17/12/2018

Qualitätsjournalismus als Vorbild fürs Content Marketing?

2013 war das Geschrei in Amerika groß. Jeff Bezos, Gründer von Amazon und mehrfacher Milliardär, hatte die altehrwürdige Zeitung “Washington Post” für 250 Millionen Dollar übernommen. Das Problem: Washington Post war mal eine wirklich wichtige Zeitung in Amerika, ihre Sternstunden hatte sie in der Watergate-Affäre gehabt, in deren Folge Washington-Post-Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein 1973 den Pulitzer-Preis bekamen. Die Washington Post war daher eine Institution, die zwar sehr schwer mit der Umstellung aufs neue Medienzeitalter zu kämpfen hatte, aber immer noch für guten Journalismus stand.

WaPo-Online

Die Online-Ausgabe der Washington Post

Mit der Übernahme der Washington Post durch Jeff Bezos verbanden sich vornehmlich zwei Befürchtungen, die für die enorm negative Presse bei der Übernahme verantwortlich waren. Zum einen hatten die Beobachter Angst, dass die Washington Post nur zu einem Spielzeug von einem gelangweilten Milliardär verkommt, der diese, sobald sie ihn langweilt, auch wieder verscheuert – und das mit dem entsprechenden Substanzverlust. Zum anderen wurde befürchtet, dass Jeff Bezos mit der Washington Post auf Teufel komm raus Geld verdienen will und diese durch schlechte, aber reißerische Bildstrecken oder Listicles und anderem Clickbaiting verramscht. Kurz: Der Milliardär würde schon dafür sorgen, dass die Zeitung nicht mehr für Qualitätsjournalismus stehen würde, sondern für Online-Ramsch.

Komischerweise geschah aber das Gegenteil. Statt die Washington Post zu verramschen, investierte Bezos in guten Journalismus. Statt Journalisten zu entlassen, stellte er zusätzliche Reporter und Programmierer für die Webseite und die Apps ein, und das mit ziemlichem Erfolg. Mittlerweile gehört die Washington Post zu den meistgelesenen Online-Nachrichtenportalen der Welt. Das Erfolgsgeheimnis dahinter lautet Technik (Datenanalyse!) und Qualitätsjournalismus. Mittlerweile heimst die Zeitung dafür jede Menge Lob ein, vom Ramsch-Modell ist keine Rede mehr, stattdessen werden ihre guten journalistischen Inhalte gelobt.

Und die Washington Post ist beileibe keine Ausnahme. War vor wenigen Jahren noch der Siegeszug von Seiten wie BuzzFeed ausgemacht, dreht sich mittlerweile das Blatt. Die New York Times verdient online so viel Geld, dass sie endlich die Verluste im Print-Geschäft ausgleichen kann, der englische Guardian erreicht eine weltweite Leserschaft und das Wirtschaftsblatt Economist mausert sich nicht trotz, sondern wegen seiner qualitativ hochwertigen Beiträge zu einem der führenden Online-Medien. Und das zeigt sich auch in Deutschland, so zeigte sich etwa der Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner selbst etwas erstaunt, dass ausgerechnet die langen und ausführlichen Artikel so viel Traffic verursachen.

Offensichtlich setzt sich auch Online mittlerweile die Qualität durch – eine Entwicklung, die vielleicht sogar noch dadurch beschleunigt wird, dass Facebook gezielt gegen Clickbaiting vorgehen will.

Hochwertiges Content Marketing

Wenn der Trend bei Online-Nachrichtenportalen so aussieht, dass Qualitätsjournalismus sich durchsetzt, sollte das dann nicht auch den Content-Marketing-Verantwortlichen in Unternehmen, PR-Agenturen und Marketing-Agenturen zu denken geben? Sollten die Verantwortlichen für die Kommunikation sich dann nicht auch die Washington Post oder die New York Times zum Vorbild nehmen?

Die Antwort darauf lautet – wie so oft - Jein. Content Marketing hat weder die Ressourcen noch das Ziel, mit wirklich hochwertigen Nachrichtenplattformen wie der New York Times zu konkurrieren. Wer auch immer das machen will, hat wenig bis gar keine Ahnung vom effizienten Einsatz eines beschränkten Budgets. Ersteller von Content-Marketing-Inhalten sollten sich auch niemals für die besseren Journalisten halten, das wäre einfach vermessen. Jedoch – und da können sich die Content-Marketing-Verantwortlichen Zeitungen wie die Washington Post zum Vorbild nehmen – sollte der Trend zu hochwertigen Inhalten auch im Content Marketing berücksichtigt werden.

Gute Inhalte sorgen bei den Online-Nachrichtenmagazinen für nachhaltigen Erfolg. Einfach nur den Klicks mit billigen Inhalten zu generieren, schafft zwar anfangs Traffic, aber wirklicher Erfolg stellt sich damit über längere Zeiträume nicht ein. Eine recht simple Wahrheit, die sich 1-zu-1 auch aufs Content Marketing übertragen lässt. Lieber mit guten und interessanten Inhalten Besucher an sich binden, als die Knickzahlen durch reißerische Überschriften und billigen Massencontent zulasten der wiederkehrenden Besucher (und der Marke!) hochzujagen. Im Zweifel ist Qualität schließlich besser als Billigware, gerade im Journalismus und im Content Marketing.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Fremde E-Mails veröffentlichen, Sobooks, Amazon und der Büroverkauf der FDP

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Darf man fremde E-Mails im Netz veröffentlichen?
  • Wie wir mal aus Versehen für “Wetten, dass..?” gearbeitet haben
  • „Eine bessere Tiefe der Interaktion direkt im Buch”
  • So erfinden Sascha Lobo & Co. den Buchclub neu
  • Amazon zwang Diaperscom mit automatisiertem Preisdumping in die Knie
  • Telefax und Ventilatoren – Büroverkauf der FDP
  • SEO: Google-Patent berechnet den Schwafel-Score einer Website
  • Deutschland ein digitaler Bildungs-Unfall?
  • Banksy-Meisterwerke zum Schleuderpreis

Alles gar nicht so einfach: Thomas Stadler wirft auf “Internet-Law” die Frage auf, ob es erlaubt ist, fremde E-Mails im Netz zu veröffentlichen:

Diese Frage lässt sich nicht ohne weiteres mit ja oder nein beantworten. Die Veröffentlichung von Individualkommunikation ist weder grundsätzlich verboten noch generell erlaubt.
Rechtlich stellt sich primär die Frage, ob die Veröffentlichung einer E-Mail das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Verfassers der E-Mail verletzt.

Weniger Hemmungen, sich bei anderen einfach zu bedienen, hat offenbar das ZDF (via) gehabt und sich für Wetten dass… einfach mal bei einem Blog bedient:

Aber noch schöner, liebe “Wetten, dass..?”-Redaktion, wäre es, wenn Ihr beim nächsten Mal Eure Quellen nennt. Oder wenn Ihr einfach kurz fragt, bevor Ihr Euch an unserer Arbeit bedient.

Was kann Sobooks, das neue Buchportal von Sascha Lobo und Christoph Kappes? Einen ersten Eindruck gewinnt man durch ein Interview (via) mit Christoph Kappes, in dem dieser „eine bessere Tiefe der Interaktion direkt im Buch” verspricht:

Zudem ist uns das „social reading“ besonders wichtig. Zwar bietet Soundcloud auch die Interaktion direkt in jedem Song, doch die Optionen sind dort gering, so bleibt es bei einer Mikro-Interaktion. Bei uns ist das Kommentieren und Diskutieren ein zentrales Element, und wir verknüpfen es mit den sozialen Netzwerken.

Einen zweiten Einblick verschafft der Buchreport (via), unter „So erfinden Sascha Lobo & Co. den Buchclub neu” werden die wichtigsten Fakten zusammengestellt:

Über zwei Jahre dauerte die Vorbereitungszeit des Portals, das heute von Sascha Lobo, Christoph Kappes, Oliver Wagner (Product Officer) und Oliver Köster (Technologie-Chef) entwickelt wird. Laut Kappes liegt das bisherige Investitionsvolumen im sechsstelligen Bereich, nehme man das Arbeitsvolumen hinzu, sei die Summe siebenstellig.

Bleibt nur die Frage, was der Platzhisch Amazon dazu sagt, falls das Projekt jemals das Nischendasein verlässt. Angeblich geht der US-Konzern alles andere als zimperlich mit der Konkurrenz um, unter „Amazon zwang Diaperscom mit automatisiertem Preisdumping in die Knie” (via) erfährt man, dass Amazon wohl automatisierte Rabattschlachten veranstaltet (und natürlich aufgrund der Größe gewinnt):

Amazon hat eine Abteilung, die “Competitive Intelligence”, die konkurrierende Unternehmen beobachtet und dafür massenhaft Produkte bei diesen bestellt. [...] Zu diesem gehörte über Algorithmen automatisch an die Preise von Diapers.com angepasste Amazon-Preise, die jene ersteren unterboten.

Das Ende der FDP kommt äußerst profan daher. Der Verkauf von Telefax und Ventilatoren (via) dürfte so ziemlich die letzte Amtshandlung der ehemals stolzen Partei sein:

Schluss aus Ende, wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen. Nachdem sich Die Partei schonmal die Büroräume der FDP ansahen muss jetzt auch der Kram den keiner mehr will raus. Was bleibt übrig bei so einem Auszug?! Die Antwort gibt Birgit Homburger. In einer Rundmail an SPD- und CDU/CSU-Kollegen verscherbelt sie ihre Büro-Habseligkeiten.

Schluss mit total sinnlosen Texten, bei denen es um Keywords und sonst nichts geht. Ein Google-Patent berechnet jetzt den Schwafel-Score einer Website (via):

Der Ruf nach qualitativ hochwertigem Content wird in SEO-Kreisen seit Jahren immer lauter. Artikel über Suchmaschinenoptimierung, die ohne das Buzzword „Contentmarketing” auskommen, sind 2013 gar nicht mehr vorstellbar. Jetzt wurde Google ein Patent genehmigt, in dem die Methode zur Bestimmung eines „Gibberish Scores”, also dem Anteil an minderwertigem Content an einem Text, beschrieben wird.

Vor ein paar Tagen hat die Schlagzeile, dass Deutschland bei der PIAAC-Studie der OECD (dem sogenannten “Pisa für Erwachsene”), eher mittelmäßig abgeschitten hat, für einige Schlagzeilen gesorgt. Was vielen Medien jedoch entgeangen ist, ist das ganz schlechte Abschneiden in den Digitalkompetenzen, was die Frage aufwirft, ob Deutschland ein digitaler Bildungs-Unfall ist?

Noch erschreckender ist für mich aber das Ergebnis im Bereich der digitalen Problemlösungskompetenz, also der Fähigkeit, den Computer zu nutzen: Gerade mal 7% der Deutschen verfügen über eine hohe Kompetenz in diesem Bereich. 45% verfügen nur über geringe Kenntnisse. 11,6% haben in diesem Bereich gar keine Erfahrung.

Banksy

Augen auf beim Schnäppchenkauf! In New York hat Banksy jetzt Teile seiner Werke verkauft – für den unfassbaren Preis von gerade mal 60 US-Dollar:

Dem (fast) an­ony­men Stree­tart-Künst­ler Bank­sy schei­nen die Ideen wirk­lich nie aus­zu­ge­hen. Ges­tern ver­scher­be­le er seine Meis­ter­wer­ke, die ins­ge­samt über 200.000 Dol­lar wert ge­we­sen wären, für 60 Dol­lar pro Stück auf einem un­schein­ba­ren Stand im Cen­tral Park.

Webperlen: Abmahnung wegen Nutzerkommentaren, falsche Twitter-Follower und Facebook hat plötzlich 26 Millionen aktive Nutzer aus Deutschland

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Blogbetreiber wird wegen Nutzerkommentaren abgemahnt
  • Falsche Twitter Follower: Die Preise explodieren
  • Facebook ändert Zählung aktiver Nutzer massiv und katapultiert Deutschland auf 26 Millionen aktive Nutzer
  • Suchmaschinenverteilung im Juni 2013
  • Das neue Schreiben
  • BildPlus: Wer soll das bezahlen?
  • Angriff auf Amazon: Google will eBooks verleihen
  • Riesige Android-Sicherheitslücke betrifft 99% aller Devices
  • Ladezeit optimieren mit Google Analytics und Page Speed

Abmahnungen und kein Ende (via): Weil der bloggende Rechtsanwalt Thomas Stadler über Abmahnungen berichtet hat, wird ihm jetzt selbst mit einer Abmahnung gedroht. Und zwar nicht wegen dem, was er geschrieben hat, sondern wegen den Nutzerkommentaren unter eben jenen Blogpost. Aber offensichtlich ist die abmahnende Kanzlei an den Falschen geraten, der Blogger gibt nicht klein bei und schreibt unter “Kanzlei mahnt mich als Blogbetreiber wegen Nutzerkommentaren ab“:

Darüber hinaus wurden in den Kommentaren eine Vielzahl von Wertungen vorgenommen, die von der Meinungsfreiheit gedeckt sind. Mit dem durchsichtigen Versuch, kritische Meinungsäußerungen mittels Androhung gerichtlicher Schritte aus dem Netz zu bekommen, sind die Kollegen von KSP bei mir jedenfalls an der falschen Adresse.

Meist reicht auf  Twitter schon ein einziger Blick, um zu merken, dass die Follower nur angelegt wurden, um die eigene Followerzahl in die Höhe zu treiben, da man sich dadurch wichtiger macht, als man ist:

Fake-Follower-Twitter

Aber offensichtlich werden die “Faker” nicht nur teuerer, sondern legen auch immer mehr Wert auf gute Ergebnisse, unter “Falsche Twitter Follower: Die Preise explodieren” berichtet die Chip folgendes:

Wie es hieß, sei es ein wahrer Trend unter diesen halbseidenen Anbietern, echte Profile von wirklichen Personen zu nehmen (Hintergrundfarbe, Bilder, Daten) und abzuwandeln. Mit genügend Schreibvarianten im Namen und in den sonstigen Daten versehen, ließen sich so aus einer Person schnell Tausende herstellen und diese werden dann verkauft.

Apropos künstlich veränderte Zahlen: Facebook ändert jetz die Zählung der aktiven Nutzer massiv und katapultiert sich damit in Deutschland auf 26 Millionen aktive Nutzer:

Die neuen Zahlen lassen uns jetzt rätseln. Entweder waren die alten Zahlen (jahrelang) etwa unrealistisch oder aber die neuen sind es. Eine Anfrage bei Facebook konnte leider nicht abschließend klären, worauf die neuen Schätzungen nun beruhen und wie sich diese von den alten Schätzungen unterscheiden.

Neu Zahlen von der Suchmaschinenverteilung in Deutschland gibt es auch, an der marktbeherrschenden Stellung von Google hat sich auch im letzten Monat nichts geändert, der Suchmaschinenriese hat seinen Marktanteil sogar um 0,4% auf 90,7% ausbauen können, weiß SEO-united.
Im “Journalist” ist ein schöner Text über die Zukunft des Journalismus erschienen, in dem Constantin Seibt, Reporter beim Schweizer Tagesanzeiger, unter der Überschrift “Das neue Schreiben” ein paar sehr kluge Gedanken formuliert:

Die entscheidende Qualität der Ware Zeitung war jahrzehntelang die Nicht-Enttäuschung. Solange man nicht ganz miserable Ware lieferte, blieben die Abonnenten bis zum Tod. Und heute? Journalisten und Verleger haben verlernt, was unser Publikum zur Kaufentscheidung bewegt: Begeisterung. Wagnisse. Brüche. Und das Eingeständnis von Fehlbarkeit.

Apropos Zukunft des Journalismus, die BildPlus ist es wohl nicht. Mein zumindest der Blogger von Zapp, dem Medienmagazin vom NDR:

Die typischen „Bild“-Inhalte eignen sich kaum als Premium-Bezahl-Content. Exklusiv-Infos erschöpfen sich bei „Bild“ meist in wenigen Zeilen, deren Kern dann von anderen Nachrichtenagenturen und anderen Medien weitergetragen wird: Kaum Anreiz für Nutzer, dann für das „Bild“-Original extra ein Abonnent abzuschließen.

Die Zukunft des Buchhandels? Die Gerüchteküche um das Buchangebot von Google brodelt weiter, unter “Angriff auf Amazon: Google will eBooks verleihen – und verbietet Erotik-Büchern die freizügige Vorschau” weiß das BASIC thinking-Blog zu berichten:

Google baut seine eCommerce-Aktivitäten aus und will nun auch in den Markt des eBook-Verleihs einsteigen. Das geht aus aktualisierten Richtlinien für Partner im Google Play-Store hervor. Wann die Funktion zur Verfügung stehen soll und wie der Dienst im Detail aussehen soll, ist derzeit allerdings noch ungewiss.

Wobei Google sich derzeit eher über Sicherheitsprobleme Gedanken machen sollte, eine riesige Android-Sicherheitslücke betrifft 99% aller Devices:

Bluebox Security hat eine verheerende Sicherheitslücke im Android-Betriebssystem aufgedeckt, von der 99 Prozent aller Android-Devices potenziell betroffen sind. Die Problemstelle würde das “unbemerkte” Aushorchen und Manipulieren der Geräte erlauben, das Ausspähen von Passwörtern und das Fernsteuern der Android-Devices als multinationales Botnetz.

Und zum Abschluss der Webschau noch ein Hinweis, der vor allem für Webmaster interessant sein dürfte. Ladezeit optimieren mit Google Analytics und Page Speed:

Google bietet mit dem Tool Page Speed ein sehr gutes Mittel, um die Ladezeit einer Website zu analysieren und optimieren. Dort kann man eine  Url eingeben und bekommt einige Tipps an die Hand, wie man genau diese Seite schneller bekommt.

 

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Webperlen: Apple Entwicklerkonferenz WWDC, Google Compare und SEO Agenturen

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • WWDC: Kontroverse Gerüchte, wenig Fakten
  • Das iPhone bekommt eine frische Software verpasst
  • Kampf um Kunden Google wird Versicherungsmakler
  • Google übernimmt Social-Navi App Waze für 1,3 Milliarden Dollar
  • SEO Agenturen – Wie gut geht es ihnen
  • Libri unterstützt Bepado zum Start mit großem Buchsortiment
  • 30 Minuten Social Media pro Tag reichen
  • Fangates sind sowas von 2012

Die Tech Blogs stehen heute – man kennt es ja bereits – ganz im Zeichen der Apple Entwicklerkonferenz WWDC, auf der der amerikanische Konzern fast schon traditionell die Neuheiten – u.a. bekommt das iPhone eine frische Software verpasst – vorstellt. Und da zeigt sich einmal mehr, wie viel Apple von guter PR versteht. Wie bei jeder Entwicklerkonferenz zeigt Apple sich im Vorfeld äußerst verschlossen, es machen aber wieder etliche Gerüchte die Runde, die das Interesse der Medien und Blogger anheizen. Dabei kann man weder sagen, ob die Gerüchte über neue Produkte frei erfunden sind, ob sie aus dem als äußerst verschwiegen geltenden Konzern durchgesickert sind oder ob sie bewusst von PR-Fachleuten “durchgestochen” werden. 24 Stunden vor der WWDC – Kontroverse Gerüchte, wenig Fakten:

Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders? Ein Kommentar von Apple-Kenner und Programmierer John Gruber, der für seine guten Beziehungen zu Apple bekannt ist, fördert die Spannung vor dem morgigen Tag. In seinem Podcast gab Gruber zu Protokoll, dass er seit 2007, dem Jahr der Vorstellung des ersten iPhone, nicht mehr so ahnungslos hinsichtlich der Inhalte der morgigen Keynote gewesen sei. Er wisse schlichtweg gar nichts und habe zudem noch die Information erhalten, dass alles, was bisher vermeintlich durchgesickert ist schlichtweg falsch sei.

Von den Betreibern von Online-Vergleichsportalen wurde es schon lange befürchtet, jetzt macht Google offenbar Ernst und steigt in den lukrativen Vergleichs-Markt ein. Dadurch dürften die bisherigen Vergleichsportal-Betreiber nicht nur erheblich an Umsatz verlieren, sondern es wird auch jede Menge böses Blut geben. Der Grund: Das Geschäftsmodell der Betreiber hängt in nicht geringem Maße von den Suchmaschinen ab. Entsprechend viele Ressourcen werden in SEO-Maßnahmen gesteckt. Bereits in der Vergangenheit führten Abwertungen, von denen die Vergleichsportale stark betroffen waren, von Google zu ziemlichen Ärger, das dürfte in Zukunft noch brisanter werden, Stichwort unlauterer Wettbewerb.  Kampf um Kunden – Google wird Versicherungsmakler:

Was ist die für mich günstigste Autoversicherung? Der amerikanische Internetkonzern Google will darauf offenbar schon bald eine Antwort geben können. Das Unternehmen bereitet ein eigenes Preisvergleichsportal für Deutschland vor, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Spätestens im September könnte „Google Compare“ demnach lanciert werden.

Außerdem will bei den ortsbezogenen Apps mächtig aufrüsten und nimmt dafür auch nicht gerade wenig Geld in die Hand. Google übernimmt Social-Navi App Waze für 1,3 Milliarden Dollar:

Wie israelische Medien melden, ist die geplante Übernahme von Waze unter Dach und Fach. Google soll bereit sein 1,3 Milliarden Dollar für das Social-Routing StartUp auf den Tisch zu legen und hat damit die interessierten Konkurrenten Facebook und Apple ausgestochen.

Letzte Woche hat die Insolvenz von TRG – The Reach Group für einige Bestürzung in der Online-Marketing- und SEO-Branche gesorgt. Ein Grund mehr, die (niedrigen) Budgets im SEO-Bereich zu hinterfragen. SEO Agenturen – Wie gut geht es ihnen:

Auch hier seht ihr in der Grafik, dass die meisten SEO Agenturen oder Leute unter 30.000 Dollar verdient haben. Das ist echt krass und lässt mich an der Studie doch sehr zweifeln. Selbst wenn ich alleine arbeite, dann werde ich mit 30.000 Dollar UMSATZ wohl kaum hinkommen. Oder es ist wirklich in GB schon so, wie ich es für Deutschland auch befürchte. Nämlich, dass sich im Bereich SEO ein Niedriglohnsektor ausprägen wird.

Konkurrenz belebt das Geschäft, das gilt insbesondere in Märkten, die von einem großen Player bestimmt werden. Noch muss sich Amazon keine Sorgen machen, aber vielleicht entsteht jetzt doch ein Konkurrent, der das nötige Sortiment hat, um es mit dem Versand-Riesen aus Amerika aufzunehmen. Libri unterstützt Bepado zum Start mit großem Buchsortiment:

Damit verfügt Bepado vom Start weg über ein umfangreiches Grundsortiment, mit dem so gut wie jeder Online-Händler etwas anfangen kann und so relativ einfach für sich ausprobieren kann, ob sich eine Sortimentserweiterung lohnt. Zuletzt hatte u.a. der Elektronikversender Redcoon Bücher ins Sortiment genommen.

Social Media ist ein sinnvolles Marketing- und Kommunikationsinstrument (auch im B2B-Bereich), frisst aber Zeit. Angeblich würden 30 Minuten am Tag reichen, meint zumindest diese Infografik.

Und zum Abschluss der Webschau ein Blogpost, bei dem die Autoren dieses Blogs “Endlich sagt es mal einer” gesagt haben. allfacebook.de mit “Fangates sind sowas von 2012“:

Fangates und Tabs haben aber noch ein weiteres Problem: Sie sind nicht mobil. Facebook ist aber mobil. Über 50% der Nutzer verwenden Facebook am Smartphone und dort gibt es, wie wir alle wissen, keine Page-Tabs. Und ohne Tabs innerhalb von Facebook gibt es auch keine wirklichen Fangates.

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Webperlen: Paywalls, Warteschleifen und Wissenschaftskommunikation

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Paywall: Schluss mit kostenlos
  • Ein Blogger und die Crowd wollen SHIFT-Magazin aufs Papier bringen
  • Warteschleifen ab Juni kostenfrei
  • “Extremnutzer”
  • Amazon, Google, Facebook, eBay und Apple aus Nutzersicht
  • Mittelstand zögert bei Social Media und der Cloud
  • Facebook löscht sexistische Einträge nach Protesten
  • Infografik: Facebook ist sooooo riesig!
  • Ein paar Überlegungen zum Google Penguin 2.0 Update
  • Wissenschaft ohne Faszination?

Springer stürmt vor und ernet Lob ausgerechnet von einem Linken: Die Ankündigung des Springer Konzerns, nach der WELT auch die BILD mit einer Paywall zu versehen (wir berichteten hier im Blog) erhielt jetzt Lob von ziemlich unerwarteter Stelle. Jakob Augstein, Sohn des Spiegel-Begründers Rudolf Augstein und Verleger der linken Zeitung “Freitag”, wünscht Springer viel Erfolg mit der Paywall:

Aber Vorstandschef Mathias Döpfner hat so konsequent auf das Netz und die digitalen Erlöse gesetzt wie kein anderer. Und kein anderer hatte das Geld für diese Strategie. [...] Ganz gleich, was man sonst von dem Haus halten mag, beim Bezahlmodell muss man ihm Glück wünschen. Der Erfolg von Springer wird der Erfolg des ganzen deutschen Journalismus sein. Und das gilt umgekehrt auch für seine Niederlage.

Den entgegengesetzten Weg will jetzt ein Daniel Höly gehen – ein Blogger und die Crowd wollen SHIFT-Magazin aufs Papier bringen:

Er ist vom Fach, studierter Online-Journalist und im Netz zuhause. Trotzdem treibt es den 26-jährigen Bonner Daniel Höly jetzt in den Print-Sektor. Er möchte einen Traum verwirklichen und ein 120 Seiten starkes, quartalsweise erscheinendes Magazin auf die Beine stellen, das insbesondere Leser ansprechen soll, die täglich viel Zeit im Internet verbringen. Ein Widerspruch? Nicht für Daniel. Ich habe mich mit ihm über sein Projekt SHIFT unterhalten und konnte einige exklusive Details und Inhalte bereits im Vorfeld zu Tage bringen. Es folgt das Interview, gespickt mit exklusiven Previews.

Zukünftig werden sie zwar immer noch gewaltig an den Nerven zehren, aber zumindest nicht mehr an dem Geldbeutel. Ab Juni sind Warteschleifen endlich kostenfrei:

Telefonische Warteschleifen in Service-Hotlines sind ab 1.Juni 2013 grundsätzlich kostenfrei. Verstößt der Anbieter gegen die Vorgaben, so entfällt sein Entgeltanspruch künftig ganz und der Anruf ist für den Verbraucher kostenfrei. Zudem drohen dem Anbieter hohe Bußgelder. Auf diese Änderungen weist der Hightech-Verband BITKOM hin.

Neusprech.org hat den Streit um die Netzneutralität und die Volumenbegrenzung der Telekom zum Anlass genommen, den Begriff des “Extremnutzers” zu hinterfragen:

Das aus dem Lateinischen entlehnte Adjektiv extrem bedeutet ‚äußerst‘ und ist ein Superlativ, also die höchste Steigerungsform. Die wird hier hyperbolisch, also übertreibend verwendet, denn gemeint ist lediglich eine Nutzung über das durchschnittliche Maß hinaus.

Ausnahme Facebook: In der W3B-Studie wurden deutsche Internet-Nutzer nach ihrer Meinung über die Technlogie-Riesen Amazon, Google, Facebook, eBay und Apple befragt – und trotz der (vermeintlichen) Skandale der Vergangenheit fällt das Urteil doch sehr positiv aus:

Das Ergebnis: Die Internet-Nutzer, die zu diesem Thema eine klare Position beziehen, sind in der deutlichen Mehrheit. Dabei zeigen sie gegenüber den einzelnen Unternehmen differenzierte Einstellungen. Nur wenige haben sich keine Meinung gebildet oder weisen eine neutrale Haltung auf.

»Überrascht hat uns die vorwiegend positive Einstellung der Internet-Nutzer gegenüber der Vormachtstellung der führenden Internet-Unternehmen«, so Holger Maaß von Fittkau & Maaß Consulting. Allein Facebook stellt eine Ausnahme dar.

Und noch eine weitere Studie, die einmal mehr zeigt, dass der Mittelstand bei Social Media und der Cloud zögert:

Branchenübergreifend haben mittelständische Firmen hierzulande bei Online-Anwendungen großen Nachholbedarf. Die Themen Cloud Computing, Online-Handel und Social Media werden teilweise noch immer recht stiefmütterlich behandelt. Jedoch ist der Digitalisierungsgrad nicht unbedingt von der Branche, sondern viel mehr von der Größe des Unternehmens abhängig. Je größer der mittelständische Betrieb, um so größer ist auch der Nutzungsgrad der digitalisierten Funktionen.

Abgesehen vom Arbeitsaufwand alles andere als eine einfache Frage. Wo fängt Zensur an, wo bietet man frauenverachtenden Positionen eine Plattform? Facebook löscht sexistische Einträge nach Protesten:

In einem Statement hat Facebook mitgeteilt, zukünftig auch Seiten zu löschen, deren Inhalte explizit frauenfeindlich seien: “Wir müssen uns an dieser Stelle verbessern – und das werden wir auch tun”, heißt es in dem Schreiben weiter. Außerdem kündigt Facebook an, den Rat der Aktivistinnen einzuholen.
Der Protest der Aktivistinnen hat zu großer Resonanz bei sozialen Netzwerken geführt. Weltweit haben Medien von der Huffington Post bis hin zur Financial Times über die Kritik an Facebook berichtet.

Angesichts der Größe von Facebook dürfte dies alles andere als leicht werden:

Phänomenale Facebook Zahlen und Statistiken anschaulich visualisiert! Das soziale Netzwerk Facebook ist wirklich unglaublich groß geworden – Zahlen auf die Twitter und vermutlich ein wenig neidisch sein dürften. Zwar sind die eigentlichen Statistiken nicht wirklich neu – dafür jetzt direkt von Facebook in mehreren entsprechenden Infografiken sehr schön visualisiert!

Die dazugehörige Infografik findet sich unter “Facebook ist sooooo riesig!

Penguin

Und im tagSEOblog werden ein paar Überlegungen zum Google Penguin 2.0 Update angestellt:

Zum ersten mal wurde eines meiner Projekte von einem Google-Update gebeutelt, und interessanterweise ist es die Domain Brille-kaufen.org. Man kann das als Glücksfall bezeichnen, denn so kann ich mal anhand eines konkreten Projektes über die Ursachen und Maßnahmen nachdenken und berichten.

Und zum Abschluss der Webschau ein etwas sperriges Thema, das angesichts des Mangels an (Jung)Wissenschaftlern jedoch nicht gerade unwichtig ist. In “Wissenschaft ohne Faszination?” macht sich Markus Pössel auf den SciLogs Gedanken, warum Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation nur wenige potenzielle Wissenschaftler fasziniert:

Die EU ist da keinen Deut besser. Oder vielleicht ist das ein allgemeineres Phänomen, wenn die Wissenschaftskommunikation nicht von den Wissenschaftlern selbst kommt, sondern von generischen PR-Fachleuten entwickelt wird? Jedenfalls ist auch die aktuelle Kampagne “Science. It’s a Girl Thing”, zu deutsch “Wissenschaft ist Mädchensache!”, ganz der Nützlichkeit verhaftet.

Wir erinnern uns: Das ist die Kampagne, deren Auftaktvideo Mädchen für Wissenschaft hatte begeistern wollen, weil man da ultracool Stöckelschuhe und Erlenmeyerkolben kombinieren und herausfinden kann wie Lippenstift und Puder eigentlich funktionieren.

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