22/07/2019

Webperlen: 10 Jahre WordPress, 4,8 Millionen Tweets und 3,2 Milliarden Smartphones

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • 10 Jahre WordPress: Wie ein Blogsystem die Medienwelt auf den Kopf stellte
  • 10 Jahre WordPress: Infografiken
  • 4,8 Millionen Tweets zum Champions League Finale
  • Béla Réthy, sagen Sie jetzt nichts!
  • 90elf. Der Abschied.
  • Wo das Herz von Twitter schlägt
  • Bis 2017 rund 3,2 Milliarden Smartphones im Einsatz – doppelt so viele wie PCs
  • Privacy-Problem im Facebook Seitenmanager
  • Wenn der Briefträger das Essen nach Hause bringt
  • Wer die „Bild“ im Internet lesen will, muss künftig zahlen – teilweise
  • The Story of Axel Springer’s Famous Garage

Herzlichen Glückwunsch! WordPress, das Blogsystem, auf dem auch dieser Blog basiert, ist zehn Jahre alte geworden. Eine Würdigung von Netzwertig.com:

WordPress allerdings bleibt für viele leicht zu benutzen, so flexibel und umfangreich wie gewünscht und wartet bei Problemfällen mit einer riesigen Community im Rücken auf. Die Bedeutung von WordPress für die Medienlandschaft ist nicht zu unterschätzen. Das System hat vielen einzelnen Bloggern oder ganzen Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren die Möglichkeit gegeben, dynamischen Content so einfach wie nie zu veröffentlichen und ihn zu monetarisieren.

Und die passenden Grafiken zum Geburtstag liefert Statista: 10 Jahre WordPress

Twitter als Second Screen: Nach Twitter-Auswertungen wurden während des Finales der Champions League mehr als 4,8 Millionen Tweets allein unter dem Hashtag #UCLFinal abgesetzt:

Bei den Höhepunkten des Spiels sind natürlich auch die größten Ausschläge zu erkennen. Dabei ist der Abpfiff mit 117.601 Tweets in der Minute knapp vor dem Siegtor von Arjen Robben mit 107.229 Tweets gelandet. Zudem verzeichnete Robben an diesem Abend mehr als 1 Million Tweets mit seinem Namen und war damit der meist erwähnte Spieler auf Twitter.

Nicht wenige der deutschsprachigen Tweets haben sich mit der “Leistung” der Fernsehmoderatoren befasst, ein Blogger hat sich auf “Béla Réthy, sagen Sie jetzt nichts!” sogar die Mühe gemacht, jeden einzelnen Satz der “Reporterlegende” aufzuschreiben:

Bei meiner Arbeit stieß ich dann doch wieder auf ein paar Hinweise, die darauf schließen lassen, dass wir am Samstag tatsächlich Béla Réthy zugehört haben. Und noch etwas ist mir aufgefallen: Sportkommentatoren können richtig poetisch sein.

Und nochmal Fußball: Da andere für die Rechte mehr geboten haben, wird das bei Fans (aus guten Gründen) beliebte Projekt 90elf eingestellt. Ein (traurig stimmender) Beitrag von einem Mitarbeiter der ersten Stunde:

Seit 2008 bin ich bei 90elf. Von Sendestart an quasi. Das kleine Team wurde nach und nach immer größer. Die Website wurde im Laufe der Jahre mehrmals gerelauncht, wurde besser, stabiler, schneller. Die 90elf-App wurde auf immer mehr Plattformen verfügbar. Wir haben auf DAB+ gesetzt und eigene Endgeräte auf den Markt gebracht. Wir haben neue Ideen umgesetzt, das Programm immer weiter ausgebaut, Live-Rechte für den Europa-Pokal eingekauft, interaktive Sendungen konzipiert. Wir haben schließlich dafür den Deutschen Radiopreis 2011 erhalten.

Und ein weitere Statistik zur Twitter-Nutzung. Im Focus wird unter “Wo das Herz von Twitter schlägt” aufgeschlüsselt, wo die 400 Millionen Tweets abgeschickt werden, wo die Nutzer mit dem größten Einfluss sitzen:

Ein Blick auf die Europa-Karte zeigt deutliche Schwerpunkte der Aktivität in Großbritannien sowie den Benelux-Ländern sowie den Großstädten Paris, Madrid und Mailand. In Berlin als dem deutschen Twitter-Mekka ist schon klar weniger Aktivität zu verzeichnen. Unter den Top-20 Städten ist daher auch keine deutsche Metropole vertreten.

Und eine weiter Zahl, bei der es sich um eine (fundierte) Schätzung handelt. Bis 2017 werden rund 3,2 Milliarden Smartphones im Einsatz sein – doppelt so viele wie PCs:

Die Machtverschiebung in der IT-Industrie weg vom PC hin in Richtung Tablets und Smartphones ist im vollen Gang, wie ich hier im Blog bereits mehrfach beschrieben habe. Der Analyst Benedict Evans vom britischen Marktbeobachter Enders Analysis hat in einer kürzlich veröffentlichten Präsentation noch einmal die wichtigsten Fakten übersichtlich zusammengestellt.

Außerdem gibt es bei Facebook für Seitenbetreiber Sicherheitslücken, bzw. ein Privacy-Problem im Facebook Seitenmanager:

Der Facebook Seitenmanager erlaubt es den Admins von Facebook-Seiten auch von ihren mobilen Geräten aus zu verwalten und dort auch auf private Nachrichten von Nutzern zu antworten. AndroidPolice beschreibt ein unter Umständen ernsthaftes Problem mit dieser Funktion. Vom Admin an eine solche private Nachricht angehängte Bilder bleiben nämlich nicht privat.

Mehr über das Problem auch auf dem Blog von Henning Uhle.

Ein Markt, der sich langsamer durchsetzt, als von vielen Analysten erwartet wurde. Was jedoch auch daran liegen kann, dass bei den “Online-Supermärkten” das Angebot noch zu verwirrend ist – und die bestehenden Supermärkte abgesehen von den ländlichen Regionen eine sehr gute Abeckung haben. Unter “Wenn der Briefträger das Essen nach Hause bringt” weiß DIE WELT folgendes zu berichten:

In anderen europäischen Ländern ist dieser schon üblicher. Der britische Händler Tesco beispielsweise liefert Produkte aus dem Supermarkt quasi an jede britische und irische Adresse. Bei einer Umfrage des Marktforschers Nielsen unter 28.000 Internetnutzern in 56 Ländern gab ein Viertel von ihnen an, in der nächsten Zeit Lebensmittel im Internet kaufen zu wollen. In Deutschland lag der Wert nur bei sieben Prozent.

Apropos WELT: Nachdem das Springer-Angebot bereits vor Monaten eine Paywall eingeführt hat, zieht jetzt wohl auch die BILD nach, wer die BILD im Internet lesen will, muss künftig zahlen – teilweise:

Wenn die „Bild“-Zeitung am Montag die wichtigste Neuerung ihrer jüngsten Geschichte vorstellt, wird ihr Chefredakteur Kai Diekmann nicht dabei sein. Er verbringt gerade noch seine Zeit im kalifornischen Silicon Valley, wo er die vergangenen neun Monate im Auftrag des Axel-Springer-Verlags Ideen für die digitale Zukunft des Medienkonzerns gesammelt und entwickelt hat. Aus der Ferne aber begleitete er, wie in Berlin an einem Mammutprojekt gearbeitet wurde: an der Bezahlstrategie für die „Bild“ im Netz.

Springer

Und zum Abschluss der Webschau ein Video von, nun ja, Springer. Ein Verlag, der zwar gerne sehr viel Hass auf sich zieht, der aber auch einen wunderbaren Sinn für Selbstironie hat, wie man unter The Story of Axel Springer’s Famous Garage unschwer erkennen kann.

 

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

Webperlen: Blogs, Content und eine umstrittene Werbeaktion

Heute in der Webschau von Görs Communications:

  • Warum sollte ich als Wissenschaftler/in bloggen?
  • Nutzer wollen Online-Videos – “Text-only”-Zeiten sind vorbei
  • Erfolgreicher Journalismus hängt nicht am Papier
  • Jede Zeitung braucht einen Nerd vom Dienst!
  • Das Fußball-Radio 90elf wird eingestampft
  • Von Love Brand vs. Tütensuppe bis Relevanz vor Reichweite
  • This is how I work
  • Bundestags-ePetition für den Erhalt der Netzneutralität gestartet
  • Sächsische Imagekampagne – Teurer Spaß ohne Spaß
  • Das Märchen vom guten Content
  • Video: Kleiner Fußballer ganz groß

In Amerika ist es gang und gäbe, selbst Nobelpreisträger wie Paul Krugman bloggen, aber in Deutschland machen Wissenschaftler noch einen großen Bogen um die Blogosphäre. Warum es dennoch für Wissenschaftler 10 gute Gründe gibt, mit dem Bloggen zu starten, führt das Redaktionsblatt auf:

Wir Menschen benötigen für unsere Arbeit einen Sinn. Die Sinnhaftigkeit erzeugt in uns die Energie, die wir benötigen, Aufgaben zuverlässig und mit einer positiven Stimmung anzugehen. Genauso ist es mit dem Bloggen. Worin liegt hier der Sinn? Der befürchtete Zeitaufwand – denn die Artikel fallen nicht fertig vom Himmel – muss sich für uns lohnen. Dieser Artikel möchte aufzeigen, welchen Sinn bloggen haben kann und auch welchen Nutzen ein Blogger aus seiner Tätigkeit ziehen kann.

Was für Content verlangt der durchschnittliche Internetuser? Im Auftrag der Nachrichtenagentur AP befragten GfK und Deloitte jeweils 1.500 Probanden in UK, Spanien und Deutschland über ihre Mediengewohnheiten. Das Ergebnis fiel recht eindeutig aus, Nutzer wollen Online-Videos – “Text-only”-Zeiten sind vorbei:

Besonders beliebt sind Videos bei Besitzern von Smartphones und Tablets: 77 Prozent der deutschen Tablet-Nutzer schauen Online-Videos. Je mehr iPhone, iPad & Co. also eine Rolle in unserem Leben übernehmen, desto relevanter wird es, Content in Form von Videos bereit zu stellen, der auf mobilen Geräten verfügbar ist.

“Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann dürfte diese Entwicklung bekannt sein, nach seinem Jahr im Silicon Valley hat er sich einiges vorgenommen, um Deutschlands meistgelesene Boulevardzeitung fit für das digitale Zeitalter zu machen. Im Handelsblatt-Interview „Erfolgreicher Journalismus hängt nicht am Papier“ äußert er sich über seine Pläne:

„Bild“ steht der größte Umbau seit Jahrzehnten bevor. Chefredakteur Kai Diekmann will das publizistische Flaggschiff des Medienkonzerns Axel Springer den digitalen Herausforderungen journalistisch und personell anpassen. „Wir müssen alle journalistischen Herangehensweisen, Konzepte, Überzeugungen und Vorstellungen überprüfen“, sagte der 48-Jährige dem Handelsblatt. „Erfolgreicher Journalismus hängt zum Glück nicht am Papier. Die Zeitung heute ist ein sehr wichtiger Teil einer Marke, die sich neu erfinden muss, weil sich die alten Konzepte und Gewohnheiten ändern”, sagte Diekmann.

Apropos Zeitung der Zukunft: Das Medienmagazin fordert, dass jede Redaktion braucht einen Nerd vom Dienst braucht!

Jeder Redaktion braucht einen Nerd vom Dienst (NvD) – das zeigt eindrucksvoll ein Zeitungartikel des Münchener Merkurs. Von der Netzgemeinde gibt es viel Häme für einen Faux-pas, den sich die Zeitung geleistet hat. Dahinter steckt aber ein wirkliches Problem. Wir haben da einen Lösungsvorschlag.

Alles andere als eine gute Nachricht für Fußballfans, das Fußball-Radio 90elf wird eingestampft:

Es ist ein bitterer Abschied: Regiocast Digital hat sich dazu entschlossen, das Fußball-Radio 90elf zum Ende der Bundesliga-Saison einzustellen. Die Geschäftsführung des 90elf-Veranstalters teilte diese Entscheidung den Mitarbeitern am Dienstag auf einer Betriebsversammlung mit. Der Sender hatte kürzlich überraschend die Verwertungsrechte für Web und Mobile, die auch die 90-minütige Berichterstattung über jedes Einzelspiel ermöglichen, an den Konkurrenten Sport1 verloren.

90elf_Zwei

90elf: Noch wird auf der Webseite die Smartphone-App beworben.

Ein guter Rückblick auf den Digital Media & Marketing Summit 2013 in Hamburg findet sich im “Wissensucher”-Blog unter der Überschrift “Von Love Brand vs. Tütensuppe bis Relevanz vor Reichweite [#d2m13]“:

Im Bereich der digitalen Kommunikation und des Social Media Marketings passiert aktuell sehr viel. Neue Buzzwords poppen schneller auf, als die alten verblassen. Das mag den einen oder anderen stören, aber ändern lässt sich das vermutlich nicht mehr. Worum es bei all den neuen digitalen Säuen genau geht, war Gegenstand einer aus meiner Sicht sehr interessanten Veranstaltung: Geschätzt 120 Social Medianer trafen sich in Hamburg zum Digital Media & Marketing Summit 2013.

Dazu gibt es noch an anderer Stelle eine passende Grafik: This is how I work.

Da sich die Piraten derzeit doch eher mit Intrigen, Machtspielchen, Meinungsmache beschäftigen, wird der Protest gegen die Drossel-Pläne der Telekom (siehe hierzu auch diesen Eintrag hier im Blog) von anderen Akteuren getragen. Wie Tobias Gillen auf dem Basic-Thinking-Blog berichtet, gibt es nun auch eine ePetition für den Erhalt der Netzneutralität:

Noch bis zum 18. Juni 2013 kann die Petition mitgezeichnet werden. 50.000 Mitzeichner werden bis dahin benötigt, damit der Fall im Petitionsausschuss diskutiert werden und der Hauptpetent, Johannes Scheller, dort sein Anliegen vortragen kann. In den Kommentaren zur Petition wird schon über die Erfolgschancen diskutiert.

 

Wenig erfolgreich hört sich, zumindest wenn man der alternativen taz glauben kann, eine Werbekampagne des Landes Sachsen an, für die nicht weniger als 32 Millionen Euro (ein Werbe-Budget, von dem so manches Unternehmen nicht einmal träumen kann) ausgegeben werden soll. Teurer Spaß ohne Spaß:

Unter dem Slogan „So geht sächsisch“ setzt der Entwurf auf Negativabgrenzungen. So spielt „Kraft ohne Hannelore“ auf Nordrhein-Westfalen an, „Elbphilharmonie ohne Verstimmung“ auf Hamburg. Das Gemälde der Sixtinischen Madonna wird als „Madonna ohne Skandale“ präsentiert, und das Foto eines Tagebausees bei Leipzig ist als „Baden ohne Württemberg“ untertitelt.

Und als zweitletzte Webperle gibt einen Beitrag vom tagSEOBlog. Unter der Überschrift “Das Märchen vom guten Content” führt Martin Mißfeldt aus, was von Google als “guter Content” gewertet werden kann – und was eben nicht.

Google kann Qualität überhaupt nicht messen. Der Algorithmus wird immer darauf angewiesen sein, unterschiedliche Signal zu messen, zu vergleichen und zu gewichten. Es macht daher aus Seo-Sicht überhaupt keinen Sinn, sich hinter dem Begriff “guter Content” zu verstecken. Stattdessen sollte man besser wieder über die konkreten Signale nachdenken. Was können Signale sein, aus denen Google Qualität ableiten könnte?

Und zum Abschluss ein kleiner, wunderbarer YouTube Clip (via) über einen sehr kleinen Fußballer – und einfach großartigen Fans:

Diesen und weitere Blog-Artikel zu Public Relations (PR), Content, Marketing, Digitalisierung und Kommunikation gibt es im Görs Communications Blog auf https://www.goers-communications.de/pr-werbung-beratung/blog

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