01/09/2016

Schaden ausgehende Links dem Suchmaschinenranking?

Schadet es dem eigenen Suchmaschinenranking, wenn man andere Seiten verlinkt? Eine Frage, die jüngst erst wieder durch die Blogs geisterte, nachdem sich Google etwas zweideutig geäußert hat – und sich mit einem klaren “Nein!” mit bestimmten Einschränkungen beantworten lässt.

Aber der Reihe nach: Das Ranking bei Google (mit einem Marktanteil von mehr als 90% in Deutschland der Quasi-Suchmaschinen-Monopolist) setzt sich aus hunderten von Faktoren zusammen, die unterschiedlich stark gewichtet werden. Und zu den wirklich wichtigen Faktoren gehören die Links, die von anderen Webseiten gesetzt werden. Dabei gilt jedoch nicht nur die Grundregel, dass viele Links viel im Suchmaschinenranking bringen, sondern es zählt auch, von welcher Seite die Links kommen.

Google-Suchergebnisse zu den Suchbegriffen PR Hamburg

Google-Suchergebnisse zu den Suchbegriffen PR Hamburg

Wird die Seite, von der man verlinkt wird, selbst häufig verlinkt, dann zählt der Link deutlich mehr, als wenn die verlinkende Webseite selbst kaum verlinkt wird. Auf gut Deutsch würde man vermutlich “Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen” sagen. Der Sinn dahinter ist relativ einfach: Google will das Ranking möglichst zielführend machen, also so, dass die wirklich relevanten Seiten möglichst früh angezeigt werden. Und als relevant sieht Google Webseiten an, auf die oft verlinkt werden – wäre der Inhalt nicht interessant, würden schließlich nicht so viele Links gesetzt werden. Und bei der “Qualität” der Links setzt Google auch auf dieses Prinzip, die ausgehenden Links von stark verlinkten Webseiten werden daher deutlich stärker gewichtet.

Ganz praktisch gesprochen: Da auf SPIEGEL ONLINE jeden Tag tausendfach verlinkt wird, zählt ein Link von SPIEGEL ONLINE mehr als ein Link von www.goers-communications.de oder von einer anderen PR-Agentur. In diesem Zusammhang hat es sich eingebürgert, vom Prinzip der Vererbung zu sprechen. Durch einen Link “vererben” Seiten praktisch einen Teil ihrer Stärke im Suchmaschinenranking. Verlinkt eine Seite, die hoch im Suchmaschinenranking steht, auf eine andere Seite, so steigt auch diese Seite im Suchmaschinenranking auf.

“Vererbung” ist zum Teil irreführend

Der Begriff der “Vererbung” ist jedoch auch irreführend, wenn man ihn wie in der “analogen Welt” verwendet, in der Sachen den Eigentümer wechseln, wenn man sie “vererbt”. Bei Google jedoch wird das “Vererben” anders verstanden, ein Link vererbt zwar Teile des Rankings, diese Vererbung wird jedoch nicht von der verlinkenden Seite abgezogen. Durch einen Link profitiert also die verlinkte Seite, die verlinkende Seite verliert jedoch nicht.

Damit wäre die Frage “Schaden ausgehende Links dem Suchmaschinenranking?” eigentlich beantwortet. Nein, ein ausgehender Link schadet dem Suchmaschinenranking nicht. Trotzdem hat sich jedoch ein regelrechter Linkgeiz breit gemacht, der aus guten Gründen kritisiert wird. Der einzige Grund, dem Linkgeiz eine gewisse Berechtigung zuzusprechen, liegt in der Einschränkung, die man dem “Nein!” bei der Frage, ob ausgehende Links dem Suchmaschinenranking schaden, hinzufügen muss.

Google rankt nicht nur die Seiten, Google registriert auch “schwarze Schafe”, also Webseiten, die mit illegalen Maßnahmen ihr Ranking steigern – in der Regel sind dies Spam-Netzwerke. Und diese “schwarzen Schafe” werden von Google natürlich abgestraft. Verlinkt man nun ständig auf irgendwelche Spam-Seiten, ordnet Google die eigene Webseite diesen Spam-Netzen zu und wertet die eigene Webseite ebenfalls ab.

Da es jedoch keinen Grund gibt, warum man ausgerechnet auf Spam-Netzwerke ständig verlinken sollte, kann diese Einschränkung in der Praxis ignoriert werden. Mit Links auf normalen, seriösen Seiten ist man immer auf der sicheren Seite, man “stärkt” zwar die empfangende Seite, verliert aber selbst nicht beim Suchmaschinenranking.

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