedoch für Start-ups umso mehr zutrifft, deutsche-startups.de (via) berichtet über Start-ups, die 2013 bereits gescheitert sind:

Leider sind auch in den ersten neun Monaten dieses Jahr wieder etliche deutsche Start-ups und Online-Projekte für immer von der digitalen Bildfläche verschwunden. Zuletzt segneten unter anderem der Berliner Fotodienst 7moments, das noch junge Hotel-Start-up Hipaway und MyDryclean.de, ein Lieferdienst für Textilreinigungen, das Zeitliche.

Ein angenehmer Nebeneffekt vom neuen Google-Patent? Dank “Gibberish Scores” könnte zukünftig das Interesse an guten Texten von Text-Profis steigen, wie “Lousy Pennies” (via) unter “Google versteht jetzt (vielleicht) auch Journalismus” ausführt:

Durch diese Entwicklung steigt die Chance, dass Google Webseiten hervorhebt, die nach journalistischen Maßstäben befüllt werden. Werden diese Seiten von Unternehmen erstellt, werden sie Profis für ihre Inhalte benötigen. Kurz: Journalisten und Fachautoren.

Auf ScienceBlogs verlinken wir hier in der Webschau viel zu selten, häufig finden sich dort spannende Themen so aufbereitet, dass auch Laien sie verstehen. Und zum Teil sogar zu Hause nachexperimentieren können, wie etwa bei “Das wichtigste Foto für die Biologie des 20. Jahrhunderts“:

Man muss die Mechanismen der Röntgenkristallographie nicht im Detail verstehen; aber bewaffnet mit einem Laserpointer und einem Kugelschreiber kann man ganz einfach selbst ein solches Helix-Kreuz erzeugen, damit ein bißchen Wissenschaftsgeschichte rekapitulieren und vielleicht sogar nachempfinden, weshalb es Watson so sehr inspirierte.

Immer alles schön der Reihe nach abarbeiten! t3n (via) stellt (ausführlich!) 10 Tools, um Aufgaben zu verwalten, vor:

Spätestens, seit David Allen seine Getting-Things-Done-Methode vorgestellt hat, sind To-Do-Listen in aller Munde. Und so gibt es im Bereich der To-Do-Software inzwischen etliche Apps, die dabei helfen sollen, solche Listen schnell und effizient abzuarbeiten. Wir haben zehn davon getestet und zeigen euch, welche Vor- und Nachteile sie haben.

Ein wunderschön zu lesender Rant! Unter Event, Event, die Kindheit brennt (via) zieht die Autorin gegen die “Ritualdiktatur” von Schulen zu Felde:

Ich würde sogar noch weiter gehen und von “Ritualdiktatur” sprechen. Moderne Grundschulkinder können keinen Schritt mehr machen ohne das zugehörige Lied, die zugehörige Geste, das zugehörige Sprüchlein. Wo früher “trenne nie st, denn es tut ihm weh” einen gewissen inhaltlichen Bezug hatte, müssen heute Pausenlieder gesungen werden, und selbst der Toilettengang wird musikalisch eingeläutet.

Und gleich noch ein weiterer, gelungener Rant: Matthias Bauer zieht unter “Homöostasis” (via) gegen die ganzen schwachsinnigen Gesundheitstipps zu Felde:

Leider kann ich nicht so oft und so laut „Bullshit!“ schreien, wie ich gerne möchte und wie all diesen Themen angemessen wäre. Die Supermärkte und Bücherregale, die Fernsehprogramme und nicht zuletzt das Internet sind voller Selbsthilfe-Tipps, Lebensratgebern, Expertenmeinungen, und einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen für irgendwelche Erfolge.

Und zum Abschluss der Webschau in diesem Blog noch ein Beitrag über Facebook. Genauer: Über die Möglichkeiten der Facebook-Algorithmen. Facebook weiß, ob die Partnerschaft hält:

Freundschaft, Partner, Clique: Bei Facebook läuft alles zusammen. Das soziale Netzwerk kann sogar vorhersagen, ob die Beziehung hält – ein neuer Algorithmus macht es möglich.

Wildfire von Google

Bei einer PR-Beratung wurden wir von Görs Communications gefragt, was es mit Wildfire von Google auf sich hat – und ob es Sinn ergibt, den Dienst zu nutzen. Da die Frage durchaus berechtigt ist – Wildfire ist einer der mächstigsten Dienste für die Organisation und Optimierung der verschiedenen Social-Media-Aktivitäten – posten wir hier im Blog ein paar grundsätzliche Überlegungen zu Wildfire.

Wildfire

Die Geschichte von Wildfire Die Geschichte von Wildfire liest sich wie eine klassische amerikanische Startup-Geschichte, auch wenn der Gründer Alain Chuard ein gebürtiger Schweizer ist. Laut der schweizer Handelszeitung wollte dieser für sein vorheriges Unternehmen “eine Reise auf Facebook verlosen, fand aber die Software zu mühsam und wollte selbst eine bessere Alternative schaffen.” Das ist ihm mit so einem Erfolg gelungen, dass er sich  mit Wildfire nur noch den sozialen Netzwerken widmete und immer mehr Apps für die Nutzung von Social-Media-Plattformen und die Schaltung von Werbung entwickelte.

Ende vergangenen Jahres dann schlug Google zu, der Suchmaschinenriese übernahme Wildfire für geschätze 350 Millionen Euro. Und das für ein Unternehmen, das es gerade erst vier Jahre lang gab – jedoch mit ziemlichem Erfolg. Wildfire hatte zum Zeitpunkt der Übernahme rund 400 Mitarbeiter und etwa 16.000 Kunden. Dass Google bereit war, so viel Geld in die Hand zu nehmen, hat vor allem zwei Gründe gehabt. Zum einen ist Wildfire einer der großen Player, wenn es um die Schaltung von Werbung bei Facebook geht – Google hat damit erstmals eine lukrative Möglichkeit gefunden, um am Erfolg der Konkurrenz partizipieren zu können. Zum anderen ist Wildfire einer der größten Produzenten von Apps für soziale Netzwerke. Und die fehlenden Apps waren bisher ein Manko von Google+, also jenem sozialen Netzwerk, das Google fast schon verzweifelt zum Laufen bringen will.


Was kann Wildfire?
Wildfire kann das, was die anderen Social-Media-Dienste von Drittanbietern auch anbieten. Eine App, von der mehrere Netzwerke gleichzeitig bespielt werden können, individualisierbare Templates und Apps, praktische Tools für die Online-Werbeschaltung und jede Menge Analysemöglichkeiten. Im Gegensatz zu anderen Anbietern, die sich normalerweise spezialisiert haben, aus einem Haus. Statt sich mit mehreren Diensten herumzuschlagen oder Apps selbst zu entwickeln, bekommt man von Wildfire alles aus einem Guss. Dazu werden noch bestimmte Specials, wie etwa zur Weihnachtssaison, angeboten.

Die Stärke von Wildfire liegt momentan noch ziemlich eindeutig bei Facebook, hier bietet das in Kalifornien beheimatete Unternehmen so ziemlich alles an, was mittlerweile möglich ist – Fan-Gates, Apps für Verlosungen etc.. Es ist aber davon auszugehen, dass die Google-Dienste in Zukunft deutlich stärker in den Fokus gerückt werden, einen ersten Anfang machte hierbei YouTube.

Lohnt sich Wildfire?
Die Frage, ob sich Wildfire lohnt, lässt sich wederklar mit Ja oder Nein beantworten. Im Gegensatz zu anderen Anbietern ist Wildfire nicht wirklich günstig, mit einer Kombination der Apps von anderen Anbietern dürfte man vermutlich günstiger abschneiden. Andererseits verursacht dies natürlich einen Zeitaufwand, der nicht zu unterschätzen ist, gerade in Unternehmen, die noch immer der “Social Media? Das kann doch die Marketingabteilung nebenher machen”-Devise folgen. Bei Wildfire hingegen muss man sich nur in einen Dienst hineinarbeiten, der insbesondere bei den Facebook-Apps seine Stärke ausspielt.

Außerdem sollten die PR- und Marketingverantwortlichen eines immer beherzigen: Bunte Apps, tolle Tools und die tollsten Analysemöglichkeiten bringen einem in den sozialen Netzwerken wenig, wenn nicht über den notwendigen Content verfügt – und den kann man nicht bei einer Firma in Kalifornien einkaufen.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Twittern im Gerichtssaal, Verbraucherschützer vs. Telekom und die Sache mit den 82 Prozent

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Ist das Twittern im Gerichtssaal erlaubt
  • Verbraucherschützer mahnen Telekom ab
  • Hessische Verbraucherschutzministerin fordert Rückgaberecht für Apps
  • Nur Apple und Samsung machen mit Smartphones Gewinn
  • Mobile Payment tut sich schwer
  • Jedes fünfte Unternehmen hat keine Homepage

Twitter_NSU

Nach dem ewigen Hin und Her um die Akkreditierungen ging gestern der NSU-Prozess in den ersten Verhandlungstag – und auf Twitter wurde im Sekundentakt berichtet. Stellt sich nur die Frage, ob das Twittern im Gerichtssaal überhaupt erlaubt ist. Ja, ist es, und das Recht lässt sich auch nur schwer einschränken, meint Martin W. Huff, Rechtsanwalt und Lehrbeauftrager für Medienrecht an der Fachhochschule Köln:

Das Recht, aus dem Gerichtssaal Meldungen zu schreiben, ist Teil der Öffentlichkeit des Gerichtsverfahrens. Auch und gerade Journalisten dürfen sich dabei auf ihre Informationsfreiheit aus Art. 5 GG stützen, denn das rasche Verbreiten von Meldungen gehört heute zum medialen Alltag. Gründe, diese Freiheit einzuschränken, wären nur in ganz engen Grenzen möglich.

Mehr unter “Twittern aus dem Gerichtssaal kann nicht einfach verboten werden“.

Apropos Gericht, die Tempo-Drosselung der Telekom hat jetzt auch ein rechtliches Nachspiel:

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Deutsche Telekom wegen der Drosselungs-Klausel in neuen DSL-Verträgen abgemahnt. Das teilte der gemeinnützige Verein am heutigen Montag mit. Die Verbraucherschützer verlangen, dass die seit dem 2. Mai geltenden Klauseln wieder aus den DSL-Verträgen gestrichen werden. Sie ermöglichen es der Telekom, die Geschwindigkeit des Internetzugangs auf 384 kBit/s zu drosseln, wenn ein bestimmtes monatliches Datenvolumen erreicht wurde.

Mehr auf “heise” unter “Flatrate-Kappung: Verbraucherschützer mahnen Telekom ab“.

Zunächst denkt man, dass die hessischen Verbraucherschützer wohl zu viel Zeit haben, aber dann ergibt es doch (etwas) Sinn. Die Hessische Verbraucherschutzministerin fordert Rückgaberecht für Apps:

Gekauft ist gekauft gilt für Apps bisher und sollte sich eine App als Fehlkauf erweisen, können Kunden nur auf die Kulanz des App-Store-Betreibers hoffen. Die hessische Verbraucherschutzministerin fordert die Bundesregierung nun auf, sich für ein Rückgaberecht einzusetzen.

Was für Kleidung gilt, sollte auch für digitale Güter gelten. Zumindest sollen Konsumenten die Möglichkeit bekommen, die Ware zu begutachten. Dies könnte auch in Form einer Demoversion von Software, Apps oder Musik (!) geschehen.

Von den Apps zu den Smartphones: Wie eine Studie gezeigt hat, verdienen allein Apple und Samsung mit den Smartphones Geld:

Der Studie zufolge entfielen auf Apple 57 Prozent aller Branchengewinne. Samsung war zwischen Januar und März für die restlichen 43 Prozent verantwortlich. Im vierten Quartal 2012 lag Apples Anteil noch bei 72 Prozent, was darauf hindeutet, dass Samsung den Abstand zum iPhone-Hersteller auch bei der Profitabilität verkürzt hat. Canaccord erwartet, dass Samsungs Anteil im zweiten Quartal weiter ansteigen wird.

Mehr unter “Nur Apple und Samsung machen mit Smartphones Gewinn“.

Ein generelles Problem, den Smartphone-Markt zu monetarisieren, besteht in den bisher eher als unzureichend oder unsicher wahrgenommenen Bezahlsystemen:

Fast die Hälfte der Smartphone-Besitzer über 14 Jahre (49 Prozent) nutzt ihr mobiles Endgerät stets und überall. Das sagt eine Studie von TNS Infratest und dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), Nur beim Bezahlen bleibt das Handy stecken.

Mehr unter: “Mobile Payment tut sich schwer“.

Um überhaupt im (oder mit dem) Internet Geld zu verdienen, hapert es häufig schon an den einfachsten Dingen – wie z.B. einer eigenen Homepage (und das im Jahre 2013!). Laut Bitkom (via) sind nur 82 Prozent der deutschen Unternehmen im Web mit einem eigenen Auftritt präsent:

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit auf dem 6. Platz. Spitzenreiter sind die skandinavischen Länder Finnland (91 Prozent), Dänemark und Schweden (je 89 Prozent), gefolgt von den Niederlanden und Island (je 84 Prozent). Das teilte der Hightech-Verband BITKOM mit. „Wer auf seine Visitenkarte im Netz verzichtet, verschenkt die Chance, sich seinen Kunden zu präsentierten und vor allem neue Kunden zu gewinnen“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Impressum und Datenschutzerklärung .