06/12/2016

Google stellt den Google Reader ein. Alternativen?

We launched Google Reader in 2005 in an effort to make it easy for people to discover and keep tabs on their favorite websites. While the product has a loyal following, over the years usage has declined. So, on July 1, 2013, we will retire Google Reader. Users and developers interested in RSS alternatives can export their data, including their subscriptions, with Google Takeout over the course of the next four months.

So Google ganz lapidar in einem Blogeintrag über den Frühjahrsputz beim Suchmaschinengiganten, in dem gleich das Ende von mehreren Diensten angekündigt wurde. Die Reaktionen sind alles andere als freundlich, im besten Fall erntet Google für das Einstellen von Google Reader zum 1. Juli 2013 Unverständnis. So schreibt Klaus Wedekind, dass es eine “mittlere Katastrophe [sei], wenn Google tatsächlich den Reader ausknipst“, im netzlogbuch ist vom “Schock in der frühen Morgenstunde” die Rede, Caschys Blog verkürzt das kurz und knapp auf “Schock!“, Patrick Breitenbach fasst die Bedeutung kurz und knapp zusammen:

Google stellt sein Projekt “Google Reader” zum 1. Juni ein, zum Ärgernis vieler Blogger, Jorunalisten und Wissenssammler, denn ein RSS-Reader ist nach wie vor das wichtigste Werkzeug um Nachrichten im Web zu sammeln, zu filtern, zu sichten und zu kuratieren.

Kritisiert wird inbesondere, dass Google in den letzten Jahren praktisch nichts in den 2005 gestarteten Dienst investiert hat, dieser aber aufgrund seiner Funktionalität und seinem schlichten Design noch immer die beste Lösung war, um von den verschiedenen Endgeräten auf die Feeds zugreifen zu können. Google Reader war nicht “hipp”, war niemals die “killer app”, es wurde wenig Aufhebens um den Google Reader gemacht, stattdessen war es einfach das Arbeitstier, das einem einen guten Überblick in der Nachrichtenflut gab, so schreibt Nico auf Lummerland:

Ich bin von der Einstellung von Google Reader ziemlich genervt. Nicht nur, weil ich seit Jahren dort alle meine Feeds lese und über verschiedenste Apps auf Google Reader zugreife und so immer fröhlich alle meine Feeds auf dem aktuellen Stand habe, egal ob iPhone, iPad, Nexus 7 oder Laptop, und die mobile Web Variante auf dem iPhone für das effizienteste Interface für das Konsumieren von Newsfeeds halte, nein, sondern auch weil die Einstellung von Google Reader mich persönlich trifft.

GoogleReaderTrends

Nr. 1 in den Trending Topics

Auf Twitter, wo Google Reader sofort an die Spitze der Trending Topics befördert wurde, drückt man sich dagegen weniger diplomatisch aus. Aber der Frust der Nutzer scheint sich durchaus in positiver Weise zu kanalisieren, eine erste Petition hat bereits in den ersten Stunden mehr als 18.000 Unterzeichner gefunden. Trotz des Social Media-Hypes ist RSS also alles andere als tot, RSS-Feeds werden weiterhin als äußerst praktische Alternative zur Facebook/Twitter/etc.-Timeline angesehen.

Auf netzwertig.com wird das Ende vom Google Reader sogar als Chance angesehen, der Platzhirsch verschindet mir nichts, dir nichts vom Markt, was natürlich die Konkurrenten freut (feedly hat auch sofort einen Blogpost erstellt, wie man vom Google Reader zu feedly wechselt), was im besten Falle sogar für neue Innovationen sorgt. Außerdem zeigt das Ende vom Google Reader einmal mehr, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, sich in die Abhängigkeit von einem Dienst zu begeben. Eine Kerbe, in die auch das geschätzte Pottblog (“Es zeigt sich mal wieder, dass kein genutzter Internet-Dienst wirklich auf Dauer verfügbar ist“) schlägt.

Alternativen zum Google Reader

Kaum war das Ende des Google Readers verkündet, fragten nicht wenige (frustrierte) Nutzer nach Alternativen. Und zwar möglichst so, dass die abonnierten Feeds vom Google Reader bequem importiert werden können. Unter den Favoriten befinden sich neben dem bereits erwähnten feedly Netvibes, NewsBlur, The old Reader, GoodNoows, BlogLines, Tiny Tiny RSS, Fever, NetNewsWire (für Mac-User) und Pulse.

Eine durchaus angenehme Auswahl, wobei fast alle Dienste ihre Vor- und Nachteile haben. Nach Ansicht von Görs Communications ist Feedly derzeit der Favorit, da der Dienst plattformunabhängig ist. Man kann ihn also – so wie man es vom Google Reader gewohnt ist – als Browseranwendung von PC/Laptop nutzen und es sind Apps für Android & Co. vorhanden. Aber auch hier gilt learning by doing, idealerweise probiert man drei oder vier Feed-Reader aus und bleibt anschließend bei dem, der einem intuitiv am besten zusagt.

Trackbacks

  1. [...] greift auch die Satire-Seite Der Postillion das Ende vom Google Reader auf, unter “Google stellt Suchmaschine zum 1. Juli 2013 ein” heißt [...]

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